...The Hall Of Fame

unvergessene Nächte ........

2010 - 1. Halbjahr   2010 - 2. Halbjahr
zero9 - 1. Halbjahr   zero9 - 2. Halbjahr
null8 - 1. Halbjahr   null8 - 2. Halbjahr
007 - 1. Halbjahr     007 - 2. Halbjahr
   
 

...sahara blues

Montag, 27. Juli zero9, 20Uhr20

TERAKAFT

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Terakaft heisst in der Tuareg-Sprache "Karawane" und symbolisiert den Pfad der Band, der Tradition und Geschichte mit Zukunftsvisionen verknüpft und in die Welt trägt. Ursprünglich stammt die Gruppe um Diara (Gitarre, Vocals), seine Neffen Sanou (Gitarre, Vocals) und Abdallah Ag Ahmed (Gitarre, Bass, Vocals) sowie Percussionist Tohandy aus der Regions-Hauptstadt Kidal, wo seit der Unabhängigkeit 1961 mehrere Aufstände ihren Ursprung hatten. Terakaft-Gründer Kedou (verliess die Band 2008) und Bandleader Diara sind Ex-Mitglieder von Tinariwen, die ja ebenfalls dem Adrar des Iforas im Norden Malis entstammt. Auch sie zogen einst mit Kalaschnikovs und Gitarren in den Freiheitskampf, den sie bei Gaddhafi in Libyen trainierten und erstmals die Rebellen-Musik von Bob Marley, Bob Dylan und Jimi Hendrix impliziert bekamen. 2005 gründeten Tinariwen und Terakaft die Länder übergreifende NGO "Taghreft Tinariwen" (Verein zur Entwicklung der Orte in der Wüste), der heute als friedliches Symbol des Tuareg-Freiheitskampfes gilt.

Terakafts kreativer Stilmix ist Sprachrohr und Soundtrack einer jungen
Generation weit über die Grenzen der Wüste hinaus. Zum spezifischen Terakaft-Sound gehören unter anderem Percussionsinstrumente von unrühmlicher Symbolik, die "Germany" heissen und umfunktionierte Benzinkanister aus dem 2. Weltkrieg sind. Noch heute liegen unzählige davon über weite Teile der Sahara verstreut herum. Rommels trümmliges Erbe. Terakaft sind keine ungehörten Rufer in der Wüste. Texte von Freiheitskampf, gefallenen Helden, Dialog auf Augenhöhe und Tuareg-Chiefs, die nichts tun gegen das Leiden ihres Volks beschwören die Möglichkeit einer besseren Welt. Und immer wieder erfinden sie ihre Musik neu: Ihr aktuelles Werk "Akh Issudar“ (2008) enthält mit "Rastaman Aridal" – nebst vielen anderen Perlen – den allerersten Tamasheq Reggae-Track überhaupt.

Live debüttierten Terakaft beim Festival of the Desert 2007 in der Nähe
von Timbuktu. Nach einer erfolgreichen Europa-Tour und einem gemeinsamen Gig
mit Tinariwen in der berühmtern Olympia Music Hall in Paris konnte man sie
im Sommer 2008 auf dem WOMAD Festival in UK erleben. Eine US-Tour ist in
Planung. Auf den energetischen Auftritt auf unseren internationalen Brettern
darf man gespannt sein – vor allem auf Sounds, die universal sind, aber
gleichzeitig rau und weniger zugeständnisbereit an globalisierte
Hörgewohnheiten. Denn das Motto auf der einzigen Insel am schönen blauen Nebenfluss der Limmat lautet: "Mainstreaming" statt "Mainstream"

   
 

...Bump Pow!

Dienstag, 21. Juli zero9, 20Uhr20

BOB LOG lll

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Bump Pow! Bump Bump Bump Pow! Bump Bump Bump Baby!
Bumnp Pow! Bump Bump Bump Pow! Bump Bump Bump Hey!
Zum 14ten Mal bei uns. No Shit!

Für einmal der one and only Beatman: "Der Mann mit dem Helm ist zurück und sein Shit ist - wie sollte man es anders erwarten - perfekt! Generationen junger Musiker versuchten wie er zu klingen, Generationen junger Frauen sassen auf seinem Schoss und selbst Tom Waits will sein wie er! Nach drei Alben auf Fat Possum entert Bob das Voodoo Rhythm-Imperium. Der Gran Seniori aller One-Man-Bands, der einzigartigste Slidegitarrist aller Zeiten erfüllt alle Erwartungen mit seinem unwiderstehlichen Blues-Trash-Punk. Amphetamingeballt, crunchy, bluesy, manchmal sogar ein bisschen rockabilly, immer mit verspultem Unterton, durch das Helmmicro gesungenen Vocals und oft im angezogenen Tempo brettert er in unvergleichlicher Manier durch 13 Songs. Wir freuen uns!"

Und Mr. Tom Waits meint: "And then there's this guy named Bob Log, you ever heard of him? He's this little kid - nobody ever knows how old he is - wears a motorcycle helmet and he has a microphone inside of it and he puts the glass over the front so you can't see his face, and plays slide guitar. It's just the loudest strangest stuff you've ever heard. You don't understand one word he's saying. I like people who glue macaroni on to a piece of cardboard and paint it gold. That's what I aspire to basically."

   
 

...back to the groove

Montag, 29. Juni zero9, 20Uhr20

DÜDE DÜRST

Er hat eine neue CD. Ein Geschenk zu seinem 60. Geburtstag, aber der ist schon länger vorbei. Vielleicht ähnlich wie wir, wo's Neujahr auch am 1. Mai anfangen kann...

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Er ist durch und durch Zürcher. Hier wurde er geboren, besuchte die Kunstgewerbeschule, absolvierte die Grafikerlehre und hier hat er auch heute noch seinen Wohnsitz. Seine musikalische Karriere begann 1963 mit der Beat-Band "The Starlights", später "Counts" genannt. Mit den "Counts" entstand die erste Schallplattenaufnahme (Swiss Beat Live). 1965 trat er den "Sauterelles" (Swiss Beatles), der damals populärsten Schweizer Beatband bei und wurde Profimusiker. Ende 1968 verliess er diese und gründete zusammen mit Hardy Hepp die erste Schweizer Progressive Rock Band "Krokodil", die weit über die Grenzen hinaus bekannt wurde. 1971 produzierte Düde ein Soloalbum, das einen beachtlichen Erfolg erzielte. Nach der Auflösung von "Krokodil" 1975 arbeitete er als beliebter Session- und Studiomusiker u.a. mit Carl Perkins (TV Show), Klaus Doldinger, Max Lässer, Rainer Brüninghaus etc.. Er war Bandmitglied und Bandleader von diversen Live-Projekten wie "Feelin' Good", "Jo Geilo Heartbreakers", "Ruby's Place" etc.. Heute ist Düde neben seinem erlernten Beruf als Grafiker auch als Produzent und Koordinator für grössere Projekte tätig (z.B. für Hardy Hepp, Dodo Hug, Andreas Vollenweider etc.). Als Drummer und unersetzlicher Background-Sänger ist er mit den seit 1997 wieder vereinten legendären "Les Sauterelles" unterwegs. Mit dem Gitarristen Peter Glanzmann enstand das Rock Trio Projekt "SMILE!". Düde ist oft auch in anderen Bands als Schlagzeuger zu sehen z.B. "Adrian Weyermann Band".

Schreibt man uns. Als ob wir's nicht wissen. Einen wie Düde gibt's nicht mehr so schnell, Nachgeborene bringen so eine Geschichte kaum auf die Reihe. Punkt.

   
 

...bangtown

Dienstag, 23. Juni zero9, 20Uhr20

BIG JOHN BATES

& THE VOODOO DOLLZ

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Wo Big John Bates und seine Voodoo Dollz aufspielen, da steppt der Bär - yeehaw! Mit ihrem neuen, vierten Album "Bangtown" legt das Trios aus Vancouver die Fesseln des Rockabilly endgültig ab. Und auch wenn sCare-oline einen Upright Bass und Bandleader John Bates eine klassische Gretsch spielt, so verschmelzen sie hier Rock`n´Roll Wurzeln mit Blues und Punk-Attitüde. Einflüße von Bands wie Cramps, Reverend Horton Heat, Social Distortion, Stray Cats oder 16 Horsepower sind mehr oder weniger zu hören, aber eben nur in Ansätzen. Denn Big John Bates versteht es, einen Rock`n´Roll Song zu schreiben und ihn mit rauher Stimme und siedend heissen Gitarrenläufen zu garnieren. Songtitel wie Whiskey Goblins, Hotrod Blues und Murdercycle geben die Richtung an, ein furioses Breaking The Law kickt so richtig und gegen Ende kommen noch ein paar erstklassige Halbtempo-Ghosttown-Rocker.
Auf unsrer Lokalbühne wird das Trio übrigens von den Voodoo Dollz begleitet, zwei professionellen Burlesque Tänzerinnen. Herkommen!

   
 

...brothers in soul

Samstag, 20. Juni zero9, 21Uhr21

HENDRIX/COUSINS

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Der eine, Richard Cousins, hat bereits über 20 Jahre amerikanische Musikgeschichte hinter sich - 15 Jahre in der Robert Cray Band, 5 Jahre gemeinsam mit der Soul Diva Etta James, unzählige Plattenaufnahmen mit B.B., John Lee und unzähligen anderen.

Hendrix ist ein Phänomen in der Europäischen Soul-, Funk- und Bluesszene. Als Pianist und Organist ist er ein vielgefragter Sessionmusiker, so u.a. bei Cyrano, Betty Legler, Funky Brotherhood, Lovebugs und Michael von der Heide, als Leader seiner eigenen Formation „Hendrix/Cousins“ ist er ein feuriger Performer. Die Basler Zeitung schrieb unlängst über Hendrix: „Vieles ist nur angedeutet, lockt, funkelt. Hendrix singt als Crooner, als Schmeichler, als Grübler, als Zweifler, den manchmal das heulende Elend packt. Und selbst dann ist er gut. Hören Sie genau hin!“ Der Sänger, Pianist und Gitarrist aus Baden bei Zürich gab schliesslich den Ausschlag, dass Cousins in Europa seine Zelte aufschlug. Seit dieser Zeit liegt Baden am Mississippi.
Gemeinsam haben sie schon Monat für Monat das Montagslokal bei uns gemacht, Mit Songs, die das Handwerk afro-amerikanischer Roots-Musik mischt mit zeitgemäßen Grooves wiederspiegelt. Loops und Samples treffen auf akustische Slide-Gitarren, der Geist von Robert Johnsen trifft auf die Frische modernster Songwriting-Kultur. All diese Gegensätze führen zu dieser eigenständigen Musik, die so typisch für Hendrix/Cousins ist - rootsorientierte, frische Popsongs, die ebenso aktuell, wie zeitlos sind, gleich deren musikalischer Väter. Endlich wieder auf der Insel und der Missisihl fliesst in den Sommer...

