...The Hall Of Fame

unvergessene Nächte ........

2010 - 1. Halbjahr   2010 - 2. Halbjahr
zero9 - 1. Halbjahr   zero9 - 2. Halbjahr
null8 - 1. Halbjahr   null8 - 2. Halbjahr
007 - 1. Halbjahr     007 - 2. Halbjahr
   
 

...goldene Zeiten

Mittwoch, 31. Dezember null8, 22Uhr22

la FAMIGLIA Dj 5Plato ab Mitternacht

Willkommen sind Mafiosi, Dandies & Charleston-Tänzer, Golfer, Baseballplayer & Hollywood Divas, Schmuggler, Harry Houdinis, Jazzer & Boxweltmeister.
Auf angemessene Garderobe wird geachtet. Ergastulanu.

 
   
 

...the inbetweener

Samstag, 27. Dezember null8, 21Uhr21

RUDOLPH DIETRICH

Suffering from Post-Christmas doldrums?
The inevitable Pre-New Year anxiety?
Having ventured from far away?

Worry ye not! There is an alternative that doesn't
cost anything! Will leave you feeling much brighter! Put a smile on your face!

Coffindodgers United and Vodou Sports Club
proudly present: The Inbetweener, an evening with Rural Sr., at 10vor10.

The future is bright, the pleasantries lie inbetween!

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...electric polka

Samstag, 20. Dezember null8, 21Uhr21
20 Jährli Jollies!!!!

JOLLY AND THE FLYTRAP

Es passiert hin und wieder, dass die Band vor einem Konzert gefragt wird, ob man diesem oder jener von der Bühne runter zum Geburtstag gratulieren könne. Neulich war's der Sämi, der gefeiert wurde. Er wurde 19. Als wir unser erstes Album veröffentlichten, war Sämi sieben. Beim ersten Demo-Kassettli war er noch gar nicht auf der Welt. So sind wir also zwanzig geworden.

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  Einiges im Bandleben hat sich dem Alter angepasst. Der Rhythmus ist etwas tiefer, und wir verabreden uns immer öfter auch zum Essen, nicht nur zum Trinken. Sieben Kinder sichern unsere Rente, und eben haben wir den vierten Bandbus zum Export nach Moldawien freigegeben. Die Musik aber, die bleibt. Im Juli durften wir wahrend acht Tagen die Villa Pastori über dem Ortasee bewohnen, ein unseren Altersbedürfnissen angepasstes, grosszügiges Anwesen. Entstanden sind einige neue Lieder, die sich irgendwo zwischen Novi Sad, Capri und Cadiz lokalisieren lassen und die jener Altersweisheit nicht ganz entsprechen, wonach man es mit den Jahren etwas gemächlicher angehen sollte. Wir versuchen noch immer zu rumpeln, so fest es geht, auch wenn wir zunehmend länger brauchen, uns davon zu erholen. An elf Orten machen wir Halt im Herbst dieses Jahres, landuf landab spielen wir für Sie, und auf jede Bühne, jeden Teller, jedes Fläschchen freuen wir uns sehr. Feiern Sie mit uns 20 Jahre Jolly and the Flytrap, denn: es hätte weitaus schlimmer kommen können.
   
 

...wild 'n spicy

Montag, 15. Dezember null8, 20Uhr20

MAMA ROSIN

Immer und immer wieder. Diese jungen Rebellen aus Genf tönen wie keine andere Band, die ihr je gehört habt!

Sie leben und lieben den Cajun Music Style, diese Musik, deren Wurzeln ins 18. Jahrhundert zurückgreifen und die von französischen Auswanderern aus Kanada (Arkadien) in den Süden der Vereinigten Staaten, nach Louisiana, gebracht wurde. In dieser neuer Heimat vermischten sich schnelle Rythmen mit langsamen Walzern, gespielt wurde auf Instrumenten wie dem Melodeon, der Geige, der Triangel. Der Gesang ist immer sehr hoch und laut, damit ihn auch die Leute zuhinterst im Saal hören und den Text verstehen konnten.

