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Am liebsten gelesen, gehört und angeschaut ...
Die allerletzte Insel an der Sihl
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CORONA lokal-BÜCHERGESTELL / "Frühling 2020"

Den schönsten Seiten die Buchstaben vom Papier weggelesen und die Bilder ins Kopfkino gebeamt (der Buchhändler unseres Vertrauens Ricco Bilger >>> info@sec52 <<< freut sich über Eure Online-Bestellungen):

'True Stories: Die besten Reportagen der Welt 2019' (ab 3.4.2020)

Reportagen No.52 / Mai 2020

'Archiv der verlorenen Kinder' / Valeria Luiselli (Kunstmann)

'Worauf du dich verlassen kannst' / Kate Tempest (rororo)

'A Typical Girl' / Viv Albertine (Slits) (Suhrkamp Nova)

'Der Anfang einer Zukunft' / Kenneth Bonert (diogenes)

'Tisch und Bett' / Wiglaf Droste (Gedichte Kunstmann)

'Der Gesang der Flusskrebse' / Delia Owens (hanserblau)

'Die Reisenden' / Regina Porter (S. Fischer)

'Vom Imperiengeschäft' / Berthold Seliger (Edition Tiamat)

'Die jungen Bestien' / Davide Longo (Rowohlt)

'2067' Nr.41, März 20 / Simone F. Baumann (Der spannendste Schweizer Comic)

'Route 66' / Thomas Ott (Louis Vuitton Travel Book)

'Trüb' / Sarah Schulman (ariadine)

'Cameron' / Hernan Ronsino (bilgerverlag)

'Überwintern' / Urs Zürcher (bilgerverlag)

'Ein feiner Typ' / Willy Vlautin (Berlin Verlag)

'Meine Schwester, die Serienmörderin' / Oyinkan Braithwaite (Blumenbar)

'Heimweh nach einer anderen Welt' / Ottessa Moshfegh (liebeskind)

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Hello V

I too was looking forward to the Lokal gig - I kept saying to myself that even if every other gig is awful, at least the Lokal gig will be great.

We're all good here - I've been self isolating for years, so it suits me fine.

G. has asked if I want to rescedule the tour during the first week of September.  If that doesn't work for you, we'll find a weekend soon and I'll come over and do a one off show.

Glad you're well - 

all the nest from the hills

jeb

jebloynichols.co.uk

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PLAYLIST OF THE WEEK / 27. März 2020

 

'Murder Most Foul' / Bob Dylan (youTube)

'Home In My Arms' / Jeb Loy Nichols (June Is Short July Is Long)

'Two' / Total Shutdown (If the 21st Century Didn't Exist...)

'Please Don't Tell Me How The Story Ends' / Souled American (Nothing Left To Lose)

'Blood Bank' / Bone Iver (Blood Bank EP, 10th Anniversary Edition)

'Seguiriyas' 1972 / Agujetas, Cantaor (YouTube)

'Raga Pilo' / Anoushka Shankar & Patricia Kopatchinskaja (youTube)

'3 Klavierstücke, D.946: No.2 in E Sharp Major, Allegretto' / Dina Ugorskaya (Schubert Sonata, Moments musicaux)

'We Are Not Dead...Only Sleeping / Hawkwind (All Aboard the Skylark)

'In A Silent Way / It's About Time' / Miles Davis and Sly & The Family Stone

'Viva Zapata (Jazz Mariachi)' / Tino Contreras (Jazz Bicentenario)

'Viva Emiliano Zapata' / Gato Barbieri (Chapter Three)

'Sa majesté la mer / Zoufris Maracas (Bleu de lune)

'River Man' / Mich Gerber (Shoreline)

'The Silence Was Your Grey Butterfly Urine and Bedsores / Susan Alcorn (Concentration)

'You Can't Run From The Devil' / Digger Barnes (Next Exit 27)

'Krumme Lanke' / Frederik Kinbon (Songs for Lap Steel and Harmonium)