   
 

...gipfelstürmer

Samstag, 13. Juni zero9, 21Uhr21

SUMMIT

MARYLANE

 

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Fans von fadengrader Rockmusik werden sich vielleicht erinnern: Im vergangenen Sommer trat Summit bereits im El Lokal auf, damals noch als frisch gebackene Sieger des Nachwuchswettbewerbes "band it" und als Vorgruppe der immernoch beliebten "Frostschutz".

Summit sorgt für frischen Nachwuchs in der Schweizer Rock-Szene. "Wir spielen (Geradeaus-)Rock mit britischer Attitüde und deutscher Präzision", erklären die vier einstimmig. Diese Vier, das sind Pablo Villars (Guitar), Julian Szenogrady (Drums), Julian Pollina (Bass) und Max Kämmerling (Lead Guitar and Vocal). Im Schnitt sind die Zürcher Jungs erst 16 Jahre alt, doch sie wissen schon genau, was sie wollen. Seit zwei Jahren komponieren und texten sie ihre Songs allein, allenfalls mit profunder Beratung ihres Produzenten Janos Szenogrady, dem Gitarristen von Frostschutz, der die junge Band seit vier Jahren aufbaut und betreut.

Die Lieder von Summit haben deutsche Texte. Mit diversen Auftritten hat die Band sich das Rüstzeug geholt, auch vor Live-Publikum mit Volldampf drauf los zu spielen. Jetzt sind die Boys zum ersten Mal Haupt-Gig im El Lokal, wo schon so manche grosse Karriere begonnen hat. Lassen Sie sich diesen Anlass nicht entgehen. Höflich sind sie schon, die Summit-Buebe...

   
 

...unendlich echt

Donnerstag, 11. Juni zero9, 20Uhr20

GISBERT ZU KNYPHAUSEN

SCHÖFTLAND


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Gisbert schreibt Lieder und singt sie dann auch, das macht er alles noch nicht so lange, dafür aber sehr gerne, im Rheingau ist er aufgewachsen, zwischen Weinreben, ein paar mal umgezogen und jetzt ist er in Hamburg gelandet und Hamburg hat er gern und ich glaub umgekehrt ist das auch so.

Melancholie will keiner mehr. Kaputt gesungen und zur Koketterie verkommen, liegt sie da wie ein Offiziersmantel in einer Pfütze. Dann kam da ein junger Mann, ursprünglich aus dem Rheingau in Hessen, nun wohnhaft in Hamburg. „Mein Name ist Gisbert zu Knyphausen und das ist mein richtiger Name“. So stellt sich dieser junge Mann immer gerne vor und dann verstummt auch schon das Murmeln, Jackenrascheln und beinahe auch der Biergestank im Raum. Er singt über Lethargie im Angesicht eines Morgen, über die Suche nach Halt oder über das Saufen. Nicht Trinken, Saufen. Und es klingt nie peinlich oder oberflächlich oder wie einfach so dahin gesagt. Vielmehr klingt es ernst, traurig und unendlich echt.
Gisbert zu Knyphausen-Hören ist wie Füsse im Sand vergraben oder wie die Wange an warmes Holz legen. Er hat der Melancholie ihre Würde zurückgegeben. Wir wollen mehr Melancholie.

   
 

...rehragout

Samstag, 6. Juni zero9, 21Uhr21

G.RAG Y LOS HERMANOS PATCHEKOS

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Alle Jahre wieder. Auf unserer Insel und in München sind G.Rag y los Hermanos Patchekos lokal heroes. Beim Konzert zum aktuellen vierten Album "Lucky Goddamn" laufen die Kammerspiele über. Der bayerische Kultregisseur Franz X. Bogner (unvergessen: "Irgendwie und Sowieso") verpflichtet die Band für den Soundtrack seiner Serie "München 7", die prompt den Grimme-Preis bekommt. Und auch Oberbürgermeister Ude schätzt die Musiker, wenn er wieder mal seinem Hobby als Kabarettist fröhnt. Was muss das für eine Band sein, die sich über Generationsgrenzen hinweg in die Herzen der Menschen spielt? Seit dem Jahr 2000 scharen sich ungefähr ein Dutzend Musiker um Andreas "G.Rag" Staebler. Der spielt wie alle anderen live im Sitzen und singt über ein Megaphon. Der Schlagzeuger bearbeitet "Schrott", unterstützt von Percussion und Kontrabass, dazu gesellen sich Exoten wie Steeldrum, Banjo und Lapsteel. Nicht zu vergessen ein versierter Bläsersatz mit wahlweise Trompeten, Hörnern oder Melodicas. Das Repertoire gleicht einem musikalischen Wolpertinger. Es reicht von Hank Williams bis No Means No, liebevoll aufbereitet für diese eigenwillige Folk-Big-Band. Augenzwinkernd und undogmatisch lassen G. Rag und seine Mannen Outlaws, Traditionals und Punk-Spirit wieder auferstehen. Nahtlos fügen sich eigene Instrumentals und Songs ein, die in einem transnationalen Idiom intoniert werden. Auf den Platten klingt die Band so charmant untermotorisiert wie der alte Omnibus auf einem der früheren Cover. Der Sound entwickelt damit eine Wärme, die das genaue Gegenteil der aufgepeppten Retortenproduktionen aus dem Radio ist. Live entfalten G.Rag y los Hermanos Patchekos vor allem dank den Bläsern eine unwiderstehliche Präsenz. Der herzzerreißenden Soli wegen schimpft sich die erste Trompete nur noch "Die Sau". Über die Bemerkung, ihre Projekte würden poppiger, können die Musiker des G.Rag-Mikrokosmos ebenfalls nur herzlich lachen. Sie wissen wohl einfach, woher sie kommen: Punk-Combos, Indie-Bands, Blaskapelle -, und das macht jede Theoriediskussion über das Lieblingsunwort der Jugend(?)-Kultur überflüssig. "Freunde selbstgemachter Unterhaltung" lautet das Motto ihres kleinen Labels Gutfeeling Records: Sie wissen, was sie tun, vor allem aber tun sie es gern. Das merkt man. Und wir schon länger.

   
 

...ebbe & flut

Donnerstag, 4. Juni zero9, 20Uhr20

BOWERBIRDS

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Dass der Singer/Songwriter John Darnielle die Bowerbirds zu seiner Lieblingsband der letzten Jahre erklärt hat, liefert insofern einen ersten Anhaltspunkt, da dieses amerikanische Trio mit dem Mountain Goats-Mastermind seine Vorliebe für tiefgründige Songs zwischen Folk/Neo-Folk und Americana teilt.

Die Geschichte der Frau/Pferd-Vergleiche ist lang und absolut frei von Missverständnissen. Pferdegebiss, Pferdelachen, Pferdehintern: Wer sich erstmal in diese Richtung verrannt hat, muss für gewöhnlich davon ausgehen, dass der Abend gelaufen, das Date vorbei und auch sonst alles aus ist. Ausser natürlich, man kann genauso gut mit den Worten wie Phil Moore, der Sänger der Bowerbirds aus Raleigh, North Carolina. "You're the hooves that lead me through the forest", textet der schon nach 70 Sekunden des Debütalbums seiner Band. Und dann noch: "You're the kindling still that burns below my heart." Paarhufer, Feuerholz - schöner sind die Metaphern fürs schöne Geschlecht lange nicht gewesen. Und was macht Moore dann? Singt diese Zeilen über seine Mama.

Aber sicher, es ist nur gut und richtig, dass die Songs auf "Hymns for a dark horse" zur Stunde Null beginnen und in der ersten Strophe ihres unfassbaren ersten Stücks von Moores schwerer Geburt erzählen, bei der es seine Mutter fast in zwei Stücke gerissen hätte. Die Bowerbirds wollen eben zurück zu den Ursprüngen; das gilt für die ureigenste Musikform Amerikas genauso wie für den naturnahen "Into the wild"-Lebensstil, den zuletzt Will Oldham für Bonnie "Prince" Billy's "Beware" und Bon Iver auf seinem ersten Album "For Emma, forever ago" kultiviert hatte. Auf dem Weg dorthin leben Moore und seine Freundin Beth Tacular jetzt zumindest schon mal in einem stillgelegten Wohnwagen irgendwo im Wald. Manchmal kommt der Geiger Mark Paulson vorbei, und dann geht da die Post ab ...

   
 

..berlin balladeer.

Sonntag, 31. Mai zero9, 20Uhr20

MAXIMILIAN HECKER

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"Leidensgenossen schneiden sich in den Arm, um etwas zu spüren - ich mache Musik." Dieses Zitat von Maximilian Hecker entblösst auf sehr direkte Weise das, worum es in den Songs des deutschen Singer/Songwriters immer schon gegangen ist: Schmerz, Sehnsucht und das unerschöpfliche Thema der (meist unerfüllten) Liebe. Hat er vor einigen Jahren noch ausschliesslich die dunklen Tiefen der Seele mit langsamen, herzzerreissenden Balladen erforscht, so gibt sich Hecker nun beschwingter, voller Energie und folgt einem positiven, gereiften Grundton. Nach einer langen Reise findet der Lieblingsadoptivsohn unserer Insel wieder nach Hause. Im Gepäck hat er eine neue Platte, sein fünftes Studioalbum namens "One Day". Wo in aller Welt hat Maximilian Hecker sich herumgetrieben? In Asien. Seine ganz persönliche Interpretation von "Big in Japan" wurde "Big in Taiwan, China and Korea". Das mag zunächst seltsam klingen, ergibt allerdings ziemlich viel Sinn. Heckers Pop zeichnet sich durch zwei konstante Komponenten aus: eine musikalisch starke Nähe zu britischer Musik wie Radiohead oder Oasis und eine textliche Nähe zur deutschen Romantischen Moderne. Diese Kombination fiel und fällt im traditionell und kulturell sentimentalen Asien auf ausgesprochen fruchtbaren Boden. Die Lieder, die von der Sehnsucht nach Reinheit und Gutsein zum einen und vom Hang zur Dunkelheit und zum Tod zum anderen handeln, und deren Hooklines sich gleichzeitig tief im Ohr festsetzen, brachten Hecker Plattenverträge und Hysterie in Taiwan, China, Hong Kong und Südkorea ein. Dieser Tage reihen sich die Fans in lange Warteschlangen, um Hecker singen zu hören. Fans malen von Hand Comic-Bücher nur für ihn, und die Modewelt der Asiatischen Metropolen macht ihn zum Model und zur Fashion-Ikone. Lange ist's her, als er sein erstes Konzert am Fluss völlig aufgelöst abgebrochen hatte. Willkommen zuhause.

