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Unheilbare Romantik
Samstag, 26.01.2013, 20Uhr20
Lokalbühne
Maximilian Hecker (DE)
In Asien ist er ein Star. Ein Gott. Von Hongkong bis Südkorea. Sein Debüt-Album «Infinite Love Songs» erreichte die Beste Alben-Top Ten-Liste der New York Times. Als der unheilbare Romantiker & Melancho-Drama-Pop-Sänger Maximilian Hecker wirklich echt verzweifelt & total absolut unheilbar hoffnungslos mit seinem Dasein haderte, traf er in Tokio die Prostituierte Nana und ihn der Blitz.
Neugeboren lässt er sich auf der Stelle Gesichtswolle wuchern, läuft in Jogginghosen rum, lässt das Poppen Poppen sein und veröffentlicht ein Album mit dem träfen Titel «I'm Nothing But Emotion, No Human Being, No Son, Never Again Son» auf dem Eigenlabel Blue Soldier Records. Davon und von seinem wahnsinnig kompliziert-sensiblen Innenleben kann er uns stundenlange Liedchen singen, der strange Junge von nebenan.

Im Interview auf whiskey-soda.de: «Ich hab immer so 'ne märtyrerhafte, grandiose Vision meiner selbst. Der Isolierte, der gar nicht mehr das Haus verlässt, einen ganz langen Bart trägt, Joghurt- oder Essensflecken am Hemd hat, und unter einem Tremor leidet, irgendwie zwanzig Red Bull am Tag trinkt und dabei zum Autisten geworden ist, der dann also wahrscheinlich für psychisch krank erklärt wird – doch wenn er dann ans Klavier gesetzt wird, dann singt er wie ein Engel. Das ist so die grandiose und, wenn man so will, pubertäre und hyper-romantische Sichtweise. Der Romantiker ist einfach für mich dieser Joghurtflecken-Typ. Der Romantiker hat nicht irgendwie den Künstlerschal umgeworfen und säuselt herum, sondern der Romantiker zittert und hat Joghurtflecken und für ihn gibt es nur eine Möglichkeit, Frieden zu empfinden. Die Musik... oder Kunst im Allgemeinen.»

Sein neustes & siebtes Ding heisst «Mirage of Bliss» enthält 12 Songs, ganz ohne Joghurtflecken, wurde von Martin Glover aka YOUTH (The Verve, Embrace, Killing Joke, The Fireman mit Paul McCartney) in zwei Wochen Südspanien produziert und erscheint parallel zu Heckers schriftstellerischem Debüt «The Rise and Fall of Maximilian Hecker»! Und er lässt wie eh & je grosse Popmomente sich entfesseln. Der ewige Widerstreit seiner Sehnsucht nach Liebe & Nähe und dem gleichzeitigen Wunsch nach Isolation. Hat der Zuckerbrot- & Peitsche-Pathetiker dann die Liebe gefunden, seckelt er davon. Brit Pop, das gesamte Programm von Coldplay-Gitarren über Travis-Geschrammel bis zu orchestraler Pathetik. Irgendwo zwischen Radiohead und Antony & The Johnsons. Am letzten Studiotag habe Glover zu «The Whereabouts Of Love» wie ein Irrer durchgetanzt. Ein Musikirrer halt. Ein Herzblutmusiker. Wie Hecker. Heckers regressive Sehnsucht, in «goldenen Meeren der Betäubung und des Wahnsinns zu ertrinken» (Mirage Of Bliss part I&II), seine Vision der «Verlorenheit rasender Liebe» (The Forsakenness Of Raging Love) – das alles scheinen Metaphern seiner Flucht auf Bewährung zu sein. Hier bei uns für euch & hautnah könnt ihr die unhektische, aber grandiose Flucht aus Heckers Küche live mitverfolgen.
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