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  Mama Rosin bringt diese traditionelle Musik in das heutige Jahrhundert: das Trio spielt, mit neuer Energie, den Cajun aus Lafayette, doch zu den üblichen Instrumenten kommen das Schlagzeug, eine elektrische Gitarre und ein Banjo ins Spiel. Ihre Musik inspiriert sich vom schwarzem Kreol-Blues, dem Zydeco aus New Orleans und passt zu auf dem Grill vergessene Pouletschenkel, feurige Flusskrebs-Spiesse und viel, viel Lokalbier.
   
 

“They Shoot Music Don’t They!”

Freitag, 12. Dezember null8, 20Uhr20

WILLARD GRANT CONSPIRACY
+ CESARE BASILE

Ein Fest der Augen und Ohren für alle Fans der Bostoner Grossverschwörung: Willard Grant Conspiracy legen mit "Pilgrim Road" Zeugnis ab - Mit ihrem siebten Studioalbum begeben sich Robert Fisher und seine Willard Grant Conspiracy auf eine Pilgerreise. Hier stolpert jedoch niemand über den Jakobsweg, sondern vereint vielmehr das Beste alle Religionen in dem, was Religion zu einen vermag: der Musik. "Pilgrim Road" ist ein Bekenntnis in Sachen Gospel, Gitarren und dem guten Glauben, dass ein Orchester mehr kann als Pop in Bombast zu verwandeln. Viele Musiker sind gescheitert am Versuch, ein Songalbum mit Orchester aufzunehmen. Hier ist der Minimalismus, die Reduktion, die diese Lieder so voll, komplett und ganz machen. Die Songs stammen überwiegend aus der Feder von Robert Fisher und dem Arrangeur Malcolm Lindsay, die beiden Coverversionen verneigen sich vor unserem Mark Eitzel ("Miracle On 8th Street") und Lal Waterson. Und dieser grossartig feine Robert Fisher bringt uns den wunderbaren Cantautore Cesare Basile aus Sizilien mit. Grosse Kunst eben: würdevoll, dringlich, getrieben, fordernd und majestätisch.

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...gestrandete perlen

Montag, 1. Dezember null8, 20Uhr20
Vorverkauf ausverkauft!!! Tickets gibt's nur noch an der Abendkasse!!!

GIANT SAND + LONNA KELLY
HAYDEN HAT DIE TOUR ABGESAGT!

Nach der Sommer- nun die Wintershow! Wo kehrt der Mann aus Tucson/Arhus schon zwei Mal im gleichen Jahr ein. Natürlich nur bei uns.

Schon witzig, dass die neue Calexico-Scheibe und die von Giant Sand zeitgleich erscheinen. Und die von Howe Gelb und seinen Dänen ist dabei die spannendere geworden. Wo Calexico heutzutage auf Nummer sicher gehen, wagt Howe Gelb etwas für ihn sehr Ungewöhnliches: Er reisst sich zusammen. Der Mann, dessen Konzerte immer mehr zu einer musikalischen Überraschungstüte geraten und der noch vor Wochen sagte, dass man bei jedem Konzert Dinge ausprobieren müsse, die man vorher nicht geprobt habe, formuliert im Studio auf ein Mal seine Stücke aus, ja, bringt sie sogar zu Ende!

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  Die wilden Experimente und soundtechnischen Collagen früherer Tage gibt es auch noch - aber nicht, wie früher, in Form halbfertiger Fragmente, sondern eingebettet in eher längere Arbeiten, bei denen dann eben die Improvisation im Zentrum steht. Doch selbst hier steuert der pfiffige Fuchs Gelb nach acht Minuten Herumgegniedel auf ein Mal einen himmlische Melodiebogen mit Chorgesang und allem drum und dran ein. Früher sagte Howe, dass er zu wenig Zeit habe, alle Stücke, die ihm im Kopf rumschwirrten, fertigzustellen (oder zu spielen). Heutzutage nimmt er sich diese Zeit - und das bekommt ihm und uns gut!
   