   
 

...latin flame

Samstag, 30. Mai zero9, 21Uhr21

PATRICIA VONNE

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An diese glutvollen Augen können sich viele erinnern: In den Filmen "Sin City", "Spy Kids", "Desperado" und "From Dusk till Dawn" entzückte Patricia Vonne die Kinozuschauer. Das sind nicht irgendwelche Filme, sondern solche mit erhabenem Kultcharakter, bei denen ihr Bruder Roberto Rodriquez Regie führte. George Clooney, Bruce Willis, Antonio Banderas und Mickey Rourke waren ihre Filmpartner. Und diese glutvollen Augen haben uns alle Jahre wieder von unserer one and only Lokalbühne angeschaut. Und wir haben's gesehen, immer wieder: den energischen und energiegeladenen Ritt mit rockigen Gitarrenriffs zwischen Texas und Mexiko und back home. Bekamen Unterricht im Kastagnetten-Spiel. Dann wieder klingt ihre Stimme sanft wie die Verführung pur: Teufel und Engel in einer Person vereint, eine mexikanische Rocklady in Zorropose. Kurz gesagt: PATRICIA VONNE ist ein Muss für alle Liebhaber gitarrengeprägtem Songwriterrocks mit Frontfrau. Patricia Vonne liegt hier jedenfalls weit über dem Durchschnitt Und das jetzt in einer warmen Samstagsnacht. Wahrscheinlich lehrt sie uns auch noch Rodeo reiten und Lasso werfen, who knows.

   
 

...here I am!!!

Donnerstag, 28. Mai zero9, 20Uhr20

GEMMA RAY

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"Imagine Norah Jones on Amy Whinehouse’s Drugs" schrieb das Q Magazine über Gemma Ray. Ohne genau zu wissen, auf welche Drogen Amy Whinehouse so setzt, unterstellen wir einfach mal, dass die ohnehin sehr zurückhaltende und ruhige Norah Jones von Amy’s Drogen vollends in einen lethargischen, vermutlich beinahe narkotischen Zustand versetzt würde. Düsterer Blues-Folk mit einer Prise Soul von einer 27-jährigen Singer/Songwriterin aus Essex/Südengland, die in ihren stärkeren Momenten so geheimnisvoll und intensiv klingt, als hätte Kate Nash sich zu nächtlicher Stunde auf dem Friedhof verirrt.

Als junge, aufstrebende Sängerin hat man es dieser Tage nun wirklich nicht leicht sich gegen die permanenten Amy-Duffy-Vergleiche zur Wehr zu setzen. Erst recht nicht, wenn man sich musikalisch der Vintage-Schublade bedient, adrett aussieht und von der britischen Insel stammt. Warum aber derlei Gleichnisse dann ausgerechnet bei Gemma Ray aufgefahren werden, bleibt schleierhaft, zumal der versponnene Blues-Folk der Ray so rein gar nichts mit dem Retro-Soul einer Amy Winehouse zu tun hat. Wenn es überhaupt so was wie einen kleinen gemeinsamen Nenner zwischen den beiden Damen gibt, dann ist es die Soundästhetik der 1960er-Jahre auf "The Leader", dem Debütalbum der jungen Britin, die ursprünglich mal Kaufmännisches im Reisebüro erledigen wollte, was ihr aber von garstigen Kolleginnen ordentlich vermiest worden war.

"Ich wünsche den Frauen dort einen langsamen, schmerzhaften Tod. Das hat mich lebenslang für einen herkömmlichen Beruf verdorben – vielleicht haben sie mir damit ja einen Gefallen getan." (Gemma Ray über ihre Zeit als Auszubildende in einem essexer Reisebüro)

Ray hat Arrangements komponiert bei denen immer an der richtigen Stelle das Glöckchen klingelt, die Melodica laut dazwischenfährt, oder sich eine leicht verzerrte E-Gitarre ihren Weg bahnt. Nicht nur einmal denkt man beim Hören des Albums an Nancy Sinatra in ihrer Lee Hazlewood-Phase, PJ Harvey oder gar den frühen Nick Cave. Produziert wurde ihre Musik übrigens von unserem Michael J. Sheehy, der demnächst auch wieder mal bei uns einkehren wird.

   
 

...mystisch

Sonntag, 17. Mai zero9, 20Uhr20

MARISSA NADLER

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Die kleine Hölle von Marissa Nadler ist zurück auf der Insel. In der Zwischenzeit 4 einhalb von fünf Sternen für ihr "Ballads Of Living And Dying" im Rolling Stone eingefangen. Willkommen in der Märchenwelt von Marissa Nadler. Ihre neues Album "Little Hells" ist umgeben von der hauchzarten Stimme einer aussergewöhnlichen Musikerin. Die Singer/Songwriterin verpackt leidvolle Geschichten in sphärische Melodien und eine düstere Mischung aus Folk, Ambient und Country, die an die 80er Pop-Ikone Kate Bush erinnert. Der dunkle Gemütszustand ist ihr liebster Verbündeter, nur manchmal erwacht sie aus der bedrohlich wirkenden Lethargie - die Hölle lässt nicht lange auf sich warten. Uns erwarten gebrochene Herzen und andere schwere Schicksale, tragische Chansons über das Unglück junger Mädchen. vielleicht nicht gerade die Einleitung zum Frühling, aber einzelne Sonnenstrahlen sind bereits am Horizont zu sehen.

   
 

antifolk's not dead

Freitag, 15. Mai zero9, 20Uhr20

JEFFREY LEWIS & THE JUNKYARD

DAN COSTELLO / ELIZABETH DEVLIN

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Das Spex schreibt über unsere immer wieder auftauchenden New Yorker Bohemians: "Wenn Adam Green der "Indie-Sinatra" ist, wie einige verkürzend meinen, dann ist Jeffrey Lewis der "Indie-Dylan". Das ist nicht schwer zu erklären: Lewis sprechsingt zur eigenen Klampfe, die Instrumentierung drum herum ist meist sehr sparsam. Der Sprechgesang ist dafür umso gewaltiger. Wobei Lewis´ Sprechen in diesem New Yorker Kaugummi-Englisch mehr ein Nölen ist. Seine neue, vierte Platte "12 Crass Songs" jedenfalls ist nicht nur wortlastig wie eine Hiphop-Scheibe, sondern nebenbei auch noch äusserst politisch. Und dabei, ganz wie Dylan, alles andere als eindeutig. Keine flachen Parolen werden skandiert, keine falschen Analysen betrieben und keine einfachen Lösungen angeboten. Stattdessen werden feine Reime über den Unsinn von Regierungen, Polizisten und Soldaten abgetextet. Und wie in "Bloody Revolutions" dem eintönigen Revoluzzersprech eine klare Absage erteilt. "Don´t want your revolution, I want anarchy and peace", denn Gewalt erzeugt immer neue Gewalt und eigentlich geht es immer nur um Macht. Anarchie und Frieden, so sollte es sein, das ist ein schönes Programm. Die ganzen Songs sind Coverversionen der Polit-Punks von C.R.A.S.S. (Those were the days...). Wie dem auch sei: Die Songs sind alle toll. "System System", "I Ain´t Thick" und "Do They Owe Us" stechen besonders heraus. Besser kann man nicht geehrt werden. Ansonsten bleibt Lewis beim bewährten Antifolk. Schönes Scheppern, schönes Nölen, Bruder Jack spielt gelegentlich mal Schlagzeug, Kimya Dawson und andere haben Gastauftritte am Mikrofon. "12 Crass Songs" ist mehr als ein gutes Lebenszeichen der New Yorker Bohemia. Antifolk´s not dead.

Brooklyn is Love! Vor Jeffrey Lewis laden wir zwei begnadete Künstler aus Brooklyn auf die Insel: Dan Costello (es gibt Glückselige unter Euch, die ihn mit den famosen Creaky Boards kürzlich hier erlebt haben; Grosse sind bei uns eben schnell zurück...) wartet mit wunderbaren Folkperlen auf. Und Frau Elizabeth Devlin gibt bittersüsse, poetische Songs zum Besten, die in etwa so abgehen: Wütend und voller Scham, weil ihr Verlobter sie wenige Stunden vor der Trauung sitzen liess, will Elizabeth Devlin nur fort von Schande und Spott. Doch sie kommt nicht weit – ihre Flucht endet in den Armen von Herr Martin, dem hinreissendsten Mann, der ihr je begegnet ist. Und Herr Martin entführt sie nach St. Moritz, in das stürmischste Abenteuer ihres Lebens...

   
 

...ritter des bizarren

Montag, 11. Mai zero9, 20Uhr20

THE PHANTOM BAND

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Ein Bild, ein sog. Public Image einer Band ist in der schnelllebigen Welt der Popkultur immer ein faszinierendes Trugbild gewesen, ein bunter Spielball der guten und der bösen Mächte. Und mit dieser Pseudowichtigkeit räumen die Glasgower THE PHANTOM BAND auch ordentlich auf. Das Sextett bestehend aus Duncan De Cornell (Guitars & Fast Cars), Gerrard "Hartbreak" Harvard (Bass & Big Business), Andrew T Oxford (Keyboards & Cheeseboards) "Richard The Turd" Princeton (Harmonies & Libraries), Damien Duke Stanford (Drums & The Law) und Greg Yale (Pedals, Gold Medals, Banjos & ASBO’s) spielte schon unter den obskursten Namen wie NRA, Les Crazy Boyz, Los Crayzee Boyz, Tower of Girls, Wooden Trees u.ä.

Im Jahr 2005 haben die verrückten Schotten unter dem Namen Robert Redford auf eigenem Label Extreme Nudity eine Single The Mummy and Daddy Dance veröffentlicht. Kurze Zeit später nannten sie sich wiederum Robert Louis Stevenson, und spielten einige legendäre Gigs in Glasgow (Stereo, Nice’n’Sleazy) und Edinburgh (Wee Red Bar), um anschließend 150 Audiokassetten zu veröffentlichen und zwar unter einem vollkommen anderem Namen Nobodaddy (Andrews DJing Alter-Ego).

Seit 2006 pflegen sie den recht soliden und stabilen Namen THE PHANTOM BAND zu benutzen, unter dem sie auch 2007 eine 7“ Single Throwing Bones bei einem Londoner Minilabel Trial & Error Recordings veröffentlicht haben. Und gerade diese Single hat Chemikal Underground dazu geführt, THE PHANTOM BAND unter Vertrag zu nehmen. Und da waren Arab Strap, Belle & Sebastian und ein paar andere Grosse auch schon am Start. Werden Sie in ihren Ritterrüstungen den Kreuzzug an unserer Insel anrasseln? Schauen wir mal?

   
 

...grandmaster of the mbira

Montag, 4. Mai zero9, 20Uhr20

GWESHE

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In Simbabwe verfolgen und ermorden Sicherheitskräfte und Parteigänger von Präsident Mugabe systematisch die Anhänger der Oppositionspartei MDC. Musiker wie Thomas Mapfumo, Oliver Mutukudzi oder Stella Chiweshe sind bereits vor vielen Jahren nach New York, London und Berlin ausgewandert. Tafaneyi David Gweshe, Musiker und Tänzer aus eben diesem Simbabwe, ist ein Meister der Mbira, dem traditionellen Daumenklavier. Er entwickelte die Mbira vom einfachen Instrument mit 21 Metallzungen zur mehroktavischen Munyonga mit 56 Keys. Damit erzeugt er einen orchestralen Sound, der meistens mit den Hosho (Rasseln) begleitet wird. Gweshe ist vermutlich die letzte, über die Landes- und Kontinentalgrenzen hinaus anerkannte kulturelle Instanz Simbabwes, die selbst in der grossen Krise weiterhin in seinem Heimatland zu leben und zu arbeiten versucht. Er präsentiert die reiche Kultur Simbabwes im Duo mit seiner Frau, der Musikerin und Tänzerin Tsitsi Gweshe. Und wir werden noch lange staunen...

