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Feins Z'Mittag gibt's vom 19. August bis und mit 23. August 2019
Am liebsten gelesen, gehört und angeschaut ...
Mittwoch, 11.09.2019, 20Uhr20
Eintritt: 28.–
Charlie Parr
Der Mensch wirkte in den Neunzehn-achtziger-Jahren ziemlich verwirrt & schüchtern, während er auf der Suche nach Spider John Koerner seine Songs performte.

Er traf ihn dann etwa 100 Meilen nördlich an der Viking Bar. Das schlug den zündenden Funken. Wie der Incredible Hulk durch eine Überdosis an Gammastrahlung zur grünen Naturgewalt mutierte, wurde Charlie Parr hinsichtlich Brotjobs in Nullkommanix praktisch unvermittelbar & inkompatibel. Kein Chef würde ab sofort mehr mit ihm scheffeln können. Aber who the fuck ist Spider John Koerner? – Auf seiner offiziellen Website heisst es: «Spider» John Koerner, traditional American folk and country blues musician, rhythmic guitarist, song-crafter, singer, and humorist, shapes his musical style from a solid foundation of study of the old blues masters, respect for the traditional song, and a firm command of his source material. Unverwechselbar, schon bei seinem ersten Gitarrenton sei klar, wer da spielt. Ein gewisser Bob Dylan erwähnt ihn in seinen Chronicles. Nun, wer die Ekaspaden unseres in Duluth lebenden Superhelden Parr auf seiner Nonstop-Tournee verfolgt hat, weiss bereits, dass seine Songs live voll reinhauen in unsere Guts. Über ein Dutzend Alben später ist Parr bekanntlich auf den Hund gekommen: Auf seiner aktuellen Platte «Dog» gräbt er tiefer, tiefer & noch tiefer. «I want my son to have this when I'm gone», singt Charlie Parr im Eröffnungssong Hobo. Nachdenklich & ernsthaft, lebensfroh & zuversichtlich. Parr kehrt sein Inneres nach aussen. Eigentlich wollte er das Werk ganz alleine einspielen, aber letztlich arbeitete er dann doch wieder mit seinen alten Kumpeln: dem Folker Jeff Mitchell, dem Perkussionisten Mikkel Beckman, dem Harmonikaspieler Dave Hundreiser & der Bassistin Liz Draper zusammen. «I wrote all the lyrics on these giant pieces of paper, and I had highlighters, and I assigned them each a color. I was going to be super organized. And then we started playing, and all of a sudden none of that even mattered. These stupid highlighters, the pieces of paper – I should have just trusted in the beginning that these friends would know how to take care of my songs.» Und nun kommen wir wieder voll auf den Hund: «I have a dog, her name is Ruby but I call her Ruben, and we go for these long, crazy, chaotic walks. Because I decided a long time ago that I get along really well with this dog, and I was taking her for walks, and she wanted to go this way, and I wanted to go that way. And then I thought, why are we going to go this way and not that way? Maybe I should be the one getting walked. Maybe I'll learn something. So I follow the dog.» Und Ruben ging zum Regenbogen & von da immer der Nase nach direkt auf die Weltbedeutungsbretter unserer allerletzten Schatzinsel.


JD Wilkes
Der in Paducah, Kentucky, lebende Musiker, (Comic-)Künstler, Autor, Filmemacher & selbsternannte Südsurrealist J.D. Wilkes musiziert allerhand Instrumente verdammt versiert – insbesondere Mundharmonika & Banjo. 

Er hat schon mit Leuten wie Merle Haggard, John Carter Cash, Mike Patton & Hank Williams III Songs aufgenommen. Als Autor veröffentlichte er mit «Barn Dances and Jamborees Across Kentucky» eine Geschichte der sozialen Musik- und Tanzgeschichte seiner Heimat; im Dokumentarfilm «Seven Signs» untersucht er Musik, Mythen und den amerikanischen Süden – er lief auf dem britischen Raindance Film Festival. Wilkes jüngstes Soloalbum «Fire Dream» (2018) zeigt auf dem Cover den augenverglasten Meister mit Elvistolle, bei brünstigem Vollmond das Teufelsbanjo zupfend, während eine laszive Traumtanzfrau sich im brennenden Ölfass räkelt; daneben ein brennender Dolch. Aus seinem Hosensack windet sich eine Schlange das linke Bein runter aus dem Bild. Wilkes hat Mitte der Neunzehn-neunziger Jahre die Legendary Shack Shakers gegründet, eine südgotische Rock- & Bluesband, zu deren Fans der legendäre Stephen King zählt. Und der ebenfalls legendäre Jello Biafra (Dead Kennedys, Melvins & Jello Biafra).Der Rolling Stone verlieh J. D. Wilkes 2015 den Titel des besten Frontmanns & rundum den Globus wurden seine atemberaubenden Texte gelobt. Die Legendary Shack Shakers tourten unter anderem mit Robert Plant & The Black Keys. Vergleiche mit David Byrne, Iggy Pop oder Jerry Lee Lewis bezogen sich auf Wilkes drahtige Figur & seine intensiv-glühenden Live-Performances. Unterstützt von einer All-Star-Truppe aus dem Süden (u.a. Mitglieder von The Squirrel Nut Zippers & The Drive-By Truckers!), formt Wilkes eine Klanglandschaft aus den vielfältigen Stimmen Kentuckys – von der alten Musik der Appalachen bis hin zu den Cajun-, Jazz- & Inselmusik der kreolischen Niederungen. So, let's start the Parr-Wilkes-trip to Last Island @ the Mississihl, Zwingli-Zwingzwang-Zureich, Schweiz-Suisse-Svizzera-Switzerland, Europe, Planet Earth, Milky Way, Universe! Ten - nine - eight - seven - six - five - four - three - two - one - !

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