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Feins z'Mittag vom 24. Juni bis und mit 28. Juni 2019.
Am liebsten gelesen, gehört und angeschaut ...
Band...
Samstag, 15.06.2019, 20Uhr20
Eintritt: 20.–
Sasebo
Wenn eine Band japanisch-bayerischen Anarcho-Blues spielt & nur Zeitungsartikel als Infos schickt, dann ist sie wohl schon mal gut & berühmt unterwegs. Und vor allem: Live & quicklebendig.
Drum erwähnen wir an dieser Stelle also erst mal die Mitglieder & ihre Instrumente, bevor wir die Fremdtexte mundfaul & freifrech copy-pasten & ganz wenig in unserer Inselmanier redigieren: Toshio Kusaba – Vocal & Lamento; Carl Tokujiro Mirwald – Vocal & jap. Schlagwerke; Tinka Kuhlmann – Akkordeon & Vocal; Yutaka Minegishi – Guitar; Ivi Vukelic – Guitar; Dirk Eisel – Drums; David Bielander – Klarinette, Piccolo & Saxofon; Andreas Koll – Tuba. So & jetzt, Bühne frei für den Musikjournalisten & SZ-Redaktör Johannes Waechter: «Was für ein Schrei! Entweder hat da einer einen Orgasmus, eine grosse Wut auf etwas oder sich gerade den grossen Zeh gestossen. Vielleicht auch alles zusammen. Sasebo beginnt jedenfalls mit einem Urlaut, bei dem Howlin’ Wolf Pate stand & der gleich klar macht, was hier gespielt wird: Blues. Natürlich nicht der tausendfach gehörte Klischee-Blues mit endlosem Gitarrengegniedel, sondern bayerisch-japanischer Anarcho-Blues, der Ry Cooder, Tom Waits & Captain Beefheart verarbeitet, aber auch japanische Folksongs & Karaoke-Melodien aus den Siebzigern. ... Mit grosser Intensität & gelegentlicher Lust an der Zerstörung bearbeiten sie diverse Musiktraditionen ihrer Heimat, wobei Instrumente wie Tuba, Klarinette, Akkordeon, Maultrommel & singende Säge genauso zum Einsatz kommen wie japanische Schlagwerke. Heraus kommt ein moderner, globaler Underground-Blues, der dank der Sasebos Freude an Schmerz & Konfrontation auch live hervorragend funktioniert.» Vorhang. Schnitt. Auf tritt Herr Jürgen Moises, ebenfalls von der SZ: «Die ersten, gezupften Gitarrenakkorde klingen eindeutig nach amerikanischen Südstaaten, das heisst auf jeden Fall: vertraut. Wenn kurz darauf Carl Tokujiro Mirwald mit seiner tiefen japanischen Stimme losjault, eine Snare dem Ganzen einen Marsch-Rhythmus verpasst & neben einem Akkordeon & einer tiefen Tuba irgendwann auch noch eine Maultrommel losquakt, dann ist man doch etwas verwirrt. ... Was ist da los? Hat sich hier ein japanischer Captain Beefheart mit bayerischer oder osteuropäischer Folklore infiziert? Irgendwann erscheint einem das, was die achtköpfige Münchner Formation unter dem Label Japanisch-bayerischer Anarcho-Blues da alles treibt, aber ganz selbstverständlich. Bis auf die japanischen Texte. Die bleiben fremd. Aber das soll laut Bandgründer Toshio Kusaba auch genauso sein. Damit man auf ihren Klang & weniger auf ihren Inhalt hört. Gegründet hat der Musiker, Koch & Lebenskünstler Toshio Kusaba Sasebo vor fünf Jahren als Ausstellungseröffnungs-Band. Es folgen Auftritte in Galerien, auf Festivals, in Kneipen, im Herzkasperlzelt auf dem Oktoberfest & in fast allen Münchner Live-Schuppen.» Und nun also hier, auf unserer allerletzten Herzkasperlinsel, dem zächsten Live-Schuppen in Zwinglitown. Wir trutzen der worldwiden Geldvernichtungsmaschine, die den Globus in die musikalische Sintflut stürzt & führen bis auf den letzten Zacken künstler*innenfreundliche & überraschende Konzerte durch, obwohl wir eigentlich auch nur noch Tickets verkaufen sollten. Denn das allein schenkt im pervertierten Konzertbusiness gspässigerweise noch so richtig ein; sogar die grossen Musikkonzerne schreiben rote Zahlen (s. Berthold Seliger im ellokalen Mai-Programm, der für seine aufrüttelnden Ausführungen bei M4-Music im vollen Moods Standing Ovations bekam).
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