   
 

...come on in my kitchen

Samstag, 2. Mai zero9, 21Uhr21

CROOKED STILL

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Mit ungewöhnlicher Besetzung definiert das junge, aber in den USA bereits extrem angesagte Quintett aus Boston ein neues Kapitel in der Entwicklung der Bluegrass Musik: Geige, Cello, Kontrabass als Nährboden für Funky Banjo Riffs - das hat es so noch gar nie gegeben. In ihrer fünfjährigen Geschichte eroberten Crooked Still neben den neuen Bluegrass- und Jamband - Festivals auch die Kritiker der Mainstream-Presse wie etwa USA Today oder Billboard. Mühelos verschmelzen die vier Musiker um die ergreifend intensive Sängerin Aoife (sprich Ifa) O`Donovan Elemente der archaischen Appalachian Mountain Music aus den USA-Südstaaten mit Rock, Folk und Pop. Die Musiker bestehen dabei auf rein akustischen Instrumenten und spielen völlig ohne Schlagzeug. Bandchef Grez Liszt ist einer der führenden innovativen "jungen Wilden" am 5-string Banjo, weltbekannt durch seine Mitwirkung beim Bruce Springsteen Projekt "The Pete Seeger Sessions". Aoife O'Donovan ist schon jetzt eine der bedeutendsten Frauenstimmen des Genres und mit ihrem eigenen, typischen bluesigen Touch durchaus auf Augenhöhe mit Superstar Alison Krauss.

Das dritte Album der Band, "Still Crooked" spielten sie nach kurzen Proben in einem Rutsch ohne Overdubs ein, man kann also sicher sein, so tönt's dann auch hier auf der Insel. Der ungewöhnliche Band-Name ist einem seltsamen Apparat entlehnt, mit dem man in den abgelegenen Bergen heimlich illegale Whiskey brennen konnte - ein beliebter Zeitvertreib der dortigen Hillbillies.

   
 

...Endlich wieder bei uns

Sonntag, 26. April zero9, 20Uhr20

ELENI MANDELL

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Ein Rockmantra wie "God Is Love" hat Eleni Mandell noch nie geschrieben. Wie hier die Sologitarre ihres Saitenmanns Jeremy Drake stoisch ein ums andere Mal die Skalenstufen hinabtänzelt, bis sich diese Rifffolge ins Hirn gebrannt hat, wie manchen Christen das Vaterunser, das hat hypnotischen Zauber. Während Eleni Mandell auf ihrem siebten Album sämtliche Stile ihrer bisherigen Karriere - von Indie bis Country - durchdekliniert, liefert Drake stets die richtigen Licks ab. Oft hockt seine Gitarre klein und böse in der Ecke und kommentiert und konterkariert das Geschehen mal spöttisch, mal höhnisch, mal mitfühlend (wie im jazzig-zärtlichen "In the Doorway"). Und in "It wasn't the Time (It was the Color)" ertränkt Drake am Ende Mandells Erinnerung an eine ferne verlorene Liebe in aufbrandendem Crescendo. Überall hat der Mann seine flinken Finger drin; er gibt Mandells heterogener Songsammlung den festen Rahmen, führt sie stilsicher vom Rock zum Folk und wieder zurück. Effekt: ein weiterer Karrieresprung für die Sängerin aus Los Angeles.

Eleni Mandells Weg hat einige bemerkenswerte musikalische Kurven zu verzeichnen: Sie begann - und das sagt sie selbst - mit dem etwas schrägen Vorsatz, am liebsten Tom Waits sein zu wollen. Es folgte mit "Country For True Lovers" eine Kehrtwendung: Plötzlich galt sie als Garantin für erstklassigen Retro-Sound mit traditionellen Wurzeln. Nun entwickelte sie sich von da weg, hin zu einer eigenständigen Form, die zuletzt in bemerkenswert gut gelaunten Strukturen endete. Mit dem neuen Werk schwenkt sie wieder in eine andere Richtung: Country und Jazz sind zwar noch nicht ganz vergessen, aber längst nicht mehr so wichtig. Pop - an dem sie sich bislang die Zähne ausbiss - schleicht sich langsam ins Geschehen, wie auch eine Prise Indie-Rock. Und es geht wieder unberechenbarer zu, was das Songwriting betrifft - nicht so unberechenbar wie zu Beginn, aber Tom Waits ist auch nicht mehr ganz so fern. Warum auch? Mittlerweile hat Eleni Mandell genug Routine und Wissen, um ihre Eigenständigkeit auch songwriterisch ausdrücken zu können, so dass Referenzen nicht mehr mit dem Ruch des schon mal Dagewesenen alles in die Retro-Ecke stellen. Mit "Artificial Fire" ist ihr - wieder ein Mal - ein kleiner Überraschungscoup gelungen, der zeigt, dass Eleni Mandell sich konsequent wandelt und weiter entwickelt.

   
 

...mundotish

Samstag, 25. April zero9, 20Uhr20

TISH HINOJOSA

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Tish Hinojosas Musik überschreitet Grenzen zwischen Kulturen, Sprachen und musikalischen Genres. Anmutig durchstreift die texanische Sängerin und Songwriterin den Americana-Kanon und verschmilzt Folk, Country, Pop und Latino zum spezifischen Tish-Sound. Als jüngstes von 13 Kindern einer mexikanischen Einwanderer-Familie wuchs Tish in San Antonio, Texas auf, umgeben vom Folk und Rock der 60er und frühen 70er – und natürlich von den traditionellen mexikanischen Liedern aus dem Radio. In New Mexico kam schliesslich noch die Liebe zur echten Countrymusic jenseits des Nashville-Kommerzes hinzu. So spiegelt die Musik von Tish Hinojosa auf unnachahmliche Weise den multikulturellen Reichtum Amerikas wider. Mit ihrem wunderbar reinen Sopran, ihren mehr als einem Dutzend Alben und unzähligen Touren durch die USA und Europa hat sich Tish eine treues Publikum erspielt. Zudem engagiert sie sich in sozialen Fragen, sei es für die Anliegen der Landarbeiter auf den amerikanischen Obstplantagen oder eine zweisprachige Erziehung für die Kinder hispanischer Einwanderer. 1996 lud sie der damalige Präsident Bill Clinton zum einem Konzert ins Weisse Haus ein.

Tish Hinojosa gehört heute zur ersten Liga der texanischen Singer/Songwriter. Ihre Songs wurden u.a. von Linda Ronstadt und Joan Baez aufgenommen. Mit zahlreichen Musikgrössen arbeitete sie live oder im Studio zusammen, dazu zählen Nancy Griffith, Lucinda Williams, Dwight Yoakam, Flaco Jimenez, Pete Seeger und Kris Kristofferson. Zudem erzielte Tish grosse Erfolge mit symphonischen Aufführungen ihrer Songs, begleitet von einigen der angesehensten US-Orchester. Bei uns solo und von Robi Maurer am Akkordeon begleitet. Etwas ganz Grosses.

   
 

Einer der besten Singer/Songwriter
unserer Zeit!

Donnerstag, 23. April zero9, 20Uhr20 SFr. 35.00
Vorverkauf nur an unserem lokalen Tresen!!!

LLOYD COLE

Der 1961 in England geborene, studierte Philosoph Lloyd Cole feierte Anfang der 80er mit seiner Band "The Commotions" unglaubliche Erfolge. Ihr Debut "Rattlesnakes" kam beim NME sogar unter die Top 50 der Greatest Albums of the 80's. Mit dem folgenden Album "Easy Pieces" landete die sensible Band in den englischen Top Ten. Doch Llyod Cole emigrierte nach New York. Nach 4 erfolgreichen Solo-Alben begann er wieder von einer Band zu träumen und gründete mit Ex-Commotions-Kollegen die "Negatives".

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  Auch heute noch kann sich Cole in den USA und in Europa, mit oder ohne Band, stets auf eine treue Fangemeinde verlassen. Die New York Times vergleicht ihn zu recht mit Grössen wie Bob Dylan und Tom Waits. Auf dem 2003 veröffentlichten Album "Music In A Foreign Language" besingt der grandiose Folk-Gitarrist und aufmerksame Beobacher das Schicksal des Älterwerdens. Ein gescheiter, nachdenklicher Zweifler mit grossartigen Texten. 2005 folgt anlässlich des 20. Jahrestages von "Rattlesnakes" eine kurze Wiederbelebung der Commotions. Dann spielt er 2006 das vielschichtige Werk "Antidepressant" praktisch allein ein – Keyboards, Gitarren und Schlagzeug. Mit "Cleaning Out the Ashtrays" (Tapete Rec.) hat Lloyd Cole aktuell eine 4fach-Cd mit 59 alten, nie veröffentlichten Stücken herausgegeben. Einer der besten Singer/Songwriter unserer Zeit! Wieder bei uns.
   
 

...Hula Hopp und mehr Ukulele

Samstag, 18. April zero9, 21Uhr21

THE MOONLIGHTERS

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Sie kommen! Und keiner kann uns vorwerfen, dass wir der ätzenden Bise nicht eingeheizt haben. Die Moonlighters, in veränderter Besetzung und stärker denn je, sorgen mit ihrem süchtig machenden Hawaii-Sound für wohltuende Südsee-Wärme auf und vor unseren internationalen Surfbrettern. Relax and Enjoy!

Was treibt wohl eine gefeierte Ex-Punk-Bizarre-Avant-Noise Sängerin dazu, mit drei Freunden mitten in New York City auf Ukulele und Hawaii-Gitarre die coolsten Klänge der 20/30er Jahre aufzuführen? Bliss Blood, Sängerin und Ukulele-Frau der Moonlighters: "...wir hatten genug von der lauten Rock-Musik und wollten einen ruhigeren Sound, mehr relaxed und jazzy, also das, was wir und die vielen gestressten Menschen der Metropolen gerade mehr denn je brauchen können. Die verführerischen Sounds der Hawaii-Gitarren klingen fast als wären sie nicht von dieser Welt, yeah...they are trippy! Dazu kommt unsere Liebe zu Pop und Jazz der 20er- und 30er-Jahre, die so grandiose Künstler wie Connie Boswell und die Boswell Sisters, Billie Holiday oder Bessie Smith hervorbrachte. ... Wir lieben die alten Hits, wie Tickling The Strings, Hula Blues, Beyond the Reef oder Hummin' to Myself, aber wir schreiben zusätzlich immer mehr unser eigenes Material. Unsere Texte sind modern, sie sind romantisch, düster, tragisch und sie sind sexy!"

