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Punk liegt in der Luft, ein Hauch Fiesheit.
Montag, 14.05.2012, 20Uhr20
Lokalbühne
Johnny Dowd (USA)
Der Schmerz ist spürbar, Religion ist Thema, aber nur schwer rollstuhlgängig oder auf freigeschabten Kniescheiben über Rollsplit zur Heiligen Bernadette in Lourdes rutschend.
U-70, urchig, archaisch, intensiv, authentisch: Johnny Dowd (*1948) trinkt gern Whisky und singt wie «ein Serienkiller, der in einem Staubsauger gefangen ist.» Der frühere Möbelpacker und Vietnamveteran war immerhin mal zwei Wochen lang verheiratet. Und er lässt die Gitarren heute noch wuchtig krachen, zusammen mit funky Orgeln und trieb-schepperndem Schlagzeug, als hinge sein Leben davon ab. Das tut es auch. Tarantino-Country für die einen, Lynch-Gothic für die anderen. Der Schmerz ist spürbar, Religion ist Thema, aber nur schwer rollstuhlgängig oder auf freigeschabten Kniescheiben über Rollsplit zur Heiligen Bernadette in Lourdes rutschend. Punk liegt in der Luft, ein Hauch Fiesheit. Zynismus wird Ironie und Jim Morrison zum unbekannten Soldaten auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris. Irgendwann nennt man das Kult, Brian Wilson und Jim White können nicht irren. Und wir Inselbewohner haben JD ja längst die Unsterblichkeit der el Lokal Hall of Fame verliehen. «Das ist das Album, das ich seit langem mal machen wollte,» sagt Dowd zu seinem neusten Streich «Wake Up The Snakes» und führt uns souverän zurück in die Zeit, als Soul-Musik auf Garage-Rock traf. Verzerrte Bässe, Farfisa-Orgel und viele «My baby left me»-Texte. Mal wieder was anderes für den umtriebigen Texaner, der seit seinem ersten Album 1997 entlegenen Pfade zwischen Country, Blues, Rock’n’Roll für sich und uns neu entdeckt hat. Also: Auf in unsere paradiesische Schlangengrube auf der aufgeweckten Weltkulturinsel am Krokosihl River.
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