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Feins z'Mittag vom 10. bis 14. Juni
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Sonntag, 08.10.2023, 20Uhr20
Lokalbühne
KOSY (PL)
Das polnische Frauenquartett Kosy kombiniert seine eigenen Arrangements mit traditionellem Volksgut aus Niederschlesien & einer vielseitigen Instrumentierung: Harmonium, Drehleier, Rahmentrommeln, Geige, Bratsche, Sansula & diverse Perkussionsinstrumente.

Und vor allem besticht die berauschende Bühnenpräsenz, die betörend Musikalität & die mystische Atmosphäre, die aus Folk, Jazz, Klassik & Theater kommenden Künstlerinnen bei ihren unvergesslichen Auftritten schaffen. Aleksandra Gronowsk, Kasia Pakosa, Anastazja Sosnowska & Katarzyna Szetela-Pekosz lernten sich an einer Charity-Veranstaltung in Wroclaw (Breslau) kennen, für die sie ein Lied einstudierten. Seither graben sie im niederschlesischen Volksliedfundus nach Wiederverwertbarem aus vergangenen Jahrhunderten, das sich in zeitgenössische Weltmusik transformieren lässt (bis zur Besetzung durch die Rote Armee 1945 war Niederschlesien eine Preussische Provinz, by the way). Die Lieder können ebenso die Liebe besingen oder Schlaflieder für Kinder sein. «Polen, besonders unsere Region, war im letzten Jahrhundert durch Kriege immer wieder gezwungen, sich neu zu erfinden. Menschen kamen und gingen, brachten ihre Musik mit, Grenzen verschoben sich», erklärt Kasia Pakosa. Anastazja Sosnowska ergänzt: «Die Einflüsse verschmolzen ineinander und trugen zu diesem wunderbaren Liedgut bei, das wir in unsere Zeit retten wollen.» Die historische Instrumentierung ist bewusst gewählt, wirkt zugleich altertümlich & modern, was natürlich auch an der grandiosen Performance der vier Frauen in schwarzen Kostümen liegt. Frisch ab Presse bringen sie die Alben «Siew» (= Aussaat, 2022) & «Siew Symfonicznie» (2023) mit, letzteres eingespielt mit dem Sudeten Philharmonic Orchestra. Bei ihren ersten Auftritten in der Schweiz brachten noch Essen von daheim mit, weil hierzulande alles so teuer ist. Hier auf der allerletzten Weltmusikinsel an der guten ollen Mississihl sind sie natürlich herzlich eingeladen.

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