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Feins z'Mittag vom 22.01.2018 bis und mit 26.01.2018
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Yiddish borderland bandistas mit Punkattitüde
Samstag, 27.01.2018, 20Uhr20
Eintritt: 25.–
Daniel Kahn
& The Painted Bird
«Freiheit ist ein Verb, aber wir können es überleben», lässt der in Berlin lebende Detroiter Daniel Kahn optimistisch verlauten.

Mit dem neuen Album «The Butcher’s Share» machen Daniel Kahn & The Painted Bird ihrem Ruf als radical Yiddish borderland bandistas mit Punkattitüde alle Ehre. Es ist das kraftvollste & komplexeste Werk, das sich der grossen politischen & persönlichen Themen unserer Zeit annimmt. Kahns Lieder zur Apokalypse sind eine klare Ansage an die Adresse einer Gegenwart mit supertrümmligen Untergangspussygrabschern & Kriegs- & Hasspredigern diverser Couleur. In den Jahren seit «Bad Old Songs» (2012) – wie das Vorgängeralbum mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet – hat der Songpoet die Band mit neuen & alten Weggefährten neu formiert: Der Berliner Klezmer-Veteran Christian Dawid sorgt mit seinem Arsenal von Blasinstrumenten für den Sound einer betrunkenen Seemannskapelle, die eine jüdische Hochzeitsfeier aufmischt; Jake Shulman-Ment zieht & stösst seine Geige wie eine affenscharfe Rasiermesserklinge durch die Stücke; der bewährte Schlagzeuger Hampus Melin sorgt mit perkussiven Sounds für den nötigen Drive; Michael Tuttle schlägt den Bass gewohnt furios & super sensibel. Das Ganze hat die Intensität einer Jiddisch-Party wie es sonst nur Balkan-Bands oder die unvergessenen Bratsch auf unsere Weltbedeutungsbretter zu tätschen vermögen. «The Butcher’s Share» wartet mit einigen von Kahns allerbesten Songs auf. Der Sänger, Gitarrist & Akkordenspieler ist in absoluter Topform. Die Scheibe klingt wie eine Greatest Hits-Compilation mit lauter neuen Songs. Komisch. Albtraumhaft. Todtraurig. Wild. Tanz mit mir! Wottsch Lämpe, oder was?! Punk, Klezmer, Jazz, Brecht, Waits, Folk-Balladen – Kahn & seine Malvögel schmuggeln die Songs durch alle Zeitsprünge, Sprachen, Kulturen, Genres oder Traditionen.

 

Daniel Kahn & The Painted Bird sind für den Klezmer, was die Pogues für den Folk waren: Sie versetzen die Tanzmusik der osteuropäischen Schtetl mit einer ordentlichen Portion Punk. Kahn schreibt grossartig schräge Texte zwischen Leonard Cohen und Mordechaj Gebirtig, zwischen Nick Cave und Hirsch Glik. – Die Zeit

Wie der Musiker unbekümmert durch Genres wandert, hier eine Klezmer‐Phrase streut, dort infizierende Polka­Rhythmen einsetzt, dazwischen irische Erinnerungen aufleuchten lässt, robuste Shanty‐Selbstversicherung und Blues zitiert oder die Euphorie der Balkan‐Gypsys beschwört, ist bemerkenswert. Nicht nur wegen der Vielfalt an sich, sondern auch wegen der Stilsicherheit, die Kahn dabei zeigt. – FAZ

Über Brechts Frage ‚Wovon lebt der Mensch?‘ eröffnet die Band ihr hintersinniges Tanzvergnügen. Alles hopst und trinkt und Kahn singt von Revolution, Whiskey und Zion, innerer Emigration und Parasitentum. – Rolling Stone

Daniel Kahn & The Painted Bird spielen im Kaffee Burger Verfremdungsklezmer: Vorwärts marschierend und rückwärts erinnernd bewegen die Songs von Brecht, Tucholsky und der jiddischen Arbeiter Herz und Beine.(…) Es ist ganz grosse Kunst, die Daniel Kahn & The Painted Bird machen. – taz

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