...The Hall Of Fame

Such A Night ........

2010 - 1. Halbjahr   
zero9 - 1. Halbjahr   zero9 - 2. Halbjahr
null8 - 1. Halbjahr   null8 - 2. Halbjahr
007 - 1. Halbjahr     007 - 2. Halbjahr
   
 

...Rio Bravo Missisihl 

Samstag, 24. Juli 2010, 21Uhr21

MARIACHI DOS MUNDOS

mariachidosmundos.de
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Die glorreichen Acht machen jeder Form von Schwermut den Garaus. Mit dem Universalmittel Musik natürlich. Virtuos, gestählt durch zahllose Tour- und Konzerttornados in unterschiedlichsten Formationen. Eine verschworene Gemeinschaft mit dem ehrenvollen Ziel, der Welt nicht den «Ring of Fire», sondern den «New Mexican Dance» zu bringen.

Seit 1996 verbinden die Musiker von Mariachi dos Mundos im kulturellen Schmelztiegel Berlin ihre musikalischen Zweiweltenwurzeln zu einem mitreissenden Fluss von Energie und Lebensfreude. Die Hälfte der acht Vollblutmexikaner sind denn auch Deutsche. Zwei Welten. Liebeskummer? Kein Problem, Doktor Gabriel Morales weiss guten Rat, der nicht teuer ist und tausendprozentig wirkt: In Südamerika sei der Bolero vor allem ein Mittel gegen die Leiden der Liebe und lindere jedes Herzeleid in Form einer sehnsuchtsvollen Ballade. Die Geigen schmachten, die gestopften Trompeten seufzen und gutturale mexikanische Wortfetzen zerfliessen in melancholischer Harmonie. Der ganze Kummer Lateinamerikas und Helvetias plus aller Inseljubilanten schwimmen mit dem Rio Bravo Missisihl den Weltmeeren zu. Was für ein himmeltraurig-schönes Glück. Seufz!

Mariachi stammen ursprünglich aus Zentralmexiko und treten meist in typischer «Charro» auf, ihrer Tracht der reitenden Rancheros, die aus gold- und silberbetressten Westen, spitzen Cowboystiefeln und (meistens) Sombrero besteht. Das Wort «Mariachi» beschreibt eigentlich die Tanzmusikformation, die ganz unterschiedliche Stile zum Besten gibt: mit zwei Violinen, Harfe und mexikanischer Vihuela, einer speziellen fünfsaitigen Gitarre, spielten im 19. Jahrhundert die ersten Mariachis zum Tanz auf. Das Repertoire war unterschiedlich und bestand im Wesentlichen aus traditionellen Tanzliedern der jeweiligen Region. In der Folge der mexikanischen Revolution von 1910-1917 und der nachfolgenden Urbanisierung, kamen immer mehr dieser Ensembles vom Land als Strassenmusiker in die Städte. Nun integrierte man zunehmend Trompeten in die Besetzung, was zum bis heute typischen und berühmten Mariachiklang führte.

Die Mariachi dos Mundos werden unsere Jubiläums-Insel mit eigenen und traditionellen Mariachi-Kompositionen beglücken und unser herzlich geladenes Festpublikum, also euch alle, derart mit musikalischer Chillischärfe befeuern, dass euch alle Gäule durchbrennen. Viva el Lokal!

((Zitate))
«Frisch, (nicht fromm) und frei.» Folker, Das Musikmagazin

«Die sieben Musiker hüllen jauchzende Melodien in selten so füllig gehörten
Sound.»
Tagesspiegel Berlin

   
 

...Oooh! Out Of Our Heads 

Samstag, 7. August 2010, 21Uhr21

MEKONS

mekons.de
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Der verstorbene Rockkritiker Lester Bangs nannte sie einmal die «revolutionärste Gruppe in der Rockgeschichte». Sie stammen aus Leeds/West Yorkshire, der Heimat von Legenden wie Wedding Present, Gang Of Four und Chumbawamba. Und sie waren, glaubt man den Geschichten, die erste wirklich konsequente Punkband der Welt. Das war 1976: Die Kunststudenten Jon Langford, Tom Greenhalgh, Kevin Lycett, Ros Alien, Andy Corrigan und Mark White nannten sich nach der fiesen Comic-Figur Mekon aus der englischen Serie «Dan Dare». Die Musiker stammen teilweise aus dem Umfeld der legendären Gang Of Four. Später stiessen die Violinistin Sally Timms und Rico Bell (Pine Valley Cosmonauts, Waco Brothers oder Gaye Bykers on Acid) zur Band. Das aktuelle Line-up der Old-Punk-School setzt sich aus Jon Langford, Tom Greenhalgh, Sally Timms, Rico Bell, Steve Goulding, Sarah Corinna, Lu Edmonds und Susie Honeyman zusammen.