Bliss Blood's Songs mischen die wilden Bilder mit dem verführerischen Sog der Sirenen am Strand von Waikiki. Immer wieder tauchen düstere Gothic-Themen auf, z.B. in "Blue and Black Eyed": Die Gedanken einer Frau, die Treppe eines Hochhauses hinauf steigend, von dem sie sich einer tragischen Liebesgeschichte wegen stürzen will. Oder in "Mighty Fine" mit der depressiven Zeile zu Beginn: "...I feel happy when I'm solitary." Daneben die sphärische Intensität und die grandios lautmalenden Bilder von Stücken wie "Dreamland" und immer wieder herrliche Love Songs - tragisch, träumerisch, erotisch oder verzweifelt -, von denen unsere Welt sowieso nie genug bekommen kann.

   
 

...I'd rather walk than run

Montag, 13. April zero9, 20Uhr20 SFr. 35.00
Vorverkauf nur an unserem lokalen Tresen!!!

HERMAN DÜNE

+DICK TURNER

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Wer auch immer die Bandmitglieder waren: Der Act auf der Bühne hiess immer "Herman Dune" - egal ob der schwedisch-jüdische Franzose David-Ivar Herman Dune alleine, mit Bruder Andre (wie damals bei uns für Essen, Trinken und Schlafen. Das hat geändert, seit sie im Pariser Olympia aufspielen...) oder mit Band aufgetreten ist. Das neue Album "Next Year In Zion" entstand mit Cousin Neman - und brachte es vielerorts zum Album des Jahres. Es ist die einzige Musik, die diesen unendlich langen Winter vertreiben wird. Aufgenommen wurden die 12 Songs in der Provence und das hört man ihnen an: Jedes Zürcher Schneegestöber wird zum französischen Strandspaziergang und David-Ivar zu einem scheinbar guten Bekannten. Denn jeder Song erzählt eine heitere Episode aus seinem Alltag. Es geht viel um das Gefühl der Heimatlosigkeit ("My Home is nowhere without you"), es geht um das Sich-Nicht-Verstanden-Fühlen ("Someone Knows better than me"). Die Geschichten spielen in Stockholm, Paris, Malibu und Coney Island und David-Ivar erfreut sich an der männlichen Beschützerrolle ("My Baby is afraid of sharks"). David-Ivar verweist auf Leonard Cohen und verpackt viele warmherzig-selbstironische Dialoge mit "Baby" in Songform: "And in the winter when it’s cold, your hair is long and I'm bold. And I have no hat but it feels warm, when you cuddle in my arm." ("Baby, Baby, Your's My Baby"). Keine Frage: David-Ivar hat so viel Humor wie Bart im Gesicht und das macht "Next Year in Zion" zu einer akustischen Wärmestube: "It's the first album that I write while I am happy. I used to think I needed to be a little sad, or at least melancholic to write, this one proved me wrong…" sagt David über das neue Album und das hört man der Platte auch an: Der Tiefgang und die düstere Schwere des Songwritings seines Bruders Andre fehlt. Doch die Songs auf "Next Year in Zion" kommen so nett und aufgeweckt daher, dass man unwillkürlich zu jedem Song die Fraggles tanzen sieht. Und die Fraggles sind schwer in Ordnung.

"I'm David Herman Dune. And I like the sea and the pelicans.", so stellt sich David bei der "Mister Monkey-Show" auf Youtube vor und spielt dem Stoff-Affen-Moderator einen Pop-Song auf der Ukulele vor. Dabei trägt er einen Neopren-Anzug und hinter ihm versinkt die Sonne im Pazifik. Der kleine Auftritt fasst die Magie der Band sehr gut zusammen: Lo-Fi Songwriting, Hipstertum, Sesamstraßen-Humor und eine Prise Muppet-Show.

   
 

...betörende Meerjungfrau

Sonntag, 12. April zero9, 20Uhr20

MARIA DOYLE KENNEDY +
KIERAN KENNEDY

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Alle Jahre wieder. MC Anliker vom Café Mokka in Thunesien oben schreibt hierzu: "Maria Doyle Kennedy, diese mächtige Mischung aus Folk, Sirene und Punkdiva gehört zu den grossen Stimmen Irlands. Mitte der achtziger Jahre war sie Mitbegründerin der "Stadiongruppe" Hothouse Flowers und später sang sie bei der Dubliner Black Velvet Band, einem Amalgan aus Rockband und Zigeunerkapelle. 1991 war die schöne Irin in der Rolle der Natalie Murphy in Alan Parkers Filmklassiker The Commitmens zu sehen und vor allem zu hören... Der Aretha Franklin Klassiker "I never loved a man" scheint ihr auf die Stimmbänder komponiert zu sein. Maria wird seit Jahren von Ihrem Mann Kieran Kennedy musikalisch ergänzt und begleitet. Die Konzerte von Maria Doyle Kennedy sind starke, emotionale Erlebnisse und Maria hinterlässt immer ein glückliches Publikum, das zufrieden die heiligen Hallen verlässt." Bei uns ist es nicht die Halle (die immer etwas Einsturzgefahr bergen tut) sondern unser (Almost) Angels Island. Und das Mokka in Thun ist im Fall immer wieder eine Fahrt wert...

   
 

...zart-bitter

Samstag, 11. April zero9, 21Uhr21

CALLmeKAT

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Viele Mädchen träumen davon einmal als gefeierte Sängerin auf der Bühne zu stehen. Weit weniger verfolgen ihren Traum aber so konsequent wie die Dänin. Jahrgang 1981 in Kopenhagen geboren, wächst sie in einem kleinen dänischen Kaff namens Aabenraa auf und entdeckt schon als Kind die Liebe zur Musik. CALLmeKAT's Songs sind eine delikate Mischung aus elektronischen und akustischen Melodien und Sounds, über welche sich ihre bittersüsse und authentische Stimme erhebt. Live begleitet von Korg und Casio verzaubert die Dänin Euch verehrtes Publikum binnen Sekunden (was ihr Support von NOUVELLE VAGUE im letzten Jahr eindeutig bewies!), achtung Frau Feist, da kommt ernstzunehmende Konkurrenz!

THE SCANDINAVIAN MELANCHOLY RUNS THROUGH THE WOODS LIKE A TRICKLING STREAM CLEAR AS SPRINGTIME, AND RESEMBLES A FRENCH BLACK AND WHITE MOVIE FROM THE 1960's. THE MATERIAL FROM COPENHAGEN-BASED ARTIST, KATRINE OTTOSEN, IS ORGANIC, HIGHLY AESTHETIC AND SOMEHOW UNIVERSAL.

   
 

...Le rétour de Monsieur Mou

Donnerstag, 9. April zero9, 20Uhr20

MARCEL KANCHE

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Mit Marcel Kanche kommt endlich ein grosser Monsieur wieder, den wir seit Ewigkeiten sehnsüchtig zurück auf unsere Insel wünschen. Mit seinem Konzert im seligen "el Internacional" starteten wir vor über 22 Jahren unsere kleine, aber oberfeine Konzertserie. Kanche, inzwischen über 50, tomwaitst sich durchs Leben, poetisch, eckig, kantig, sympathisch. Da wird mit Sprache und Klängen gespielt, erfolglos, belächelt vom Flachen, fragend: "Gilt diese Idee immer noch?" Tiefgründigkeit, mit der sich junge Popchansonleute kaum belasten. Marcel Kanche gehört zu den eigenartigsten Figuren der französischen Musikszene. Renommierte Musikmagazine wie Vibrations sehen in ihm einen der spannendsten Ton-Künstler aus der Frankofonie. Seit über 25 Jahren arbeitet er im Schatten des Showbiz und publiziert in schöner Regelmässigkeit grossartige Alben, wie z.B. sein neustes Opus "Dog Songe" (2008, u.a. mit dem Akkordeonisten Otto Lechner). Kanche wird mit Leuten wie Tom Waits oder Leonhard Cohen verglichen... nicht zu Unrecht. Auch wenn dem "grand public", wie die Franzosen sagen, weitgehend unbekannt, kennt praktisch jeder Texte von Kanche, ohne es zu wissen: Zwei Hits von Vanessa Paradis gehen auf seine Kappe. Seine Musik ist erfüllt von einer Tiefe, von Schönheit und einer ruhigen, ganz grossen Kraft. Va, Chevalier Marcel!

   
 

...good feeling music

Sonntag, 5. April zero9, 20Uhr20

DENT MAY

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Ein Südstaaten-Anti-Slacker schickt sich an, Tiny Tim den Rang als weltberühmtester Ukulele-Spieler abzulaufen, allerdings ohne Falsett-Gesang – das ist Dent May aus Taylor, Mississippi. Vorbilder: Lee Hazlewood und Serge Gainsbourg. Sein eben erschienenes Album heisst viel- bis alles-sagend "The Good Feeling Music of Dent May & His Magnificent Ukulele"“. Hier wird an die postmoderne Süffisanz der Indie-Rock-Bands in den 90ern erinnert. Liebliche Folk-Tunes mit Sunshine-Pop-Einlagen lassen Rockgesten weitestgehend verblassen. Vielleicht hat May das Gesamtwerk von Harpers Bizarre als Originalpressungen in Mint im Plattenregal stehen, von seltenen Van-Dyke-Parks-Werbejingles gar nicht zu reden. Jedenfalls hat er ein Flair für Absurdes. Auch spielt er gern den weltfremd Naiven. Laut Wikipedia ist er Teilhaber einer Getränkefirma in New York, deren erstes Produkt "Cream Abdul Java" hiess – so einen muss man doch gern haben! Packt er seine Ukulele aus, bekommt der Verstärker feuchte Lichtlein. Die trocknen aber wieder, wenn Zombys Bass so tief dröhnt, dass Mann wie Frau Bälle und Möpse hoppsen. Es sei vorgewarnt: Prince wird gecovert. Und dann diese verstörende Allianz zwischen Rave und Dubstep, die da in UK gerade salonfähig wird! Da bleibt einem erst die Spucke weg und dann reissts einen vom Hocker!

   
 

...Honey and Salt

Samstag, 4. April zero9, 20Uhr20

DEAD ROCK WEST

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Dead Rock West erweckten auf Tourneen mit legendären Musikern wie John Doe, Wilco, The Knitters und Mark Olson die Aufmerksamkeit des verehrten Publikums. Ihr Debüt Album «Honey and Salt» gewann enthusiastische Reviews

"Listening to Dead Rock West’s music is like tasting your favorite dish and taking an enormous bite of Americana frosted with sexy harmonies sprinkled with roots rock sensibilities." – The Deli Magazine

"Based in LA, the band cannot deny its rock roots like the Byrds and Buffalo Springfield. Even as crunchy jangle rock persists through the record, the band's true evocative sound is where John Doe and Exene Cervenka from X meet Gram Parsons and Emmylou Harris." – Campus Circle

"X meets Wilco? A dream combination for fans of roots-inspired, punk-spirited rock, and one that somehow congeals in Dead Rock West." – Ventura County Reporter

Ein wenig denkt man bei den musikalischen Lautmalereien der Los Angeles Band 'Dead Rock West' in ihrer Spontaneität an Wilco. Peter Case, der ihr neues Album am Fertigstellen ist, meint stolz: "Die Songs rocken! Gospel trifft auf Captain Beefheart – den musikalischen Partner von Frank Zappa – und da bin ich sehr stolz drauf!"