'Amos' / Jim Sullivan (same)

'Sag mir, Wie lang' / Bohren & Der Club of Gore (Patchouli Blue)

'Albatross' / Fleetwood Mac (The Pious Bird Of Good Omen 1969)

'Albatross' (The Orb Remix) / Chris Coco & Peter Green 

'Petit temps volé' / Leila Martial (Warm Canto; Baa Box)

'ب ن یعك نویز (Noise Bni'ak)' / Mazen Kerbaj (Trumpet Solo, Vol.2.1)

'Badwater' / Bowman Trio (Persistence)

'No Bells Rang That Day' / Rejoicer (Spiritual Sleaze)

'Life Goes On' / Carla Bley (Life Goes On)

'Build a Nest' / Jeff Parker (Suite for Max Brown)

'Throw Another Cap in the Fire' / Riley Downing, Sam Doores (Holy Cross Blues)

'This Ain't A Sad Song' / Sam Doores (same)

'By the Sea' (feat Bonnie 'Prince' Billy & Kate Stables) / Cabane

'Song For the Bearded Lady' / Nucleus (We'll Talk About It Later)

'Mokhtar Mezhoud' / Rahoum Yegoulou Sabrinie (Maghreb K7 Club)

'Wiss uf wiss' / Anna & Stoffner (Gold)

'Al Ward Gamil' / Oum Kalthoum (Cairo Road)

'La Llorona' / Charles Lloyd (8: Kindred Spirits)

'New York is Killing Me' / Gil Scott-Heron & Makaya McCraven (We're New Again: A Reimagining by Makaya McCraven)

'Fuck All the Perfect People' / Chip Taylor (youTube)

'Kinshasa Kin Malebo' / Seskain Molenga (Empire Bakuba Legende)

'Hasara Ya Moto' / Afro 70 (Urgent Jumping! East African Musiki Wa Dansi Classics)

'Kiss Cha Moto-Moto' / J.P. Odera (Kenyan Songs and Strings)

'World Citizen - i won't be disappointed' / David Sylvain (Babel Soundtrack)

'Crocodile Shoes' / African Head Charge (1981 - 1986)

'Out Of the Picture' / Pierre Omer & the Nightcruisers (Time flies)

'Zug der Verlorenen' / Zeysyg

 

................. checkitout

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Blöd
D‘Wält bliibt schtah, was gaht‘s mi aa, ha scho vorher nüt z‘tue gha mit am morge früeh am 7ni uufstah und mit allne Tuble vor de Bustüür aastah, zum brav is Büro gah go schaffe!
Jetzt hocked alli dihei am rotiere, stündlich ufem Netz am News studiere, händ Angscht devor, wohi das alles no chönnti füere.
Aber s‘wär doch e Chance emal äs ruigers Läbe z‘füere, nöd jede Tag go Seich konsumiere, s‘Gäld uusgäh womer mues härt verdiene,
go suufe, frässe, scheiss verzelle und verkünde wasmer no alls hätt wele und sich demit ufes Podescht ue z‘stelle!
Im Gägeteil, s’tuet allne gut diheime zbliibe, ziit vertriebe, kontakt mit fremde Lüüt z‘vermiide und sich mal gründlich überlegge
was wichtig isch... und was nöd.
 
Was isch wichtig und was nöd?
Was isch richtig, was isch blöd?
 
Uf Thailand tschette, an Strand go ligge, amne chüele Cocktail nippe, en neue Flachbildschirm go poschte, sich ine volli Disco moschte, Kiffe, Kokse, Pille frässe, zum de graui Alltag vergässe. Da laht mer sich’s gern au ööppis choschte!
Doch anstatt ad Bahnhofstrass go poschte isch jetzt Ziit zum überlegge
was wichtig isch... und was nöd.
 
Was isch wichtig und was nöd?
Was isch richtig, was isch blöd?
 