 

...How To Perform A Funeral

Freitag, 28. November null8, 20Uhr20

PETER KERNEL

Tessiner Bands? Zumindest aus unserer Sihlinselsicht ein eher unbeschriebenes Blatt. Bis auf Gotthards altbackenes Hard-Rock-Gebräu vielleicht, aber das zieht sich die Restschweiz ja am Sonntagabend mit Beni Turnschuh am Schweizer Farbfernsehen rein. Peter Kernel zeigen die blubbernde Polenta aus unserer Sonnenstube allerdings ganz anders: trendig, arty, ziemlich verführerisch und geben Höllenguzzi.

Wie eine gut inszenierte American Apparel-Werbung sieht es aus, das Cover der Debüt-CD von Peter Kernel. Und in der Tat sind Bilder ziemlich wichtig für die Band. Ihr musikalisches Grundmotiv gründet nämlich darin, Bilder zum Sprechen zu bringen. Künstlerischer Mittelpunkt der Band ist Barbara, die neben ihrer Tätigkeit als Experimentalfilmerin den Bass zupft. Ihr Film “Like A Giant Towell” war Anlass für die ersten Gehversuche von Peter Kernel. Der Film wurde 2006 am Filmfestival in Locarno gezeigt.

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  Im Sommer 2007 fanden sich die beiden Tessiner, eine Italienerin und Barbara, die ursprünglich aus Kanada kommt, im italienischen Varano Borghi ein, um die Songs für ihr Debüt-Album “How To Perform A Funeral” einzuspielen. Der Sound ist ungeschliffen, roh, düster, eher unspektakulär, aber dennoch irgendwie attraktiv. Und alle werden schwarze Gewönder tragen....
   
 

...walks across water

Sonntag, 23. November null8, 20Uhr20

HERMINE

Im Sommer der Cocktails, der Smokings und Abend-kleider, im Sommer des großen Hedonismusspiels war ihr Name und ihr Akzent in aller Hipster Munde: Hermine. Wir schalten um ins Jahr 1982. Hermine Demoriane wurde kurz nach dem 2. Weltkrieg in Frankreich geboren.

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  Die mittlerweile schon etwas gesetztere Dame war anfangs der 80 Jahre aushilfsweise Sängerin der Punkgruppe 'The Damned', wenn deren Sänger Dave Vanian indisponiert war. Sie ist nicht nur Sängerin, sondern auch Seiltänzerin, hat auch ein Buch über Seiltanz geschrieben, das einzige übrigens, das es gibt, unseres Wissens, und hat einmal über den penisförmigen Swimmingpool Salvador Dalis ein Seil genau über der Wasseroberfläche gespannt, und ist da rübergewandelt, also quasi auf der Wasseroberfläche, wie ein anderer, bekannter Herr ca 2000 Jahre vorher. Der Ort war aber ein etwas anderer, auch hatte er andere "Beweggründe". Das Seiltanzen brachte ihr als Höhepunkt eine Rolle in dem Derek-Jarman-Film JUBILEE. Hermine sang JE NE REGRETTE RIEN als Seiltänzerin mit dem tollen Namen "Chaos". Wer das Vergnügen hatte, Hermine je live zu sehen, wird sich erinnern, daß ihre stimmlichen Fertigkeiten jedes Konzert mit den herzzerreissenden Cover-Versionen von Roy Orbisons "Blue Angel" oder Lew Brown und Ray Hendersons "The Thrill Is Gone" zu einem Hochseilakt ohne Hochseil machen.
   
 

...don't take me home until I'm drunk 

Mittwoch, 19. November null8, 22Uhr22

THE WEDDING PRESENT

The Wedding Present gelten seit ihrem 1985'er Debutalbum "George Best" - dessen 20-jähriges Jubiläum sie 2007 mit einer Tour durch Europa feierten - als eine der stilistisch anspruchvollsten & meist- diskutiertesten Indiebands Englands. Wenn man eine Top List mit den "most underrated bands" des 20. Jahrhunderts aufstellen müsste, dann würden The Wedding Present sicherlich in der Top 10 landen. Leider, muss man dabei sagen, denn wie alle unterschätzten Bands, haben auch The Wedding Present einfach mal Pech gehabt, obwohl sie eigentlich viel mehr Öffentlichkeit verdient hätten.