   
 

..."I Am The Man"

Dienstag, 31. März zero9, 20Uhr20

SIMONE WHITE

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Michelle Shocked hat's uns gesteckt Alela Diane und Marissa Nadler auch. Und Devon Sproule. Simone White sei eine ganz Grosse. Wir glauben diesen Damen unseres grossen Herzens. Hier ist sie. Geboren auf Hawaii, als Kind übergesiedelt nach Kalifornien, danach Aufenthalte in Seattle, London und schließlich in New York gelandet: Simone White ist schon viel herumgekommen. Fruchtbare Voraussetzungen, um den künstlerischen Weg ohne Scheuklappen auszuloten. Ihr zweites Album "I Am The Man" erschien bei dem wunderbaren Londoner Label Honest Jon’s (Artikel in Spex #310) und sei Menschen, die gerne dem Geräusch fallender Herbstblätter oder dem Atmen von Ameisen lauschen, wärmstens empfohlen. Aber keine Angst, bewusstseinsschärfende Stille ist längst nicht alles, was Simone White musikalisch zu bieten hat: Titel wie "The American War" oder "Great Imperialist State" zeigen die Richtung. Um ein paar Namen und Musikstile zu droppen, die bei diesem grossartigen Sound anklingen: Joni Mitchell, Low, Souled American, Fado, Blues, Soul, Jazz, Cat Power mit Bert Kaempfert und manchmal ein deftige Prise Sonic Youth. "I Am the Man" ist lauter Protest in stillen Klängen.

   
 

...blues explosion

Montag, 30. März zero9, 20Uhr20 SFr. 35.00
Vorverkauf nur an unserem lokalen Tresen!!!

JOHN HAMMOND

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Seit mehr als vierzig Jahren studiert und kultiviert John Paul Hammond (Junior des legendären Columbia A&R-Mannes John Henry Hammond, der Leonard Cohen, Bob Dylan, Benny Goodman, Billie Holiday, Bruce Springsteen, Stevie Ray Vaughan uvam. gesignt hatte) den Blues in seiner reinsten Form, wobei sein Gespür für eklektizistisches Repertoire von den Alten bis hin zu den Stones und Tom Waits reicht. Eigene Stücke schreibt der Stille und Bescheidene sporadisch erst seit kurzem. Musste er ja eigentlich auch nicht, da jeder Song dank seiner speziellen One-Man-Band-Behandlung immer und vor allen anderen nach John Hammond klingt. Auf seinen Platten hört man eine der schwärzesten weissen Stimmen, den virtuos Solo- und Rhythmus-Part verdichtenden Gitarrenstil der reisenden Country-Blues-Pioniere, der oftmals fehlende oder unerschwingliche Begleitmusiker kompensieren musste; und nicht zuletzt eine von allem losgelöste Mundharmonika, wie sie viele Solisten auch nach Jahren beflissenen Übens nicht so selbstverständlich zum Klingen bringen.

Mit John Hammond, dem ganz in Würde ergrauten, amerikanischen Gentleman, kommt ein weiterer der ganz Grossen (Taj Mahal, Hans Theesink mit Terry Evans) zu uns auf die kleine Insel am Missisihl-River. Und der Mann ist nicht ganz billig, um mal vorzuwarnen. T Bone Burnett: "This is the deep stuff. The dark stuff. This is the facts. Right here." Nichts hinzuzufügen.

   
 

...bezaubernd

Sonntag, 29. März zero9, 20Uhr20

PIERRE OMER

Als Ende 2006 die grossartigen Dead Brothers zerbrachen, wischten wir uns verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel, traurig über so viel verlorene Schönheit. Als wir im Sommer 2007 die ersten Entwürfe der kommenden Solo-Songs von Dead Brothers-Mitbegründer Pierre Omer hörten, wunderten wir uns, warum dieser Mann all die Jahre nicht gesungen, sondern still im Hintergrund komponiert und sein wunderbares Akkordeon gespielt hatte. Nun ist also ein ganzes Album neuer Songs bereit, welches demnächst erscheinen wird. Omer, der auch als Komponist von Film- und Theatermusik (u.a. für Meret Matter) und als Produzent (Mama Rosin) tätig ist, legt ein bezauberndes Debüt-Album vor. In London geboren, lebt der Vollblutmusiker mit indisch-schweizerischen Wurzeln in Genf und Madrid, spielt Gitarre, Akkordeon, Piano und vor allem – er singt! Mit wunderbarer, warmer Stimme erzählt er von gestrauchelten Helden und Geistern, die ihn in südlichen Breitengraden verfolgen. Ab und zu schimmert der Dead Brother durch, aber auch seine Liebe für das Gitarrenspiel von Django Reinhardt. Und was wäre eine Solo-Platte von Pierre Omer ohne ein listiges Augenzwinkern ab und zu? Sonnenklar also, dass wir ihn wieder zurück auf unsere Insel lotsen...

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...unwiederstehlich

Donnerstag, 26. März zero9, 20Uhr20

BASKERY

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Da steigt nicht nur die Wassertemperatur unseres Missisihl-Rivers Richtung Siedepunkt: Banjo-Punk, Killbilly, High Voltage, Mud-Country – so bezeichnen Mephistopheles’ drei leibhaftige Schwestern Greta, Stella und Sunniva Bondesson aus Schweden ihre zauberhaften Country-Folk-Americana-Tunes. Als Baskery geben sie mit dem Album "Fall Among Thieves" ihr Debüt. Aber was heißt hier Debüt? Vater und Schwestern tourten über zehn Jahre mit der Rockabilly-Formation The Slaptones, veröffentlichten zwei Alben auf EMI und spielten u.a. im Vorprogramm des Brian Setzer Orchestra. Das Set-up der 2006 gegründeten Baskery ist so ungewöhnlich wie ihre Protagonisten: Greta singt, spielt ein sechssaitiges Slide-Banjo und bedient parallel noch Kick- und Snaredrum. Sunniva, ebenfalls Gesang, treibt die Songs mit akustischer Rhythmusgitarre voran, während Stella das Ganze mit ihrem energetischen Spiel am Kontrabass zusammenhält. Ergebnis: Die Songs beschwören staubige Südstaaten-Saloons herauf, in denen eben noch Johnny Cash, Hazeldine und David Eugene Edwards gespielt haben. Es riecht noch nach Schweiss, Tabak, Bourbon und Bier. Wie bei uns.

   
 

...bruised and battered hearts

Dienstag, 24. März zero9, 20Uhr20

DAKOTA SUITE

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Stimmlos und ohne Gitarre untermalt der Engländer die Winterdepression. Nein, von fröhlicher Musik kann hier nicht die Rede sein. Seit Jahren informiert uns Chris Hooson über seine Tragödien und das ewige Auf und Ab seines Lieblingsvereins FC Everton. Der aus Liverpool stammende Singer-/Songwriter von Dakota Suite verwandelt dabei Traurigkeit in himmelstraurige Schönheit. Albumtitel wie "Alone With Everybody" (1996), "The Way I’m Sick" (2002) und "Waiting For The Dawn To Crawl Through And Take Away Your Life" (2007) verraten den feinfühligen Charakter. Tieftraurige Melodien und melancholischer Schmerz sind auch die Hauptregungen auf "The End Of Trying". Zusammen mit seiner Band setzt Dakota Suite diesmal auf dezente Klanganimationen mit meist fliessenden Klavierakkorden und einem geschmeidigen Cello-Arrangement. Stimm- und gitarrenlos erzählen die Songs von Kummer und Schmerz. Jedem Track seine eigene Empfindung. Mit dabei: der von Hooson schon seit Teenagerzeiten verehrte US-Cellist David Darling. Ein weiterer unserer Alltime-Lieblinge endlich bei uns an der ach so blauen Sihl: Dakota Suite, the end of waiting is near!

   
 

...Acht Fäuste für ein Dub-Hallelujah!

Samstag, 14. März zero9, 20Uhr20

DUB SPENCER & TRANCE HILL

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Der Monsterdub-Spaghetti-Western geht in die nächste Runde: Mit "Riding Strange Horses" legen die Asphalt-Cowboys von Dub Spencer & Trance Hill ein Meisterwerk mit Covers ihrer Lieblinge vor. Sie erforschen noch gründlicher die Essenz des Dub, lassen es aber gleichzeitig mehr krachen. Instrumentale, psychedelische Reggae-Melodien werden von giftigen Gitarren durchbrochen, Country-Passagen verwandeln sich in schleppende Grooves, verschlafen-dubbige Beats werden zu treibendem Trance. Und alles wird von einer pumpenden Bassline getragen, die sanft den Magen streichelt. Bereits 2006 wirbelten die Züri-Jungs mit ihrem Debüt eine Menge Staub auf: "Nitro" erhielt in zahlreichen Magazinen Bestnoten und wurde vom deutschen Reggae-Sprachrohr Riddim zum Dub-Album des Monats gekürt. Wo die Dub-Rabauken sich in den Sattel schwingen, wächst wenig Gras unter den Gampirosskufen. Zurück bleibt ein wohltuende Zustand der Verwirrung. Eine süchtig machende Klangerfahrung: Acht Fäuste für ein Dubelujah!

   
 

...le pop - les filles:

Donnerstag, 12. März zero9, 20Uhr20
Vorverkauf nur an unserem lokalen Tresen!!

FRANÇOIZ BREUT (TRIO)

MARIANNE DISSARD (TRIO)

LE POP DJ-TEAM

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le pop

 

Chanson = Gainsbourg? Wohl noch nie eine Le Pop-Kompilation gehört. Die aktuellste heisst "Les Filles". Mit der Pionierin des Nouvelle Chanson Françoiz Breut und der Kritikerherzen reihenweise brechenden Newcomerin Marianne Dissard beehren uns zwei aussergewöhnliche Vertreterinnen des Nouvelle Chanson auf der Insel:

Françoiz Breut, die Grande Dame und Pionierin des Nouvelle Chanson mit der einzigartigen Stimme war in den vergangenen Jahren Inspiration zahlreicher Koriphäen, deren Songs sie eindrucksvoll interpretierte: Dominique A, Katerine, Yann Tiersen, Jérôme Minière, Calexico, Herman Düne. Live zieht diese charismatische Sängerin so ziemlich jedermannfrau in ihren Bann. Die Songs zum brandneuen Album "À l'aveuglette" hat sie alle selbst getextet, während sie die unsterblichen Melodien dazu mit ihren langjährigen Bandmitgliedern erarbeitete: Keyboarder Luc Rambo und Multi-Instrumentalist Boris Gronemberger, der sie auf der "Les Filles" -Tour wieder begleiten wird. "À l'aveuglette" ist Françoiz Breuts bisher homogenstes, unmittelbarstes und persönlichstes Werk. Und live ist alles noch viel schöner.

