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Jontavious Willis | 07/12/2026 |
MONTAG, 7. DEZEMBER 2026, 20UHR20
Jontavious Willis
EINTRITT: 35.-

Mit Jontavious Willis (*1996) beehrt ein veritabler Mojo Man unsere Sehnsuchtsinsel an der bluesblauen Mississihl. Und er hat eine Mission: Den heutigen Blues mit dem Geist der Vergangenheit neu beleben. Das ist alles andere als hohles Geschwafel, im Fall. Und es hat null und nix zu tun mit rückwärtsgewandtem Früher-war-alles-besser-Chabis. Im Gegenteil. Jontavious tut, was er sagt und spielt und singt, was er lebt. Geistesgegenwärtig. Mit Leib und Seele. Ohne Rücksicht auf Blingbling-Hitpotenzial und schnöden Mammon. Unspektakulär spektakulär erzählt er seine Geschichten und pickt die Akustikgitarre. Sieht alles so leicht aus, ist aber ziemlich ausgebufft genial. Perfekt unperfekt. Kein Virtuositätswettbewerb. Soulful. Unvergleichlich. Einzigartig. Jontavious ist Jontavious. The One and Only. Eine «alte Seele», die mit jugendlicher Frische und abgeklärter Leichtigkeit die Musik seiner Urväter lebt und weiterträgt.
Der grosse Taj Mahal (*1942) – der ja auch schon in denkwürdiger Weise unsere Inselweltbedeutungsbretter bespielt hat; lang, lang ists her – legt ihm quasi den bluesblauen Teppich in eine grosse Zukunft aus: «Jontavious Willis. That’s my Wonderboy, the Wunderkind. He’s a great new voice of the 21st Century in the acoustic blues. I just love the way he plays.» Und liest man das nachstehend vollständig angeführte Taj Mahal-Zitat, erfährt man auch, dass Jontavious an seiner Gitarre virtuos herumstimmt und kein Blueser der Welt spontan drauf spielen könnte. Ein Zauberer. Auf dem Weg in die Hall of Fame des Blues.
Während Bürgerrechtler und Friedensnobelpreisträger (!) Martin Luther King (1929–1968) in Georgias Hauptstadt Atlanta geboren und aufgewachsen ist, kommt Jontavious Willis aus dem ländlichen 800-Seelen-Kaff Greenville. Ein bitzeli wie das Frauenstimmrecht 1990 in Appenzell, wurde der Peach State 1967 vom Obersten Gerichtshof gezwungen, das Verbot von Mischehen zwischen Weissen und Nichtweissen aufzuheben. Trotzdem werden die No Kings-USA (und der Restwest) auch im Jahr 2026 noch von ihrem unsäglichen White Supremacy-YMCA-Räuber-Drill-Pussygrab-Lügenbaron-Kitschgritten-TACO-Präsidenten-Clan Thanksgiving-Truthahn-mässig ausgenommen. Traurig, traurig. Grad weil der Blues durch die unsäglich tragisch-traurige Sklaverei geboren wurde, auf deren Basis ein Teil des Viertweltlandes Amerika reich wurde.
Der Blues hat diese gspässige Menschenwelt auf unserem torkelnden Blauen Planeten ein Vielbitzeli besser gemacht. Sein unermesslicher Einfluss ist aus der gesamten Musik des 20. Jahrhunderts nicht wegzudenken. Mittlerweile ist übrigens auch der prägende Einfluss der American Natives auf Entstehung und Entwicklung des Blues belegt, deren freiheitsliebendes Zusammenleben sogar in der demokratischen US-Verfassung seine Spuren hinterlassen hat. Als erste Bluesaufnahme eines afroamerikanischen Interpreten gilt laut Wikipedia «That Thing Called Love» von Mamie Smith im Jahr 1920. Aber zurück zur Zukunft des Blues in der Gegenwart. Zurück zum Phänomen Jontavious Willis.
Jontavious singt während seiner Kindheit mit seinem Grossvater in der Mount Pilgrim Baptist Church Gospelmusik. So sammelt er seine ersten Auftrittserfahrungen vor Publikum. Und siehe, die asozialen Medien bewirken manchmal auch Gutes: Als 14-Jähriger stösst Jontavious online auf ein Muddy Waters-Video von «Hoochie Coochie Man», das ihn mit dem Blues infiziert. Taj Mahal adelt Jontavious 2015 mit der Einladung, ihn auf der Bühne zu begleiten. Und 2018 begeistert er als Opening Act von Taj Mahal und Keb’ Mo’ (*1951) das Publikum während ihrer «TajMo»-Tour.
Nebst diversen Online-Videos pflastern drei Alben seinen Weg: Jontavious Willis' Debüt «Blue Metamorphosis» (2016) erhielt begeisterte Kritiken in den Magazinen «Living Blues» und «Blues & Rhythm». Auf seinem Grammy-nominierten Zweitling «Spectacular Class» (2019) erkundet Jontavious eine Vielzahl von Blues-Stilen mit quicklebendigen Ensemble-Darbietungen. Seiner einzigartige Mischung aus traditionsreichem, modernem, intellektuellem und tanzbarem Blues berührt. Sein aktuelles Album «West Georgia Blues» ist eine Sammlung von 15 Songs voller grossartiger Harmonien und ebenso rührender wie eindringlicher Texte. Mitreissende Eigenkompositionen im Stil des Delta-, Piedmont-, Texas- und Gospel-Blues. Dynamisch gesungen mit einer Stimme, die seine ungebrochene Beziehung zu den alten Wurzeln repräsentiert, technisch versiert, locker und voller Schalk und Charme vorgetragen. Pulsierendes Herzblut. Hier weckt einer nicht nur Erinnerungen an die grossen Alten des Blues – er trägt sie ALLE in sich. Jontavious Willis verkörpert sie ALLE leibhaftig. Im Hier und Jetzt. Der Blues lebt. Und wie! Natürlich auf unserer Lieblingsfarbeninsel an der blue-blue-bluesen Mississihl.
«Jontavious Willis. That’s my Wonderboy, the Wunderkind. He’s a great new voice of the 21st Century in the acoustic blues. I just love the way he plays. He has really just delightful timing and a real voice for the music because he was raised in the tradition and the culture. It’s just wonderful to hear him sing. The way he tunes his guitar is just amazing. There’s not a bluesman alive that could pick his instrument up and play it. You’d have to sit there for a good while to figure those tunings out.
I had an opportunity to have him grace my stage when I came to Atlanta. He had a thunderous response from the audience. It was just so great. I’m very, very particular and very private about my stage so – and if somebody is on it giving the full run to go, you know that they must be able do whatever it is that they say they can do, and I say that he can do it and more. So I’m just excited that he has a wonderful and amazing future and he’s got a great sound, and we are all lucky to be at this point when this man is starting to launch is going to be an incredible and long career.» – Taj Mahal
