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Feins z'Mittag 
vom 4.-8.3.24
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Montag, 18.12.2023, 20Uhr20
Lokalbühne
Boubacar Traoré (ML)
Zu Boubacar «Kar Kar» Traorés Hits «Mali Twist» & «Kar Kar Madison» tanzte ganz Mali, als in London die Rolling Stones noch als Coverband auftraten.

Wie die Rollenden Urgesteine tourt auch «Kar Kar» nach wie vor durch die Welt. Mit dem Unterschied, dass er keine Stadien füllt, umso tiefer Herz & Seele rührt. Der mittlerweile 81jährige Boubacar Traoré (*1942 in Kayes, Mali) verzaubert uns & unsere Weltbedeutungsbretter seit es uns kulturbeizmässig gibt – etliche Male in el Internacional & el Lokal. Musiker, Bauer, Weltenbürger: Ein Leben wie ein Roman. Voller Herz, Schmerz & Leben. Voller Blues. Mali Blues. So himmelsjauchzend wie tragisch. In den ersten Jahren des seit 1960 unabhängigen Malis griff der 20jährige Boubacar Traoré zur E-Gitarre & prägte den Sound des jungen Staates. «Die Gitarre zog mich magisch an», versucht er die Beziehung zu seinem Instrument zu beschreiben. Jeden Morgen spielte das Radio seinen «Mali Twist». Kar Kar wurde zum Idol für die ganze afrikanische Westküste. Sie nannten den Dribbelkünstler im Fussball «Kar Kar»: karikari sagt man, wenn einer (zuviel) gut dribbelt. Weil er auf der Bühne immer eine schwarze Lederjacke trug – wie Elvis & Chuck Berry – hiess man ihn auch «Kar Kar, le blouson noir». Mit dem Militärputsch 1968 wurden seine Songs aus dem Radio verbannt & Traoré musste als Bauer seine Familie ernähren. Kar Kar wurde vergessen & in den 80ern wiederentdeckt. Der Tod seiner Frau unterbrach das Comeback erneut. Traoré zog nach Paris & schlug sich als Bauarbeiter durch. 1990 schliesslich war er zurück auf der Bühne & nahm in kurzen Abständen sechs Alben auf. Sehr bald war die Mundharmonika von Vincent Bucher das klangliche Alter Ego von Traorés Stimme & Gitarrenspiel. Auf unseren Inselplanken wird ein noch unbestätigter Perkussionist die beiden unterstützen. Spätestens seit der Jahrtausendwende gilt Kar Kar als einer der grossen Pioniere moderner Mandingo-Musik. Der nimmermüde Ewigjungspund verbindet charakteristische Spieltechnik, Ideen & Geschichten aus Westafrika mit der Philosophie des Blues aus dem Süden der USA. Seine Gitarre perlt wie eine Kora. In der Tradition von Kassonke. Gut zu hören auch auf seinem letzten Album «Dounia Tabolo» (2017), aus der Traorés Mali Blues stammt. Vierzig harte & entbehrungsreiche Lebensjahre fliessen in die ruhigen Geschichten & Lieder ein. Mit dem Grundton menschlicher Wärme & Lebensliebe. Dezent swingend & hochpoetisch. Wer diese zauberhafte Musik noch nie gehört hat, der oder dem fehlt ein Herzstück zum Glück. Der grosse Dribbler & Musiker Kar Kar entführt uns in ein Afrika jenseits von Klischees & Vorurteilen. Und hoffentlich wird er noch viele Male wiederkommen auf unsere allerletzte Weltmusikinsel an der sanft murmelnden Mississihl. – «Je chanterai pour toi», pour toujours et un jour! 


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el Lokal