Die allseits bewunderte Newcomerin Marianne Dissard versorgt uns aus ihrer Wahlheimat Tucson, Arizona nicht nur mit ihrem grossartigen Debüt-Album "L'entredeux", sondern auch mit einem neuen Genre: dem Desert Chanson. Mit ihrer eindringlichen Stimme sang sie einst für Calexico im Duett mit Joey Burns den Hit "The Ballad Of Cable Hogue". Daraus entstand eine langjährige Zusammenarbeit: Burns schrieb die Musik zu Dissards Texten und produzierte die einzigartige Melange aus Americana und französischer Poesie. Aufgenommen wurde "L’ entredeux" im legendären Wavelab-Studio mit grossen Namen wie John Convertino (Calexico), Naïm Amor (Amor Belhom Duo), Matt Mitchell, Vicky Brown, Rob Burger (Tin Hat Trio) oder Mickey Raphael (Willie Nelson Band). Es wird eine unvergessliche Erscheinung auf unseren lokalen Weltbrettern.

Im Anschluss an die beiden Konzerte übernimmt das Le Pop DJ-Team und rundet das Programm mit einer gewohnt fulminanten Le Pop-Party à la française ab: Mit tanzbaren Chansons, swingendem Pop, Fundstücken der Yé-Yé-Ära und natürlich den größten Hits aus dem Le Pop-Universum.

   
 

...Wenn der Vater mit der Tochter

Mittwoch, 11. März zero9, 20Uhr20

PAPIERS D'ARMENIES

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"Schon lange hat mich keine Weltmusik-Band derart beeindruckt, ja, weggeblasen, wie Papiers d’Armenies hier im milden Juni 08 in Cahors. Mit einer unglaublichen Intensität und Tiefe führt diese musikalische Reise vom Orient in den Okzident durch Armenien, Griechenland, Georgien und Anatolien. Inspiriert und inspirierend. Natürlich lassen die Namen der Musiker bereits aufhorchen: Dan Gharibian ist einer der beiden Gründer der legendären Bratsch und seit über 30 Jahren deren Sänger und Gitarrist. Seine Tochter Macha Gharibian ist ausgebildete Jazzpianistin, fungiert bei Papiers d'Arménies aber ausschließlich als grandiose Sängerin. Gérard Carcian, ein Virtuose auf der Kamantcha, der Kniegeige, ist u.a. Arrangeur und Mitglied des hochkarätigen Ensemble de Danse d'Arménie. Pat Kousiguian entlockt der Duduk atemberaubende Klänge und spielt in zahlreichen Ensembles mit. Und der in Istanbul geborene Aret Derderyan, ein ausgefuchster Akkordeonist, komplettiert das grossartige Ensemble. Kein Wunder also, daß Papiers d'Arménies bereits kurz nach ihrer Gründung in Frankreich sehr gefragt sind." schreibt unser Lieblingsagent Berthold Seliger auf seiner Ansichtskarte aus dem Südwesten Frankreichs. Leider lassen die vielfältigen Engagements den heiss begehrten Musikern nur wenig Raum für Auslandstourneen, doch heute, am 11. März, werden sie auf unserer Insel anlegen...

   
 

...hillbilly spirits

Sonntag, 8. März zero9, 20Uhr20

0'DEATH

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Spätestens die Pogues haben den Folk punkfähig gemacht. Und die ungestüme Performance als auch das unmögliche Äussere seiner Protagonisten jäten noch heute jedem braven Folk-Traditionalisten alle Sicherungen raus. Oh je, jetzt also auch noch O’death – ein schweisstreibender und ernst gemeinter Protest gegen die Mumifizierung der American Roots Music. Vergiss die Klischees von Stadtneurotikern und Landeiern: Roh und laut schmettern die sechs apokalyptischen Reiter ihre lebensstrotzende Version von Country und Bluegrass vom Asphaltacker. Greg Jamie’s Stimme permanent am Abgrund zum Schreien; das Schlagzeug knallt und scheppert, als hätte Steve Albini es durch eine Mülltonne gefiltert. Trotzdem beziehen sich O’death geradezu manisch auf ein Amerika zwischen 1800 und 1940 – verstörend faszinierend, faszinierend verstörend. Und sie leben die Widersprüche schamlos aus, was das aktuelle Album HEAD HOME zu einem überzeugenden Meisterwerk macht. Die ebenso melodiöse wie nervöse Fidel nimmt den Zuhörer an die Hand, mal durch verdächtig authentische Bluegrass-Stücke wie "Travelin Man", mal durch wilde Verfolgungsjagden wie "Allie Mae Reynolds". Und das alles zum Mitsingen.

   
 

...Aufbruch zu neuen Horizonten

Samstag, 28. Februar zero9, 20Uhr20

GIGI MOTO

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Ist in den Tagen von Castingshows und Retortenbands der Popmusik die Seele abhanden gekommen? No angels left, alles kalkuliert, alles Mache und Grund zum Jammern? Oder ist einfach die Zeit für alte Vorlieben gekommen? Für echte Musiker und grosse Stimmen? Unbeeinflusst von kurzlebigen Modeströmungen gehen Gigi Moto ihren eigenen Weg, haben Zeit für Musik mit Herzblut. Plattentaufe - die gewaltige Sängerin wieder einmal bei uns.

Nach fünfzehn Jahren erfolgreicher Bandgeschichte treten «gigimoto» in letzter Zeit vermehrt auch als Duo auf, reduziert auf die unvergleichliche Stimme der Sängerin Gigi Moto und den unverkennbaren Sound des Gitarristen Jean-Pierre von Dach. Nun folgt das Album zu diesen «Gigi Moto Unplugged»-Konzerten, und zwar mit den besten Songs der letzten sechs CDs. Neu eingespielt, mit Leidenschaft verdichtet und zu einem kraftvollen Destillat veredelt. Ehrlicher hat man Gigi Moto noch nie gehört. Und glücklicher wohl auch nicht: das neue Album heisst schlicht «Lucky».

   
 

...Bomp Shooby Dooby Bomp

Montag, 23. Februar zero9, 20Uhr20

CHUCK PROPHET

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Einer unserer ältesten Freunde. Der Mann liebt's einfach. "Soap And Water", mehr braucht es nicht für Chuck Prophet auf dessen neuem Studioalbum. Nicht zu vergessen natürlich: seine Gitarre, die Fender Telecaster, mit deren Spiel sich der Songwriter, Sänger und Gitarrist von Green On Red seit Mitte der 1980er-Jahre einen Namen macht. "Soap And Water" vermischt Soul, Country und Rock, als träfen Alex Chilton, Waylon Jennings und Bob Dylan aufeinander. Prophets Gitarrenspiel prägt dabei die lyrische Schönheit und das gelungene Arrangement von Songs wie "Would You Love Me?", das hintersinnige Frage-und Antwortspiel des Titelsongs oder auch den ekstatischen Rocksound von "Let's Do Something Wrong", bei dem sich Chuck als Meister der Sechssaitigen zeigt. Seit seinem letzten Album "Age Of Miracles" arbeitete Prophet als Produzent (Kelly Willis), ging mit Green On Red auf Europa-Tour und spielte im Film "Revolution Summer" einen Drogendealer.

   
 

...wahre perlen

Samstag, 21. Februar zero9, 20Uhr20

SON, AMBULANCE

Nach ihrer ersten Europatournee im April 2005 geht
die mittlerweile von der Presse geradezu hymnisch gefeierte Band nun wieder auf Tour. "Kunstvoll strukturierter, hymnischer Indierock von einem einstigen Mitbewohner von Conor Oberst", weiß der Musikexpress, und fragt sich "Es gibt wohl keine einfachen Erklärungen dafür, warum ausgerechnet eine der trostlosesten und isoliertesten Großstädte Amerikas zu einem blühenden Kreativzentrum für Indierock werden konnte, wie es ein zweites nie und nirgendwo gegeben hat." Daniel Knapp, einer der "Lieblings-Songwriter" von Conor Oberst, ist der Chef von Son, Ambulance. Er ist den Musikfans längst ein Begriff - er war Schlagzeuger der Bright Eyes-Welttournee zu "Fevers and Mirrors", und 2005 veröffentlichte Conor Oberst eine Split-LP namens "Oh Holy Fools", eine gemeinsame LP von Bright Eyes und Son, Ambulance und eines der schönsten Indiepop-Alben des Jahres.

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Die fünfköpfige Band schafft es, wahre Pop-Perlen kunstvoll zu arrangieren und zu präsentieren und ist live eine der ganz großen Saddle Creek-Bands. Ihr neues Album "Someone else's déjà vu" erhielt glänzende Rezensionen: "Das Milchgesicht aus Omaha hat sich zum Alleskönner im Indie-Pop entwickelt." (Musikexpress, 4 Sterne) "Weniger Druck kann man mit Indie-Pop kaum machen, mehr Atmosphäre aber auch nicht. (…) So wächst vor unseren Ohren fast jeder Song auf diesem Album zu einer kleinen Wundertüte des Wohlklangs (…) Son Ambulances neue Platte ist eine ideenreich überbordende, von sich selbst überwältigte Rockoper, in der Rockmusik noch die allerkleinste Rolle spielt." (Visions) „Auf Key aber kann man sie erst richtig kennen lernen, in voller Länge, ohne Hänger, episch, hymnisch und leidenschaftlich wie ein Gedicht von Rilke auf Ecstasy. Wie eine dieser Wellen, auf die Surfer ihr Leben lang warten, brandet hier Harmonie auf Harmonie heran, majestätisch, wuchtig und mitreissend. Das ist mal rauschhaft, mal herrlich frickelig – was das Rauschhafte natürlich nur verstärkt, wie wir von Radiohead gelernt haben. “ (Musikexpress. 5 Sterne)

   
 

...wunderschön wehmütig

Sonntag, 15. Februar zero9, 20Uhr20

WASHINGTON

Washington bringen Musik aus der Kälte mit und gehen nicht auf Kuschelkurs, vielmehr lassen sie uns Kälte spüren. Von gesunkenen Schiffen ist die Rede, von Wegen im Wald, die niemand betritt. Die Spuren von Americana, die sich noch durch die Vorgänger zogen, sind als Orientierungspunkte verschwunden, die vielgelobte, vertraute Stimme von Rune Simonsen der einzige Wegweiser. Eine unglaublich tiefe Melancholie hat Einzug gehalten, wehmütiger Schönklang ist geblieben, der Mut, einen Song auch mal gegen den Strich zu bürsten ist neu.

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Die düsteren Stimmungen erinnern an Amsterdam Stranded, das Meisterwerk von Midnight Choir, das durch ähnliche Sounds noch heute nachhaltig begeistert. Und es ist nicht zu hoch gegriffen, wenn man die neue Platte "Rouge/Noir" mit den beiden späten Talk Talk Juwelen "Spirit Of Eden" und "The Laughing Stock" vergleicht. Und das liegt nicht nur an den ähnlichen Stimmlagen der beiden Sänger. Es schneidet einfach genauso tief. Gerade in der dunklen Jahreszeit, an Tagen, an denen man nachdenklich wird, rührt dieses Musik zu Tränen.