„Dieser Gedge hat einige der besten Liebeslieder in der Ära des Rock 'n' Roll geschrieben. Das magst du anzweifeln, aber ich habe recht und du nicht!“ - John Peel - (R.I.P. And You never walk alone!)

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1985 besteigt David Gedge einen Überland-Bus, mit 500 Kopien der ersten Single seiner neuen Band The Wedding Present im Koffer und juckelt quer durch die englische Landschaft. Den Koffer musste er von seiner Mutter borgen und die ungewöhnliche Transport-Aktion durchziehen, da der Band das Geld für den Versand von der Presse zum Vertrieb fehlt. Derartiger Pionier-Geist und unbändiger Wille seine Musik unters Volk zu bringen begeistert natürlich einem John Peel. 1986 lädt die Radio-Ikone zu einer erste Peel-Session auf BBC und es sollte nicht die Letzte bleiben. Die Auftritte bei John Peel erregen die Aufmerksamkeit diverser Plattenfirmen, aber The Wedding Present ziehen es vor weiter in Eigenregie zu arbeiten. Das ermöglicht auch Veröffentlichungen die ein bisschen seltsam anmuten mögen. Wie zum Beispiel die erste Kompilation mit dem Namen „Tommy 1985 – 1987“ die kurz nach dem ersten Album heraus gebracht wird. Musikalisch hört man deutlich die DIY-Attitüden des Punk, verbunden mit einer ordentlich Portion Melancholie. Gedges Markenzeichen werden brutal ehrliche Songs über Liebe, Leidenschaft und Rache.

Dabei lief doch alles so gut: 1992/3 landete David Lewis Gedge mit seiner alten Wedding Present-Besetzung sogar eine Top 10-Platzierung in den englischen Charts. In die gleiche Zeit fällt auch die Aktion, jeden Monat eine Single zu veröffentlichen (Auflage 15.000 Stück). Das hielten sie 12 Monate durch, was außerdem vom Guiness Buch der Rekorde annotiert wurde.

Anno 1996/7 wurde es dann etwas ruhiger um die Band, obgleich Gedge umtriebig an anderen Projekten feilte. Nach 8 Jahren Abstinenz kehrten The Wedding Present dann 2005 mit "Take Fountain" auf die Bildfläche zurück. Für das aktuelle Album "El Rey" teilte man das Studio sogar wieder mit Steve Albini, der auch schon "Seamonsters" für sie zusammenschraubte. Und sie geben immer noch keine Zugaben, gell.

   
 

...on the road again 

Freitag, 14. November null8, 20Uhr20
Vorverkauf an unserem Tresen: SFr.38.00

SIT DOWN AND SING, Vol. 5 feat.

JOSH ROUSE / LONEY, DEAR / DOWNPILOT

Josh Rouse: Im mittleren Westen ist angeblich nichts, außer riesigen Kornfeldern. Aber das stimmt nicht ganz, denn da gibt es auch noch Josh Rouse, der als Singer/Songwriter der nächsten Generation gilt. Beeinflusst vor allem durch The Cure und The Smiths fing er selbst mit mit Gitarrespielen an und schrieb Songs - das Ganze im zarten Alter von 18 Jahren. Nachdem er einen Plattenvertrag bekam, nahm er das Album „Dressed Up Like Nebraska“ auf. Daraufhin verbrachte er einige Zeit in Nashville, wo er Lambchop-Frontmann Kurt Wagner kennen lernte,
und eine gemeinsame EP „Chester“ entstand.

Loney, Dear: "It's that bittersweet warmth that makes Loney, Dear's hushed, pastoral folk songs seep into the heart." Euphorie. Verzweiflung. Es waren Wochen des Wahnsinns. Und Loney, Dear war der Soundtrack. Du bist geschwebt, du hast geheult, du hast getanzt, du warst am Ende. Und Loney, Dear war da. Hat deine Hand gehalten. Hat dich verstanden. Du fühltest dich, als hätte der schwedische Songwriter Emil Svanängen, der hinter Loney, Dear steckt, diese Musik nur für dich aufgenommen. Nur für diesen Moment. Für diesen Moment zwischen Euphorie und Verzweiflung.

