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Montag, 04.07.2011, 20Uhr20
Lokalbühne
Moussu T e lei Jovents (FR)
Das Quintett mit Gitarre, Banjo, Gesang und Perkussion kredenzt einen melodischen Cocktail aus provenzalischen Liedern, dem Marseille-Groove der 30er-Jahre, den Marseiller Operetten von Vincent Sotto, Blues, Jazz und exotischen Einflüssen von Emigranten aus der Karibik und Brasilien.

Marseille, der südfranzösische Sündenpfuhl, bei dem nicht nur Alain ins Schwärmen kommt, weil er sich da mit und ohne Pastis zu Hause fühlt: Diesem Schmelztiegel entspringen Moussu T e lei Jovents mit ihrem unverwechselbaren Stilmix zwischen okzitanischer Tradition und Nu-Multikulti. Ein altbekanntes neues Lied also, aus und über die weltberühmte Hafenstadt in Frankreichs wunderbarem Süden. Und das alles auch in Okzitanisch. Wikipedia: Okzitanisch (frz. occitan / langue d'oc) ist eine galloromanische Sprache, die hauptsächlich im südlichen Drittel Frankreichs gesprochen wird.

Der Duft der grossen weiten Welt riecht nach Pisse, Lavendel & Schiffsdiesel: Mehr als 20 Jahre hat Moussu T aka Tatou die französische Musikszene mit seiner Band Massilia Sound System aufgemischt. Nun präsentiert er mit seinen vier «jugendlichen» (jovents) Begleitern das fünfte Album «Putan de cançon» und schenkt uns einen warmherzigen Windstoss südfranzösischen Lebensgefühls. Akustisch zärtelnde bis sanftrockige Kosmopolit-Songs über das Hafenleben von Fischern & Matrosen mit seinen üüüblen Spelunken, die überirdischsten Schönheiten & die ganz grosse Liebe und natürlich über die dauernd & uneinholbar vor einem hertuckernde Horizontlinie der unstillbaren Sehnsucht. Und immer wieder der kunterbunte graue Alltag. Manu Chao, nur viel französischer. 

Das auf ein Quintett angewachsene Ex-Trio mit Gitarre, Banjo, Gesang und Perkussion kredenzt einen melodischen Cocktail aus provenzalischen Liedern, dem Marseille-Groove der 30er-Jahre, den Marseiller Operetten von Vincent Sotto, Blues, Jazz und exotischen Einflüssen von Emigranten aus der Karibik und Brasilien. Drei Mitglieder sind übrigens Schlagzeuger bzw. Perkussionisten, die ihre Schlagwerke als Melodie-Instrumente verstehen. Blu’s legendäre Gitarren und Banjos haben einen grösseren Einfluss auf den Gesamtsound als früher. Der rohe Strassencharme der Musik versetzt uns alle Beine bambelnd auf die Hafenmole, die Seele tanzt mit den Wellen und den vom Horizont gefressenen Schiffen ins Nirgendwo. Und wenn wir ganz Melancholie in der Provence geworden sind, heben wir noch einen an unserem stählernen Schiffstresen.

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