Von Anfang legen sie viel Wert auf die Texte mit deutlich links-politischen Zeilen. Musikalische Professionalität ist Nebensache. 1977 erscheint mit «Never Been In A Riot» die Antwort auf The Clashs «White Riot». Die erfolgreiche Single «Where Were You» (1978) bringt ihnen den ersten Plattenvertrag bei Virgin. 1981 trennen sich die Mekons für einige Jahre und widmen sich anderen Projekten. 1984 treten sie wieder gemeinsam auf, um den Streik der britischen Bergarbeiter zu unterstützen. Auch sonst protestieren die Mekons lautstark, vor allem gegen neoliberale Politik der «Eisernen Lady», auch «Sad Witch» (Traurige Hexe) genannt, namens Margaret Hilda Thatcher, Baroness Thatcher of Kesteven.

Mitte der 80-er-Jahre entwickelt sich der englische Punk mehr und mehr Richtung amerikanischen Country, den die Mekons mit ihren eigenen Arrangements, Reggae, Dub und elektronischen Sounds vermengen. Das Resultat dieser eigenwilligen Mischung hört man auf dem Hank Williams-inspirierten Album «Fear And Whiskey» von 1985. Trotz regelmässiger Veröffentlichungen kann man von kommerziellen Erfolg der Mekons nicht reden. Zu anspruchsvolle Texte, weshalb einige ihrer Werke als Konzeptalben eingestuft werden, z.B. «Me» (1998), das den Egoismus der 90-er thematisiert. Langford engagiert sich stark für die Abschaffung der Todesstrafe was man in seiner Compilation «The Executioners Last Song» hören kann.

Nach «Oooh! (Out Of Our Heads)» gehen die Mitglieder 2002 erst mal wieder getrennte Wege. Zwei Jahre später bereisen sie mit «Punk Rock» einige europäische Städte. Danach verabschieden sie sich und tauchen in die Wildnis der englischen Landschaft ein, weit entfernt von grösseren Städten. Inmitten von Felsen, zwitschernden Vögeln, ruhiger Natur und einigen inspirierenden Whiskeyflaschen erscheint 2007 «Natural». Ein naturverbundenes, Folk-lastiges und düsteres Album, das niemanden von unserer «Last Shutter Island» entkommen lassen wird. Auch nicht bei guter Witterung. One-two-three-four!

   
 

...Kaffeetrinken, Dreckschippen 

Donnerstag, 19. August 2010, 20Uhr20

DOS HERMANOS


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Bei solch einer Packliste kann ja nichts anderes herauskommen als rumpelig-groovender Country Trash. Sleazy bis nachlässig wird da auf Altmetall eingeklöppelt, ein paar knirschende Akkorde drübergelegt und auf Deutsch und Englisch über so Cowboythemen wie Kaffeetrinken, Dreckschippen, Hauptstadtphobie und natürlich Mädchen gesungen. Ein Augenzwinkern für Country-Klischees und natürlich nicht ohne obligatorische Coverversionen oder vielmehr Interpretationen von White Hassle, Ledbelly und «Lady-O-Lady» von Trio, was auch ziemlich gut reinpasst. Denn Dos Hermanos schiessen ihren dilettantischen Dada-Sound locker aus der Hüfte, gut gezielt in Richtung Truckerschmalz und Square-Dance-Piefigkeit.

Mögen es neunzig Prozent der Leute wahlweise bescheuert, daneben oder unmöglich finden - was zählt, ist: aufrecht bleiben. Spur halten. Spaß haben. Mit den restlichen zehn Prozent ein gutes Bier trinken. Und weiter nach Gold fischen. Punkt.