Downpilot: Abheben, abhauen, davon fliegen und niemals ankommen. Ständig in Bewegung bleiben, heimatlos und immer auf Achse. "Die nord- amerikanische Kultur ist in gewisser Weise wurzellos", behauptet Chefpilot Paul Hiraga. Er schreibt die Texte, singt und spielt Gitarre in der Band Downpilot, die sich Ende der 90er Jahre in Seattle gründet. Die Erfahrungen seines Herumreisens und das Gefühl von Freiheit beschreibt er auf seinem Debüt "Leaving Not Arriving". Genau wie der Singer/Songwriter selbst niemals zur Ruhe kommt, erscheint auch seine Musik zeitlos und beweglich. Hier treffen sämtliche Musikstile aufeinander: Indie-Rock, Blues, Jazz, elektronische Beat Box-Klänge und Alternative-Country-Rhythmen.

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...walking off the map 

Dienstag, 11. November null8, 20Uhr20

PETE MOLINARI

"Manchmal ist man ja ein ganz klein wenig unproduktiv. Nur ab und zu. Also: eigentlich immer, wenns halt irgendwie geht. Geben wirs zu. Wir sind gern faul, obwohl wir eigentlich gar nicht faul sein möchten, meistens. Führt unweigerlich zu unangenehmen Situationen, weil Faulheit bei anderen meist noch weniger gut ankommt als bei einem selbst. Den danach fälligen Entschuldigungs-Mix beginnt man am besten mit «I Don’t Like The Man I Am» von Pete Molinari. Klingt als wärs entweder etwa sechzig Jahre alt oder von Bob Dylan oder beides. Die alles entschuldigende Textzeile «Ich kann dich nicht lieben, weil ich den Mann nicht mag, der ich bin» ist ohne Zweifel die frischeste faule Ausrede der Musikgeschichte. Allerdings bin ich noch nicht dazugekommen, das so richtig seriös zu verifizieren." "Selbstkritik" von Reeto von Gunten im Tages-Anzeiger Magazin.

Ein junges Country-Blues-Genie aus, ähem, England. Bei seinem ersten Album 2006 arbeitete er mit Billy Childish, sein aktuelles Album, "A Virtual Landslide" (Cargo), wurde von Liam Watson (White Stripes) produziert und ist eines der Alben der Stunde. Klar, "Pete Molinari setzt statt auf Dekonstruktion eher auf die originalgetreue Nachbildung der amerikanischen Musiktradition und ihrer britischen Auswüchse. Allerdings mit nicht weniger als hörenswertem Ergebnis." (Rolling Stone) Ein toller Sänger, großartige Musik, und endlich erstmals und solo auf unserer Inselbühne

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...harmonies and diminished chords

Sonntag, 9. November null8, 20Uhr20

DR. DOG
+ WYE OAK

Das sie sehr einförmige Interessen hätten, kann man von Dr. Dog nicht behaupten. In ihrer Freizeit spielen sie gerne auch mal Vogelscheuche, lieben römische Kerzen, langsamen Tanz, dreiteilige Harmonien und Pizza Partys. Ansonsten machen Dr. Dog handgemachte Musik mit Folkeinschlag, Americanananleihen und einer ordentlichen Portion DIY-Attitüde. Instrumententausch inklusive. Bei den musiklaischen Einflüssen allerdings gibt man sich weniger bescheiden. Da werden neben Pavement, Roy Wood und Palace Brothers ganz selbstverständlich Vorbilder wie die Beach Boys, die Beatles oder Tom Waits herangezogen.

