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Black & Blue
Dienstag, 13.10.2009
Lokalbühne
Chris Garneau
Ein 24-Jähriger im Körper eines 16-Jährigen. Oder einer Frau. Androgyn genug wirkt er. Und die Dauervergleiche mit Rufus Wainwright gehen im auch auf den, äh, Sack.
Denn sie sind schlicht und einfach total daneben und überflüssig wie zwei Kröpfe. "Music For Tourists" heisst sein Erstling. Bittere Texte eines weisen Mannes. Gut abgehangen, gut gescheitert. Oder auch nicht. Eine Stimme, die dir sogar einen Mähdrescher andrehen könnte, solltest du auch nie im Leben einen wollen. Kumpel Jamie Stewart (Xiu Xiu) hat Chris bei Absolutely Kosher empfohlen, dem Indie-Label von The Hidden Cameras, Sunset Rubdown, Mountain Goats. Garneau steht in direkter Tradition von Künstlern wie Patrick Wolf, Regina Spektor, Matt Hales (Aqualung) oder Sufjan Stevens, die trotz intimster Texte und fesselnder Intonation für den Mainstream zu kantig sind. Auch Garneau distanziert sich durch Pose und ein gesundes Mass an Selbstironie von Pop-Klischees. Mord und Totschlag, Lügen, Vergessen, Verdrängung, der ganze Kasumpel, der das Leben ebenso ins Straucheln bringt wie er uns auf ewigvergänglich währende Umlaufbahnen des Glücks befördert. Wir sind ja alle nur Touristen auf diesem blauen Planeten. Also Leute, hier spielt die Touri-Musik! Packt eure Koffer und eure Sonnenbrillen ein – vergesst aber nicht, drei-vier Packungen Papiernastüechli – und begebt euch wider die Leichtigkeit und für das Hadern zu uns an die emotionalste und universumweit einzige Nicht-Unesco-aber-Weltkulturerbe-Insel an der allesfliessenden Sihl. – nach spex
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