Klar isch, dass chum isch alls verbi, mir alli säged: Sooo schlimm isch‘s nöd gsii und churzerhand, als wär nüt derbi, gönd go chrämle, reise, stönd uf d’Ski und alles isch wieder so wie immer.
Und das macht die ganzi Sach no schlimmer! So isch de Mänsch, ja klar, so simmer. Drum macht‘s ja chum Sinn z’überlegge
was wichtig isch... und was nöd.
 
De Mänsch isch schlichtwäg z‘blöd!!
De Mänsch isch schlichtwäg z‘blöd!!
---- von «Gottlieb Sturz» – das ganze wird präsentiert auf einem «Cypress Hill-House Of Pain» Groove mit flottem Refrain:
 «Was isch wichtig... und was nöd?»


mitternacht, 16./17. März 2020 - im auge des virus ...
elLokal_170320.jpg
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Corona-Extra, Notfallpäckli-Nummer vom 20. März 2020

 
Egal wie man’s macht, es ist immer falsch, dachte er, und darin schien ihm in dieser fremden Welt ein entscheidender Punkt zu liegen, das ist immerhin mal ein Ansatz, dachte er, vielleicht kann man darüber ja am Wochenende mal in Ruhe nachdenken.
Das meint Frank Lehmann auf Seite 73 in Sven Regeners Roman Neue Vahr Süd, Eichborn Verlag 2004.

Einst war ein Paket ein Paket. Man versandte oder erhielt eine Kartonschachtel, die den unsichtbaren Inhalt auf der Rumpelreise durch die Welt schützte. Und weil im Minimum eine Schnur drum Pflicht war, sagte man volksmundig: ein Paket schnüren. Heute schnüren nur noch legalisierte Bänkräuber*innen – die kommen längst per Batch, Fingerprint usw. statt Pistole an die fremde Kohle – und Politiker*innen undurchsichtige Pakete. Denn Schnüre sind nur noch in den überquellenden Kartonsammlungen Pflicht. Eigentlich.

A Propos Päckli: Wir haben noch ein Ballett voll grundehrlichem Lokalbier, das in einem Monat abläuft. Sollte bei dem Wetter und zwangsgeschlossener Insel vorig zum Austrinken reichen. Für 40 Stützli plus 15 Fränkli Depot pro 20er-Harass liefern wir euch eure Bestellung am 21., 22., 23. März freihaus. Es hät solangs hät! Bestellungen per sofort against Foodwaste an: ellokal@ellokal.ch.

Velofahren, Joggen, Umetuble, dumpfe Technobeats aus sonst unhörbaren Fenstern, eitel Sonnenschein Mitte März – ha, das nette Virüslein beschert uns doch gute Zeiten! Wie schön wärs nun mit Euch auf unserer allerletzten Insel, die Gartenbeiz voll, Schlange vor dem Ausschank und auf dem Männer-WC, der Grill glüht, vom Teufel angeheizt, auf Hochtouren, all das weltverändernde Geschwafel – pure Lebensfreude. Es wäre wohl eine der besten Wochen im 20i geworden. Nix da. Der sogenannt freie Markt wird vom hirnlosen Corona-Sandkörnchen gebodigt. Möglicherweise kommt auch hierzulande der totale Covid 19-Lockdown. Wer hätte das gedacht.

There must be some way out of here, said the joker to the thief
There’s too much confusion, I can’t get no relief
Businessmen, they drink my wine, plowmen dig my earth
None of them along the line know what any of it is worth
Bob Dylan, «All Along The Watchtower»

Die Corona-Revolution frisst ihre Kinder. Kaum muss die deutsche Lufthansa-Swiss ein paar Fliegerchen grounden, ist sie am Arsch und schreit nach Schweizer Fränkli. Soll die mit 60 Steuermilliarden gerettete UBS und der Freisinnhelfen, die den Schlamassel damals mit dem Swissair-Grounding verschuldet haben. Tami. Nichts kommt rein. Bei keinem. Wer zahlt die Mieten? Wie zahlen alle am Monatsende die Löhne? Tausende, von den Sacharbeiter*innen mittlerweile nicht mehr gezählte Kurzarbeitgesuchen liegen in Kisten in den Gängen der Amtsstuben – wer soll das in Heimarbeit gopfertami fair bewältigen? Was passiert mit all den schubladenfreien Selbständigen? Schönredende Schreibtischtäter*innen werden uns @homeoffice wohl nicht wirklich retten. 

