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Mittwoch, 11.09.2019, 20Uhr20
Lokalbühne
Charlie Parr
Der Mensch wirkt in den 1980er Jahren ziemlich verwirrt & schüchtern, während er auf der Suche nach Spider John Koerner seine Songs performt.

Charlie Parr aus Minnesota trifft den Gesuchten dann etwa 100 Meilen nördlich an der Viking Bar. Das schlägt den zündenden Funken. Wie die Überdosis an Gammastrahlung beim Hulk bewirkt Parrs Erweckungserlebnis, dass er hinsichtlich Brotjobs in Nullkommanix praktisch unvermittelbar & inkompatibel wird. Kein Chef kann ab sofort mehr mit ihm scheffeln, es zählt nur noch die Musik. Aber who the fuck ist Spider John Koerner? – Auf dessen offizieller Website heisst es: «Spider» John Koerner, traditional American folk and country blues musician, rhythmic guitarist, song-crafter, singer, and humorist, shapes his musical style from a solid foundation of study of the old blues masters, respect for the traditional song, and a firm command of his source material. Unverwechselbar, schon bei seinem ersten Gitarrenton sei klar, wer da spielt. Ein gewisser Bob Dylan erwähnt ihn in seinen Chronicles. Nun, wer die Ekaspaden unseres in Duluth lebenden Superhelden Parr auf seiner Nonstop-Tournee verfolgt hat, weiss bereits, dass seine Songs live voll reinhauen in unsere Guts. Nachdem er beim letzten Album «Dog» einem Hund die Leine überlassen hat, um ihm zu folgen, besinnt er sich nun auf sich selbst: Sein aktuelles Album heisst schlicht, einfach & salopp «Charlie Parr» (2019) & ist eine faszinierende Sammlung neuer Songs & Studio-Versionen von Klassikern & Ohrwürmern aus seiner langen Karriere. Aufgenommen in der bewährten Besetzung mit dem Folker Jeff Mitchell an E-Gitarre, Akkordeon & Orgel, dem Perkussionisten Mikkel Beckman, dem Harmonikaspieler Dave Hundreiser & der Bassistin & Co-Produzentin Liz Draper. Ehrlich & roh steckt drin, was drauf steht: Original Charlie Parr. Es ist die musikalische Aufarbeitung seines verrückten Skateboard-Unfalls vom 3. August 2018, der ihn aufgrund mehrfach gebrochener Schulter zwang, das Gitarrenspiel neu zu erlernen & eine radikale Bestandesaufnahme seines Lebenswerks zu machen. Ein anderer hätte aufgegeben, aber wenn die Gitarrenkunst deine Persönlichkeit ausmacht, ist ein Leben ohne keine Option. Wenige Tage nach Schulter-Rekonstruktions-Operation inklusive Metallplattenimplantat spielt Parr wieder, drei Wochen später auch auf der Bühne. Schmerzen her oder hin: «It’s the defining thing in my life. When you think about yourself, you think: That’s what I am. I’m the guy that plays guitar. So what happens when that gets stripped out? If there’s any way you can keep doing it, you’re going to keep on.» So keep on, Charlie, we're happy to have you here. Auf den Weltbedeutungsbrettern unserer allerletzten Schatzinsel an den Ufern der guten alten Mississihl aus der niemand zweimal unverändert steigt.


JD Wilkes
Der in Paducah, Kentucky, lebende Musiker, (Comic-)Künstler, Autor, Filmemacher & selbsternannte Südsurrealist J.D. Wilkes musiziert allerhand Instrumente verdammt versiert – insbesondere Mundharmonika & Banjo. 

Er hat schon mit Leuten wie Merle Haggard, John Carter Cash, Mike Patton & Hank Williams III Songs aufgenommen. Als Autor veröffentlichte er mit «Barn Dances and Jamborees Across Kentucky» eine Geschichte der sozialen Musik- und Tanzgeschichte seiner Heimat; im Dokumentarfilm «Seven Signs» untersucht er Musik, Mythen und den amerikanischen Süden – er lief auf dem britischen Raindance Film Festival. Wilkes jüngstes Soloalbum «Fire Dream» (2018) zeigt auf dem Cover den augenverglasten Meister mit Elvistolle, bei brünstigem Vollmond das Teufelsbanjo zupfend, während eine laszive Traumtanzfrau sich im brennenden Ölfass räkelt; daneben ein brennender Dolch. Aus seinem Hosensack windet sich eine Schlange das linke Bein runter aus dem Bild. Wilkes hat Mitte der Neunzehn-neunziger Jahre die Legendary Shack Shakers gegründet, eine südgotische Rock- & Bluesband, zu deren Fans der legendäre Stephen King zählt. Und der ebenfalls legendäre Jello Biafra (Dead Kennedys, Melvins & Jello Biafra).Der Rolling Stone verlieh J. D. Wilkes 2015 den Titel des besten Frontmanns & rundum den Globus wurden seine atemberaubenden Texte gelobt. Die Legendary Shack Shakers tourten unter anderem mit Robert Plant & The Black Keys. Vergleiche mit David Byrne, Iggy Pop oder Jerry Lee Lewis bezogen sich auf Wilkes drahtige Figur & seine intensiv-glühenden Live-Performances. Unterstützt von einer All-Star-Truppe aus dem Süden (u.a. Mitglieder von The Squirrel Nut Zippers & The Drive-By Truckers!), formt Wilkes eine Klanglandschaft aus den vielfältigen Stimmen Kentuckys – von der alten Musik der Appalachen bis hin zu den Cajun-, Jazz- & Inselmusik der kreolischen Niederungen. So, let's start the Parr-Wilkes-trip to Last Island @ the Mississihl, Zwingli-Zwingzwang-Zureich, Schweiz-Suisse-Svizzera-Switzerland, Europe, Planet Earth, Milky Way, Universe! Ten - nine - eight - seven - six - five - four - three - two - one - !

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