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Dienstag, 24.11.2009, 20Uhr20
Lokalbühne
The Duke & The King
Neil Young und Marvin Gaye nehmen die Kultscheibe des neuen Jahrtausends auf. Oder so. Jedenfalls drängen sich derart unbescheidene Vergleiche auf, wenn von The Duke + The King – frei nach Mark Twain’s „Huckleberry Finn“ – die Rede ist. Sie selbst deklarieren sich auf Youtube als Glam-Soul-Folk-Trio aus New York; mit drei singenden Drummern, die auch andere Instrumente beackern. Denn sie hatten keine Wahl!

The Duke: Simone Felice, The King: Robert Chicken Burke, The Deacon (Diakon): (Black Jim) Nowell Haskins singen von einem Parkplatz, den Jesus vergessen hat und von Mama’s schlechten Pillen. Musikalisch knöcheltief in den frühen Siebzigern steckend, klingt das aber alles, als ginge es uns auch morgen noch etwas an. Und zwar wirklich. So ergreifend kann das nur Simon Felice, der mit den Felice Brothers dieses Jahr schon einen grossen Wurf gelandet hat ("Yonder Is The Clock").

Aus der gemeinsamen Erinnerung an ewige Freundschaft in unschuldig zerrissenen Jeans, einem frischen Schicksalsschlag und der Einsicht, dass "One More American Song" nie genug sein kann (aber meistens alles ist, was bleibt), schöpfen The Duke + The King für "Nothing Gold Can Stay" zehn berückend schöne Happysad-Songs, die noch am Ende des Jahres und darüber hinaus zum Besten Nullnullneuns gehören werden. Garantido. Mit Bassy Bob Brockmann mischt ein Mixer mit, der auch HipHop kann und die Snare-Drum zwischendurch mal etwas lauter dreht. Aber das passt haarscharf wie die Faust aufs Auge. Wie sich das Schlagzeug zetbeh in "If You Ever Get Famous" dann doch noch reinschleicht, als man nach zwoeinhalb Minuten nicht mehr wirklich damit rechnet, das hat schon Klasse. Oder wie Felice im warm-nostalgischen "Water Spider" singt: "Jesus walked on water", um dann knochentrocken hinterherzuschieben: "but so did Marvin Gaye." Goldene Momente nicht nur für schulschwänzende Lausbuben und –mädels auf unserem klangwellenshakenden Bühnenfloss an den Ufern des Mississihl-River.

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