Lächerlich, das schnur-, aber nicht bedingungslose 15-Milli-öhnchen-Corona-Päckli des Kantons Züri (im Swiss-Lotto-Jackpot sind 30,8 Mio., aber hallo!). Und: die Nationalbank kauft derzeit Fremdwährungen bei den Banken und schreibt ihnen dafür das frisch geschaffene Geld gut. Allein in der letzten Woche sind deshalb diese Einlagen um 4,4 Milliarden Fränkli gestiegen, seit Mitte Januar sogar um rund 18,5 Milliarden. Die Banken machen also massiv fürsi, schwafeln aber schon von Zinsen für die Überbrückungskredite um die 3%. Deshalb nochmals: Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen für die Schweiz für die nächsten 6 Monate erhalten auch Mitbürger*innen eine Unterstützung, welche nicht durch Kurzarbeitsentschädigung oder andere Hilfspakete unterstützt werden.

Obacht: Erwin Fässler, der Petitionsstarter in der Schweiz, rät, den automatisch folgenden Spendenaufruf nicht zu befolgen.

Politik und Wirtschaft begrüssen Zürcher Notfallplan
Das Hilfspaket des Zürcher Regierungsrats stösst auf positive Reaktionen.
Ausnahme: Die Hilfe für Selbstständigerwerbende. (Tagi)

Was ist daran positiv? Wo haben denn die rechnen gelernt? Waren ihre Schulen ein Leben lang geschlossen? Wer eins und eins zusammenzählt, weiss: das alles langt nienetshi. Warum wählen wir eigetli immer die falschen Politiker*innen? Hm. Jacqueline Badran spricht von einem «Witz». Sie hat recht. 

Und ultimo ratio grad vorhin in der Tagesschau unser Ueli Maurer mit dem Tip, alle sollen zu ihrer Hausbank seckeln und 500’000 Stutz als Kredit beantragen. Ein Sache von 30 Minuten sei das und der Chlotz wird ausbezahlt. Häh. Und selbst das ist «nicht das Ende der Fahnenstange», wie Finanzminister Ueli Maurer ausführte. Irgendwie sind wir in einem verreckt falschen Film! Wie sollen all die Betriebe irgendwann diese hingeworfenen Kredite zurückzahlen? Die Margen sind nicht derart hoch, wie viele meinen. Wenn schon Unterstützung sollte die Regierung Entschädigungen ausrichten für das beschlossene Grounding anfangs Woche. Wir werden uns ganz sicher nicht verschulden für Etwas, das wir nicht verbockt haben. 

Nun läuft im Insellokal die Musik nur noch für die dagebliebenen Seelen, die allerletzte Insel an der Sihl liegt im Coronaschlaf – jammerschade!. Es bleibt moment das home-gelieferte Lokalbier trinken und abwarten. Herzlich dankschön allen Menschen, die subito bestellt haben. Überwältig sind wir, das lokale Gold ist weg. Geniesst es. Wir halten euch auf dem Laufenden, wenns was zu vermelden gibt. Egal wie, aber tut das Richtige im Falschen!


In diesem Sinne: 

Bleibt gesund. Schaut aufeinander. Helft einander. Singt von den Balkonen und applaudiert unseren Krankenhausheld*innen.

Bis grad gli** & Gutes tun

Euer

el Lokal

 

P. S.: Das Konzert mit Daniel Kahn & Vanya Zhuk wird verschoben.
Wir denken, es ist sinnvoller, auf den Jahresbeginn 2021 zu verschieben,
statt sich in den derzeit stark ausufernden Dschungel aller Herbstdaten zu konzentrieren.



