...The Hall Of Fame |
||
unvergessene Nächte ........
|
2010 - 1. Halbjahr 2010 - 2. Halbjahr zero9 - 1. Halbjahr zero9 - 2. Halbjahr null8 - 1. Halbjahr null8 - 2. Halbjahr 007 - 1. Halbjahr 007 - 2. Halbjahr |
|
...Golden Delicious |
||
| |
Samstag, 30. Januar 2010, 20Uhr20 MIKE DOUGHTY |
|
Mike über Mike: «My name is Mike Doughty. I'm a singer/songwriter. I live in Brooklyn. I'm a blogger and photographer, too: go read it at mikedoughty.com/blog.» Auch ein Buch hat er geschrieben: «Slanky». Damit ist längst nicht alles gesagt. Und ja, er ist der Typ von Soul Coughing: «I quit the band in 2000, against the advice of every sensible person I knew, and took off in a rental car (9000 miles by myself on my first tour) to be a roving acoustic-izer.» Remember Soul Coughing? Das New Yorker Quartett aus dem Umfeld der Knitting Factory war mit seiner eigenständigen Mischung aus Jazz, Funk und Indie-Rock eine der spannendsten Bands Mitte der 90er. Doughty klingt wie etwas zwischen Jack Johnson und G. Love, aber ganz anders. Der Mann mit Powerstimme ist ein ungeschliffener Diamant von der Grösse eines 8-Tonnen-Findlings. Doughty wird 1970 in Fort Knox (ja, da liegt auch Schweizer Restgold) in eine Militärfamilie hineingeboren und besucht nach etlichen Zügeleien innerhalb der USA die United States Military Academy in West Point nahe New York. Yes, Sir! Ihr seht, der Mann weiss, was Disziplin heisst. Ihr dürft nun trotzdem wieder bequem stehen. Mike kehrt den Militärgrinden nämlich den Rücken und studiert Dichtung. Aus seinem Job in der Knitting Factory kristallisieren sich die legendären Soul Coughing mit drei Alben. Dan Wilson produzierte sein offiziell erstes Solo-Album «Haughty Melodic» (2005), auf dem auch der ganz ohne Mundschutz und Blutstiller in «Grey’s Anatomy» implantierte Song «Looking at the World from the Bottom of a Well» zu finden ist. Es folgte «Golden Delicious» (2008). «Immer wenn ich eine Scheibe rausbringe, scheint das Publikum zu mögen, was ich zwei Jahre vorher besser gemacht habe» Darum reagiert er auf seinem neusten Streich «Sad Man Happy Man» (2009) auf die Reaktion der Fans mit der trotzigen Reaktion, den Leuten zu geben, was sie wollen: «The songs on Sad Man are more arcane and convoluted songwriting-wise, though they’re sparer in terms of instrumentation. Although my choruses are still simple — I love taking phrases and repeating them ad infinitum.» Er mache nun Musik, die er selbst gerne höre. Und er meine das ganz literarisch, nicht wie ‚wenn ich mein Hörer wär, würde ich das und das mögen’, sondern, was man im Kopfhörer in Subway und S-Bahn hören kann, das wirklich passt. «Ich arbeite für die Musik, ich arbeite für die Songs. Ich bin glücklicher, wenn ich mir dessen bewusst bin.» Ja, das hört man, Mike. Und wir sind um Tonnen von Neurotransmittern glücklicher, wenn du deine wunderbaren Geschichten live in unserer spätpostneugotischen Lokal-Kathedrale auftischst, als im scherbelnden Kopfhörer unseres Tresennachbarn. |
||
...Endlich!!! |
||
| |
Freitag, 29. Januar 2010, 20Uhr20 FINGERPOKE
|
|
Der Phönix aus dem Aschenbecher breitet seine angebräselten Flügel aus und fliegt und fliegt und fliegt wieder. Hoch über den babelhaften Prime Tower hinaus. Ganz ohne Weltraumlift und Bestsellermief. Wir raten den Arbeitsplan-Studierenden in den Cockpits der globalen Touristenbomber, ihre Aufmerksamkeit umgehend auf die Flugstrassen zu richten. Wusstet ihr übrigens, dass «to buy a pig in a poke» bedeutet: die Katze im Sack kaufen? Deine Katze, das Schwein! Aber zurück zum Thema, sorry: Fingerpoke kommen mit brandneuem Album (so stehts wenigstens auf ihrer brandaktuellen Homepage, der blind zu glauben uns etwas gewagt erscheint) am Anfang vom Ende des zweiten Jahrzehnts dieses dritten Jahrtausends nach Lattejupps wunderprächtigem Menschwerdungserstschrei. Und es sei grossartig, versprechen die 40 Finger der Band (oder zählt ihr die Zehen mit?). Schluss mit arthrititischen Nosferatu-Klauen bei den Anonymen Sudokukern, jetzt wird wieder frisch und munter in den klaffenden Wunden der alltäglichen Weltwunder gestochert. Aber bitte, die Website könntet ihr nun wirklich auch mal auffrischen, Jungs! 2. Oktober 2006: «Die Gegenwart zieht erbarmungslos ihre Kreise, und so mussten auch wir uns dem Diktat des Digitalen beugen und eine MySpace-Seite einrichten: http://myspace.com/fingerpoke. Und was kommt wohl als nächstes? Nordic Walking? Sudoku-Sucht? Google Earth Hottingen?» Heilandzack! Wahrscheinlich seid ihr trotz Street View und Schweinegrippe nicht mehr zu retten. Da schreibt *grmbl* am 16.8.2003(!): «Hey Phil, warum hast Du nie was gesagt, dass Du und die Deinen so eine tolle Kapelle auf die Beine gestellt haben? Immer muss man selber alles rausfinden;).» Er hat schon recht, der *grmbl*. Dass seine bestechende Wahrheit immer noch als Webraumschrott im Netz rumzuckelt, spricht auch für eure zeitlose Bescheidenheit. Und ihr habt ja wirklich – wie ihr unschuldsäugig beteuert – alle Zeit und Energie ins grandiose neue Album gesteckt. Hat’s schon einen Namen? Knabe oder Mädchen? Ah, ihr lasst euch überraschen! Wir auch. Für die Wenigen, die euch nicht längst vom Helsinki kennen, Fingerpoke sind: Roli Strobel (Bass, Gesang), Philippe «Barcley James» Amrein (Gitarre, Gesang), Micha «Der Freund» Lewinsky (Gitarre, Lap Steel, Dobro), Ralph Nicotera (Schlagzeug, Perkussion). Breaking News vom Oktober Nullnullneun: Wir werden baldmöglichst die Tourdaten und alles Weitere aktualisieren! Wer’s glaubt, wird selig, wer sie live sieht sowieso. Also bei so einer ausgeklügelten Medienarbeit kann nur grossartige Musik entstehen, die sich samt Rübis-und-Stübis-Insel an der schönen blauen Lorelei vorbeischrummelt, ohne auf sie reinzufallen. Herzwärmerisch. |
||