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Amerikanische Folkmusik im echten Wortsinn.
Montag, 16.01.2012, 20Uhr20
Lokalbühne
Slim Cessna's Auto Club (USA)
Die Autoclub-Mitglieder stammen aus grossen Bands unseres Vertrauens wie Wovenhand, Delta 72, 16 Horsepower, The Denver Gentlemen. Der Sound ist roh, ungezügelt & sackradikal. Intelligente & originelle Lyrics.
Und wie ihr Ex-Labelscheff & Tote Kennedy Jello Biafra sagte, der SCAC sei die Band, die den Country Sound der Bar am Ende der Welt spiele. Ungeklärt & scheissegal bleibt die durchaus berechtigte Frage, ob er den Arsch der Welt meint oder den Weltuntergang. Uns, auf der allerletzten & allerschönsten Insel an der ewigblauen Mississihl, jedenfalls braucht das nicht zu beschäftigen. Hauptsache, die SCAC-Jungs riechen in unserem ellokalen Grossjungsfraumünster nicht nach werkstättlichem Wundermittel WD40, sondern nach Schwefel, Schweiss, Herzblut, Whisky, Tränen & Weihrauch, wenn sie beweisen, dass sie die besten Live-Performer des Universums sind.

Die siebte Scheibe der bis zu diesem Abend «besten Live-Band Amerikas» (Spin Magazine & No Depression) heisst «Unentitled» und zeigt ein weisses Kirchlein auf schwarzlöchernem Nichts & untergangsfarbenem Hintergrund. Am siebenten Tage (des Jüngsten Gerichts?) ruhete ER. Nicht so Slim Cessna’s Auto Club aus Denver/Colorado. Der ist so unruhig & fantastisch wie eh & je. Und so unfassbar & mannigfaltig wie Amerika selbst. Mit «Unentitled» bringt er ein weiteres Meisterwerk zur Welt, das zweifellos bombastisch viel weniger einbringen wird als Popper Ratzi’s «Alma Mater - Featuring The Voice of Pope Benedict». Aber das Göttliche wird Papa Ratzi nie auch nur annhähernd touchieren. Dazu braucht es mehr Seelentiefe als das allmächtige Vertriebsnetz des Vatikans.

Dazu braucht es eben so eine grossartige & ehrenwerte Schweinepriesterbande wie den SCAC mit zwei magisch-manischen Sängern, die den unschubladisierbaren & unbändigen Sound prägen: Slim Cessna (The Denver Gentlemen, 16 Horsepower) und Jay Munly (16 Horsepower) predigen ihre Songs mit der Intensität und dem Pathos einer geheimen Messe von Jedi-Rittern, Freimaurern & weiss-der-Geier, was für unheilige Wesen da noch mitmischeln & -zischeln. Und es wird nicht lange gefackelt: Anleihen aus Zappenduster-Indierock, Gothabilly oder A-Capella-Balladen, Cajun & Freakfolk, mitreissender Gothic-Alternative-Country-Blues, quasi alttestamentarischer Southern Gospel, melancholisch-verheissungsvolle Americana plus eine tüchtige Portion Schweinepunkrock. Alles mit einem satten Schuss Ironie, erzählen fantastische Stories von Gewalt, Liebe, Hoffnung, Alkohol, Glauben, Schuld, Obsession & Vergeltung. Weit in die Sümpfe & Brachen der Seele treibt uns der SCAC mittels subtiler Schattierungen von Licht & Finsternis.

Cessna: «Ich glaube nicht, dass es richtig ist, uns in die eine oder die andere Schublade zu stecken.» Und die Götter des Folk’n’Rolls werden erneut in Vollversammlung erscheinen zu dieser Teufelsbratenmesse. «Amerikanische Folkmusik im echten Wortsinn. Wir erzählen Geschichten», so Cessna. Und sie bringen wärmendes Feuerflackern in das winterliche Dunkel am trügerischen Ufer (siehe Hochwasserwarnschild! Ubasse, das Leben ischt sehr lebensgefährlich, gell!) des schwarzfriedlich im Mondschein dahingleissenden Mississihl-Lavastromes. Der Himmel kann warten. Höher hängen nützt nix. Let’s ride straight to hell & up to the stars! Hell-oh-lu-jah!!!

«For years, the Auto Club has been considered the best live band in Denver. Hell, they might be the best band in America as well!»
– GADFLY MAGAZINE

«Twice the power and energy of those Nick Cave shows.»
– SAN FRANCISCO CHRONICLE

«If I had to be stuck in a bar, forever with only one band playing nightly, it would definitely be Slim Cessna's Auto Club.»
– AQUARIUS
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