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Sonntag, 01.12.2019, 20Uhr20
Lokalbühne
Stella Chiweshe
Her Majesty, the Queen of Mbira music from Zimbabwe: Die 73jährige Stella Rambisai Chiweshe ist die Grande Dame der Mbira & eine der wenigen Musikerinnen in Zimbabwe (= «Steinhäuser» in der Sprache der Shona) & im südlichen Afrika, die seit mehr als 40 Jahren unterwegs ist & auch internationale Berühmtheit erlangt hat.

Eine quicklebendige Ikone, deren schöpferische & performerische Kraft ungebrochen & atemberaubend intensiv ist. Nach der Unabhängigkeit 1980 wurde Stella Chiweshe als Mitglied der National Dance Company of Zimbabwe zur führenden Mbira-Solistin, Tänzerin & Schauspielerin. Sie etablierte sich als eine der originellsten Künstlerinnen der zeitgenössischen afrikanischen Szene & wurde in ihrem Land mehrerfach ausgezeichnet. – «I am a rebel», lächelt sie verschmitzt.

Mbira bezeichnet ebenso das Instrument wie den Musik-Stil. Wiki: Mbira dza vadzimu (= «Mbira der Vorfahren») ist ein Lamellophon, das von den Shona im südlichen Afrika in der traditionellen afrikanischen Musik gespielt wird. Lamellophone gehören mit ihren auf einem Brett montierten Zungen zu den Zupfidiophonen. Die mbira dza vadzimu ist eine nur zu rituellen Zwecken eingesetzte Variante des Lamellophontyps mbira, der in Simbabwe und angrenzenden Gebieten verbreitet ist. Die 22 bis 28 Metallzungen werden mit den beiden Daumen nach unten & dem rechten Zeigefinger nach oben gespielt. Mbira wird von den Shona – die mehrheitsbildende Volksgruppe des jungen Landes – seit über tausend Jahren zelebriert & durchwirkt alle sowohl heiligen wie weltlichen Aspekte der Shona-Kultur. Ihre wichtigste Funktion ist die des direkten Drahts «zu den Geistern der Vorfahren, zu Wasser, Bäumen, Steinen & Vögeln». Das Wappentier & Nationalsymbol ist der auch Blitzvogel genannte Zimbabwe-Vogel – ein schon früh in diversen Darstellungen der Shona erscheinender mystischer Hühnervogel, der zwischen Menschen & Göttern stehen & vermittelt.

Stella wuchs mit weissem American Rock'n'Roll & Country auf, wobei Elvis Presley, Ricky Nelson, Jim Reeves & The Everly Brothers zu ihren Favoriten gehörten. Zunächst uninteressiert an lokal-traditioneller Musik, begann die Mbira erst spät in ihrem Kopf «laut und endlos» zu erklingen. Diese mystische Erfahrung erweckte die spätere Königin der Mbira zwar, aber die Männerdomäne war nicht leicht zu knacken: keiner wollte sie unterrichten, keiner wollte ein Instrument für eine Frau bauen. So entstand die erste Single «Kasahwa» 1974 auf einem geliehenen Daumenklavier. Sie wurde zur lokalen Sensation. Danach begann Stella als Solistin der National Dance Company of Zimbabwe international zu touren, später unter dem eigenen Namen. So wurde sie schnell zum Star der ersten World Music-Welle. John Peel nahm zwei seiner legendären Peel Sessions mit ihr auf. Berlin wurde ihre zweite Heimat. 2018 erschien auf Glitterbeat Stella Chiweshes bezauberndes Album «Kasahwa: Early Singles». Eine fesselnde Sammlung früher Singles der Mbira-Meisterin, brillant gemastert von Nick Robbins im Londoner Sound Mastering Studio. Die Songs wurden hauptsächlich in den 1970er Jahren – während des Aufbaus der Chimurenga-Revolution – aufgenommen & nur in Stellas Heimatland veröffentlicht. Wir versprechen einmal mehr: Das wird ein einzigartiger Weltmusikabend von unvergesslicher Inselintensität mit der subversiven Urkraft der unbestrittenen Queen of Mbira music from Zimbabwe to Zwinglitown.

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