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Ahoi Lokal Piraten!
 
 
Aussergwöhnliche Situationen erfordern aussergewöhnliche Massnahmen.
 
Corona geht viral, die Schweiz lockt down und in unseren Laderäumen staut sich flüssiges Gold.
 
Bis die Gezeiten wechseln (stärker dank Vollmond?) und die Mississihl auf ihrer Welle wieder Gäste an die allerletzte Insel trägt, werden einige Güter in unserem Schiffsbug verderben. Alles über Bord werfen und Poseidon und seinem Gefolge zu überlassen, erscheint uns nicht angemessen. Haben diese in den Tiefen schon genug Müll zu fressen.
Eben ungewiss wann sich die Gezeiten ändern - denken wir dabei auch mal an den Klimawandel, Donaldisten, Putinisten und die Anderen AssiFurzDisten - ist klar, dasss uns eine lange Reise im Stillstand und teils solo bevorsteht. Drum wer schon mal alleine auf Reisen war, liebt das Gefühl ein Stück Heimat in den Händen zu halten. Dieses Gefühl wollen wir Euch trotz social diss-dancing nicht vorenthalten und bringen etwas el Lokal zu Euch nach Hause und hoffen so die Zeit, bis wieder Wind aufkommt, zu verkürzen.
 
Am 21., 22., 23. März satteln wir unsere Pferde und galoppieren auch bei Dir zwischen 17uhr17 und 20uhr20 vorbei und werfen eine oder zwei Kisten Lokalbier ab.
 
55.- CHF für eine Kiste mit 20 Flaschen inkl. Depot (15.- CHF)
 
Es hett so lang s hett und lauft, hoffentli wie die Pandemie, imme Monat ab.
Bestellungen können momentan keine mehr entgegengenommen werden.
 
Wow ihr seid crazy. Alles weg, müsst nicht mehr bestellen. Danke tuuuusig!!!!!! 
Kam soeben vom Balkon mit Sicht aufs Triemli-Spital zurück, sehr berührt, ob all dem Applaus für das Gesundheitspersonal. Es scheint als schauen die kleinen zu den kleinen. Bleibt zu hoffen, dass auch endlich die Grossen zu den kleinen schauen.
 
Bleibt gesund. Schaut aufeinander. Helft einander. Bis grad gli**
gutes tun
 

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FINITO LA MUSICA!
 
Seit 16.3., Mitternacht, ist unsere Lokalinsel zu für Euch. Der Bundesrat lässt unsere Zeilen da unten alt aussehen. Wir wurden rechts im Voll-Karacho überholt. Frühestens am 19. April 2020 werden wir wieder offen zu euch sein. Wir stehen voll dahinter, in der Hoffnung, dass 24Stunden-Shops an der Langstrasse ebenfalls ihre Türen schliessen. Dem war in der letzten Nacht definitiv nicht so, Herr Regierungsrat Fehr! Das finden sie sicher «Assozial», oder?
 
10 Bundesmilliarden stehen vorerst parat. Als ob wir’s im Kaffeesatz lesen könnten. Die routinierten Abzocker rundum Banken, staatlichen Kulturinstitute und der nicht mehr so swissness-igen Swiss werden schon heftig an den Bundesbatzen baggern. Uns Kleinen wird man ob der gewaltigen Kurzarbeitsformular-Lawine vertrösten. Deshalb subito:
 
Der Coronavirus zwingt uns zu aussergewöhnlichen Massnahmen welche auch aussergewöhnliche Lösungen erfordern. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen für die Schweiz für die nächsten 6 Monate erhalten auch MitbürgerInnen eine Unterstützung welche nicht durch Kurzarbeitsentschädigung oder anderen Hilfspaketen unterstützt werden. Also subito unterschreiben. Mercimille. 
 
