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Kühne Klänge
Sonntag, 11.05.2008
Lokalbühne
Carla Bozulich's Evangelista
Zuletzt fiel die ehemalige Geraldine Fibbers-Vokalistin Carla Bozulich schon mit ihrer eigenwilligen Neuinterpretation von Willie Nelsons Opus Magnum "Red Headed Stranger" auf (mit Willie himself an Bord) - jetzt geht sie einen Schritt weiter:
Denn für diese Musik gibt es keinen Gattungsbegriff. Bozulich hat sich erneut nach Montreal begeben, um ihr zweites Album "Hello, Voyager" (nach "Evangelista" 2006) für das avantgardistisch orientierte Constellation-Label aufzunehmen. Entstanden ist das Ganze im Heimstudio von Efrim, einem der Geister hinter Godspeed You Black Emperor und A Silver Mount Zion, zu hören
sind auch weitere Musiker aus dem Montrealer Constellation-Umfeld, dazu kommt der Multiinstrumentalist Shahzad Ismaily.

Die Presse schreibt von "dunkelrot glühenden, zerbröselnden Soundscapes, erzeugt mit kratzenden Streichern, Einton-Orgeln und leiernd-geloopten Field Recordings". Diesem ebenso merkwürdigen wie stimmungsvollen Klangteppich passt sich auch Bozulichs Stimme an: gebrochen, expressiv, frei schwebend - und getragen von einem verzweifelten Gospel-Vibe. Neben einzelnen Gitarrentupfern und verlorenen Pianoakkorden dominieren die eher lose organisierten Streicher, zusammengehalten von einem jenseitigen Drone, der der Musik eine sehr eigenartige, aber auch extrem faszinierende Aura verleiht. Als Referenzen vielleicht: Natalie Merchant (das Dunkel-Verzweifelt-Traditionelle), Coco Rosie (der losgelöste Umgang mit Stimme und Klängen), Hugo Race (das Cineastisch-Klangmalerische). Kühne Klänge, mit außerordentlich suggestiver Wirkung. Ganz sicher eine der spannendsten Künstlerinnen der US-Szene heutzutage, und ihr Song "The Blue Room" ist ein Monolith moderner Songwriter-Kunst. Auf Tour mit Tara Barnes und einer insgesamt fünfköpfigen Band. Highlight! Im britischen Magazin "The Wire" Album des Monats März!

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