   
 

...strange but perfect

Montag, 10. Februar zero9, 20Uhr20

CREAKY BOARDS

Über Geschmack streitet man nicht. Coldplay scheint diese feine Bande aus Brooklyn zu mögen. Creaky Boards erhebt nämlich gegen die Hitparadisten Plagiatsvorwurf: "Viva la Vida" sei eigentlich ihr Lied "The Songs I Didn't Write". Andrew Hoepfner ist mit einer Riesenmenge an Talent und Drive ausgerüstet, seine Band ein Kollektiv mit vielen hervorragenden Mitstreitern im permanenten Rotationsprinzip – mit Andrew als Ringmaster. Der Einfluss von They Might Be Giants und den grossen Beach Boys ist deutlich. Wir sind gespannt wie Simon Amman am Schanzentisch.

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...a homespun marvel

Sonntag, 8. Februar zero9, 20Uhr20

WRECKLESS ERIC &
AMY RIGBY

Ein wirklich Grosser, ein Held der Rock-History. Die Debüt-Single „Whole Wide World“, produziert von Nick Lowe, erschien 1977 auf „Stiff Records“ und wurde ein Welt-Hit, eine „patentreife Kreuzung aus Punk und Pop mit der Sensibilität der 50er Jahre“, wie der „Rough Guide Rock“ anmerkt. Soweit so gut - allein dieser Ruhm wäre Wreckless Eric auf ewig sicher, und er wird bis heute z.B. von den „Toten Hosen“ vergöttert (man kann sich seine Fans bekanntlich nicht aussuchen....).
Dann aber kamen Niederungen, bis Wreckless Eric, mittlerweile in Frankreich angekommen, „Le Beat Group Electrique“ gründete und drei herausragende Alben einspielte, Musik, die heute so intensiv und „brennend“ klingt wie ehedem: „Le Beat Group Electrique“ (1989), „At The Shop“ (1990) und „The Donovan Of Trash“ (1991). Spex-Lieblinge seinerzeit, Alben, die in jedem geschmackvollen Plattenschrank zuhause sein sollten.

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Wreckless Eric ist immer noch unterwegs, ist immer noch ein begeisternder Performer, auch wenn ihm heutzutage die Texte noch wichtiger geworden sind (2006 erschien sein erstes Buch, ein Mirakel an Beschreibung und Analyse des depperten Musikgeschäfts, in dem wir uns alle tummeln - Eric Goulden steht auch für Lesungen aus diesem herrlichen Buch zur Verfügung!). Unterwegs ist Wreckless Eric mit Amy Rigby, die ebenfalls bereits eine Weile „around“ ist - ob in den frühen 80ern als Mitglied der New York-Cowpunk-Band „The Last Roundup“ oder Mitte der 80er mit der postmodernen Girl-Kultgruppe „The Shams“. Die Ex-Frau des dBs-Drummers veröffentlichte 1996 ihr erstes Solo-Album mit dem sympathischen Titel „Diary of a Mod Housewife“, und ihr jüngstes Album „Little Fugitive“ erschien unlängst auf „Rounder“ - „In a perfect world, Norah Jones would cover her songs and McFly open her shows at Wembley“ (Mojo, 4 Sterne), „One of American songwriting‘s best-kept secrets“ (Q, 5 Sterne). Wreckless Eric & Amy Rigby - ein wunderbares Songwriter-Paar „with a history“ endlich hier auf unserer Insel.

   
 

...Songs for Lonely Americans

Samstag, 7. Februar zero9, 20Uhr20

JACKIE LEVEN

Wer den coolsten Track vom letzten Jahr hören möchte, der lege nun bitte Jackie Levens neues Album „Lovers At The Gun Club“ ein und geniesse das Titelstück!
Lässiger Blues mischt sich mit Banjo-Fingerpicking,
der absinthgetränkten Stimme von Johnny Dowd, einem unserer anderen Helden. Wieder hier. Einer unserer vielen Lieblinge: Unser Jackie Leven. Die Biografie des schottischen Songwriters liest sich wie ein Horrorroman, sein Leben gilt als katastrophenerprobt. Nur die innere Ruhe hat den begnadeten Sänger und Poeten nicht den Rock‘n‘Roll-Drogentod sterben lassen - die Musikwelt wäre um eine Legende ärmer. Heute schreibt Jackie Leven, geboren 1950, mit feinsinniger Lyrik und ergreifender Intensität leise Lieder über Liebe und Glauben, Respekt und Einsamkeit, antiquierte Dorfkneipen und transsexuelle Profikiller.

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...walk between the raindrops

Sonntag, 25. Januar zero9, 20Uhr20

JAMES McMURTRY &
THE HEARTLESS BASTARDS

JON DEE GRAHAM

Politische Musik aus der texanischen Hitze. Kantiger, krachender Rock, wie man ihn nicht so häufig zu hören bekommt, von einem, der wahrscheinlich noch ziemlich unbekannt ist hierzulande. Aber dass kann sich ja ändern, denn was dieser Kerl zu sagen hat ist mindestens der Aufruf zur Zivilcourage. Und die kann man ja bekanntlich nicht nur in den USA gebrauchen. Verschlossene Wege gibt es überall. Wenn Musik die Tore öffnen kann - um so besser. James McMurtry hat den richtigen Schlüssel.

Seit James McMurtry 1989 mit seinem von John Mellencamp produzierten Album "Too Long In The Wasteland" debütierte und ist er aus der höchsten Songwriterliga nicht mehr wegzudenken. Seine Musik, gespickt mit urgewaltigen, mächtigen Liedern, beeindrucken nun schon 20 Jahre lang. Tief. Schlicht herausragend.

Als einer der schärfsten Gegner der Bush/Cheney-Administration innerhalb der Americana-Gemeinde prangert McMurtry nicht nur in seinen Texten Themen wie den Irak-Einmarsch, Kriegsprofiteure, soziale Ungerechtigkeit, die Verlogenheit und Gier der Politiker und den damit verbundenen Verfall gesellschaftlicher Zusammenhalte an, sondern ist auch in einschlägigen US-Internet-Blogs aktiv und wird nicht müde, bei seinen Konzerten zu agitieren und für ein Umdenken im großen Stil zu kämpfen.

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Was anlässlich der Präsidentschaftswahl 2004 zum mittlerweile bekanntesten McMurtry-Song führte: "We Can't Make It Here" vom Album "Childish Things", ein geradezu vernichtender Abgesang auf "President Cheney", wurde als Free Download ins Internet gestellt und allein auf YouTube - angereichert mit Fan-Videos -über 150.000 Mal angehört.

Derzeit kursieren im Netz gleich mehrere YouTube-Videos zum aktuellen Song "Cheney's Toy" - gemeint ist damit George W. Bush und die in Irak geopferten US-Soldaten, die dort sterben oder völlig entwurzelt als Wracks zurückkehren. "Cheney's Toy" ist neben weiteren zeitkritischen Songs wie "God Bless America", "The Governor", "Ruins Of The Realm", "Fire Line Road" und "Ruby And Carlos" das zentrale Stück auf dem brandneuen Album "Just Us Kids" des Rockers aus Austin, Texas.

Der texanische Singer/Songwriter und Gitarrist Jon Dee Graham gehörte zu den zentralen Figuren der Musik-Szene in und um Austin, der Hauptstadt von Texas. Seine von der Gitarre geprägten und zwischen Folk, Rock und Country pendelnden Americana-Songs trug Graham stets mit einer knorrigen Raspelstimme vor, die mal an Tom Waits, mal an J.J. Cale erinnerte. Graham war Mitglied von The Skunks, The Lift, den True Believers und The Resentments und als gefragter Session-Gitarrist u.a. auf Produktionen von Ry Cooder, Jon Doe, The Silos, Michael Hall, Calvin Russell, The Gourds, Kelly Willis, Toni Price, Ray Wylie Hubbard und Alejandro Escovedo zu hören.

Eine echte Figur, knorrig wie ein Hickory-Strunk. Jemand, der wahrscheinlich schon 6 von seinen 7 Leben gelebt hat, jede Menge einstecken musste und doch die Kurve noch immer knapp bekommen hat. Ein Musiker durch und durch, mit einer Bühnenpräsenz wie kaum ein Zweiter, ein Gitarrist, der alles mit Galle oder Herzblut spielt (je nach Gefühlslage) und mittlerweile auch ein Songwriter und Sänger, der sich in seinem Roots-Genre vor keinem verstecken muß. Umso unverständlicher war es, dass sein Label New West ihn in den USA gedroppt hat. So ist es nun vorbei mit den teuren Produzenten und Jon Dee musste leider wieder zu seinem kleinen Freedom Label zurückkehren. Dort reichte es nur für 3 Tage Studio im Januar des Jahres, was eigentlich zu kurz ist, aber bei der traumwandlerischen Art, wie diese texanischen Musiker (Andrew Duplantis, John Chipman, Mike Hardwick, Bruce Hughes, Scrappy) miteinander musizieren, gerade lange genug. Hymnen mit Gänsehaut-Garantie. Und mal wieder wünscht man sich, das Leben wäre ein wenig gerechter!

   
 

...handful of hurricanes

Sonntag, 18. Januar zero9, 20Uhr20

ROSE KEMP

Dass Rose Kemp schon in jungen Jahren auf Tour unterwegs war, sang und sogar einige Lieder mit ihren Eltern verfasste, interessiert nur am Rande. Ihre Eltern Maddy Prior und Rick Kemp stehen der britischen Folk-Rock-Legende Steeleye Span vor. Kemps Entwicklung vom Folk der Frühtage zu einer ganz neuen, eigenständigen Form des Doom-Folks vollzog sich in wenigen Jahren und auf nur drei Alben. Live begeistern Kemp und ihre beiden Mitstreiter mit einer Atem nehmenden Vielfältigkeit und überraschend wuchtigen Gitarren. Ihr Gesang erinnert an Kate Bush, ihre Musik wird dabei von klassischen Rockriffs a la Black Sabbath und Led Zeppelin in ungekannte Ecken geschleudert. Die FAZ schrieb über eines ihrer Konzerte: "Der Emphase von Rose Kemp kann man erliegen oder sich entziehen, gleichgültig lässt sie nicht."

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  Ein Track auf ihrem neuen Album heißt "Dirt Glow", ein anderer "Nature's Hymn", womit der Rahmen ihrer Musik optimal umschrieben ist: dreckig-brutale Klangwelten gehören ebenso ins Repertoire von Rose Kemp wie die akustische Schönheit harmonischer Akkordfolgen - alles zusammengehalten durch ihre stark verrauchte Stimme. Was an dieser Künstlerin begeistert, ist die Spannung und Dynamik, die ihre Songs nicht beliebig klingen lassen. Dabei stehen die Melvins Pate und PJ Harvey bekommt ihren ideellen Anteil an der vorwiegend dunklen Stimmung auf "Unholy Majesty". Doch spätestens beim letzten Düstertrack "The Unholy" wächst kein Gras mehr auf Gottes Acker und auf eine ganz verschrobene Art, hat Rose Kemp den perfekten Soundtrack für unsere schlimmsten Albträume geschaffen.