Bleibt gesund. Schaut aufeinander. Helft einander. Bis grad gli**
gutes tun
 

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20/33 Jahre el Lokal (Internacional) & Corona*

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Illustration: Ch.elvis/Daniel Affolter, Hellville, Paris

 
Man geht in eine Kneipe oder Bar, weil man Mensch sein will. Für eine Stunde, für einen Abend. Unter Fremden oder mit Freunden. Vielleicht auch allein, aber nicht einsam. Man will aufgenommen und willkommen sein, für einen Moment Pause haben im lebenslangen Überlebenskampf. Nichts unter Beweis stellen, die eigene Anwesenheit nicht rechtfertigen müssen. Einfach sein dürfen. Darum geht es. ... Solche Lokale gibt es noch, sie halten sich tapfer wie gallische Dörfer gegen die römische Übermacht. Sie sind altmodisch menschlich und umso beliebter und erfolgreicher, je seltener ihre Spezies wird. ... Das «el Lokal» gehört Menschen, für die die Welt Klang ist und Musik die Seele der Kneipe. Diese Seele aber können und wollen sie nicht einfach ausschalten, wenn der letzte Gast gegangen ist. Darum läuft im «el Lokal» die Musik immer, immer weiter, die ganze Nacht, auch wenn es dunkel ist und der letzte Barkeeper und die Putzmannschaft schon lange schlafen. 
Alex Capus, NZZ Folio, Die Seele der Beiz / März 2020 (Wenn man so rundum schaut und hört, dann wird bei uns wohl bald auch der letzte Gast gegangen sein, wie jetzt schon jenseits des Gotthardmassives ... die Musik aber läuft immer, immer weiter ...**)
 
 
Liebe Insulaner*innen 
 
Vermutlich habt ihrs mitbekommen: Auch in unserer Beiz dürfen sich noch maximal 50 Personen gleichzeitig aufhalten, bei Veranstaltungen 99 Personen (inkl. Personal). Gspässig, aber wahr. Eine kleine Bar darf ebenso 50 Menschen bewirten wie wir in unserer geräumigen Inselkathedrale. Wir sind grundsätzlich 365 oder – wie dieses Jahr – 366 Tage im Jahr für euch offen. Jetzt erst recht, im Fall. Allerdings r.e.s.p.e.c.t.ieren wir die Vorgaben von Bund und Kanton bezüglich Corona-Verhalten. 

Wir halten bis auf weiteres an unseren Öffnungszeiten fest. Essen und Trinken sind überlebenswichtig – in die Beiz gehen ebenfalls (s. Alex Capus oben). An heissen Getränken wie Tee, Grog, Kafi mit und ohne Pfiff (oder wers mag: Glühbier) haben die Viren null Freude. Küche offen, über Mittag wie am Abend – solange man uns lässt. Im Gegensatz zu Denner & Co. haben wir auch noch genug Schissipapier. 

Die geplanten Veranstaltungen führen wir im obgenannten Rahmen durch, wenn von den Künstler*innen nicht anders verlangt. So hat Nadia Reid ihr April-Konzert abgesagt. Und unser Whiskey-Rabbi Geoff Berner schrieb: 
 
Cancel. Very Sorry 
 
Hi there, 
I’m very sorry but I have to cancel the tour. I flew to Europe on Wednesday and while I was in the air, things seemed to change dramatically. It now feels too risky for me to be traveling through Europe. 
 
I have changed my flight and I go home on Monday from Amsterdam. 
 
It makes me sad to miss my beloved El Lokal. A friend to those who have no friends. One of the greatest bars in this universe. Or maybe a universe of its own. 
 
I hope when this all is over I will be permitted to return. Maybe next year at the same time. 
 
Very sorry, 
Geoff 
 
Alles zu den Konzerten findet ihr auf der Website ellokal.ch. Stand jetzt: Th. Hoffmann spielt. Nadja Zela würde aus Solidarität jeden Abend gratis auftreten. Dafür sagen wir Dankeschön, uns bleibt die Hoffnung auf wärmere Tage und damit härtere Bedingungen für das Corona-Virus. 

Zum Schluss ein träfes Überlebenswort zu dieser global-international-lokalen Zivilschutzübung von unserem alten Lokalfreund Wiglaf Droste (R.I.P.) aus seinem kürzlich erschienen Buch «Tisch und Bett. Gedichte»: 

Behalten wir's im Auge, 
dass die Welt was tauge, 
dass aus der schönen, alten Erde 
wo möglich eine werde.


Offen zu euch, bleibt gesund & buschper und 
Gutes tun 
el Lokal 
 

*Vor 30 Jahren waren wir die Ersten schweizweit, die Corona (La cerveca mas fina) herankarrten. Schon damals hiess es im Volksmund, die mexikanischen Brauer würden ihr Wasser in die klarglasigen Szene-Gütterli lösen ...

**Buchtipps für die kommende Zeit:
«Der aufrechte Mann», Davide Longo
>>>Das Land ist komplett abgeschottet. Seine Strassen sind leer; streunende Hunde und Männer mit Gewehren durchqueren die Felder; Lebensmittel, Benzin und Zigaretten werden knapp; Geschäfte und Banken schliessen, es ist kein Geld mehr im Umlauf ...
«Ice Cream Star», Sandra Newman 
>>>
In einer nicht allzu fernen Zukunft sorgt eine Pandemie dafür, dass in Amerika die Weissen vollständig aussterben, während die Schwarzen höchstens 18 Jahre alt werden. Die Welt von Ice Cream Star ist eine Welt der Kinder, die mit Findigkeit und Witz die Ruinen der heutigen Welt umdeuten und für ihre Zwecke nutzen. Mit 15 Jahren gehört Ice Cream schon zur älteren Generation, als sie zur Anführerin berufen wird, um über das Schicksal ihrer Leute zu entscheiden. Fest entschlossen, ein Heilmittel zu finden, führt ihr Weg sie von den Wäldern Massachusetts’ bis nach New York ...

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Wir sind immer tagtäglich offen zu euch: als Bar, Beiz, Kombüse, immer Fest, mit Uferpromenade, imaginärem Fischerpier, SBB-Anschluss, eigenem Parkhaus, Fussballgöttern, als Freund der Appenzeller, mit unsterblichen Melodien der globalen Schiffsorchester, den packendsten Zeilen, dem Seemannsgarn samt Anglerlatein und dem ganzen Theater rundum Künste auf der letzten Insel an der tiefblauen MissiSihl, der allerschönsten!
 


Montag - Donnerstag 10Uhr00 bis 24Uhr00
Freitag 10Uhr00 bis 01Uhr00
Samstag 14Uhr00 bis 01Uhr00
Sonntag 14Uhr00 bis 24Uhr00
 
 

*** remember NAYAH | 23.2.1980–13.4.2016

«Rising» Lhasa de Sela (r.i.p.)

«Nach meiner Erfahrung ist es eine amüsante Strategie, wenn ich auf die Frage, ob ich Atheist sei, darauf hinweise, dass der Fragesteller ebenfalls Atheist ist, nämlich in Bezug auf Zeus, Apollo, Amon, Ra, Mithras, Ball, Thor, Wotan, das Goldene Kalb oder das fliegende Spaghetthimonster.
Ich bin einfach schon einen Gott weiter.»
(Richard Dawkins, Der Gotteswahn)

| LOKAL LOV. | Ein Koffer voller Musik und für herausragend befunden. Die läuft und läuft auf unserem Inselradio tagein, nachtaus. Nimm bei einem Lokalbesuch ein Ohr voll. Und das alles gibt's bei Veit's RECREC und beim Wudi im JAMARICO zu poschten. Also, auf und hin!  Und Bücher gelesen, angeschaut. Was gibt's Schöneres? Wie immer im SEC52.

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el Lokal