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  Auf den gemeinsamen Musikhund gekommen sind Dr. Dog Anfang des Jahrtausends. 2002 gibt es die erste Veröffentlichung der Herren aus Philadelphia mit dem drogenbeschwipsten Namen „The Psychedelic Swamp“, der erste Achtungserfolg kann aber erst 2004 mit dem selbstproduzierten „Easy Beat“ verbucht werden. Nach einer Tour mit My Morning Jacket wird nicht nur die New York Times sondern auch Rough Trade auf die Folkrocker aufmerksam. Sie werden unter Vertrag genommen und auf eine große Tour duch die USA und Eurpoa geschickt und landen auch an unserem lokalen Steg.
   
 

"Kuriernovelle...

Sonntag, 2. November null8, 20Uhr20

...oder der heimlich noch zu überbringende Schlüsselbund der Antonia Settembrini"

Lesung mit Urs Manhart

Das «Velokurierbuch» ist da! Mit Beiträgen zu 20 Jahren Velokurier Bern - und der Erzählung von Urs Mannhart.

Wie aus dem Nichts taucht plötzlich ein anderer Kurier vor mir auf und streckt mir zwei Sendungen entgegen, die er offenbar noch während der Fahrt aus dem Rucksack genommen oder unter dem Trikot hervorgezogen hat. Er sagt Tscharnerstraße, er sagt Vidmarhallen und schaut nur mein Pinarello an, wie mir scheint, nicht mich. Es ist deutlich, dass er zu jenen Kurieren zählt, die den Stahlrahmen ihres Rades besser putzen als ihre Zähne, zu jenen, die umweht sind von einer gewissen Aura, deren Herkunft mir noch im Verborgenen liegt, die sich aber, so stelle ich mir vor, mählich und mählich aufbaut. Seine ganze Erscheinung hat etwas Gewachsenes, es ist schwer, ihn und sein Rad nicht als Einheit wahrzunehmen, während ich als Mensch und mein Rad eine Dualität darstellen. Ich fahre noch mit der Lunge, während er schon lange dazu übergegangen ist, mit den Waden zu fahren.

Velokurierbuch. Edition EigenArt. Hardcover, Prägung, 192 Seiten. ISBN 978-3-909990-21-4, 30 Franken exkl. Porto

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...plattentaufe

Samstag, 1. November null8, 20Uhr20

BIGGLES

Aus dem Nichts in alle Herzen und schliesslich in den Poprock-Olymp. Ja, das hätte er gern. Und vermutlich kommt's noch so weit. Der Zürcher Singer-Songwriter Biggles hat als frühreifer Bowie-Fan den perfekten Popsong nicht nur lieben gelernt, er weiss mittlerweile sogar, wie man ihn sich selber bastelt. Nicht von heute auf morgen freilich, es mussten einige Jahre vergehen, bevor er 2004 die ersten Schritte ins Rampenlicht (unseres by the way) wagte – mit einem Debütalbum, für das er dann aber postwendend Lob, Ehr und Preise zurück nach Zurigo brachte. Nach seinem Zweitling "Colossus" folgt nun der dritte Streich: "Oh My God - It's Full Of Stars". Getauft wird auf unserer Insel. "Deshalb Junger Mann - Geben Sie uns mehr Musik. Dann kommt das gut." (DRS3/Reto Bühler). Melancholie ist schön, auch und erst recht vor den ersten Schneeflocken...

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...hi how are you

Donnerstag, 30. Oktober null8, 20Uhr20 Vorverkauf AUSVERKAUFT!!!
Es gibt noch wenige Tickets an der Abendkasse
ab 18:00!!!

DANIEL JOHNSTON &
THE JOHN DEAR MOWING CLUB
& THE RADIO RAT MISERY HOUR

Daniel Johnston ist ein manisch-depressives Genie, Sänger, Songschreiber, Maler, Comiczeichner, Visionär, und Künstler. Er ist ein Rätsel und eine lebende Legende der Folkmusik. Vor Jahren schon hatte sich der Schöpfer der Simpsons, Matt Groening, in seiner Zeitungskolummne in LA Weekly darüber Gedanken gemacht, „jemand solle den Dokumentarfilm über Daniel Johnston machen“, und Kurt Cobain hatte ihn als den grössten lebenden Songschreiber bezeichnet. Der Filmemacher Jeff Feuerzeig nahm schliesslich das Wagnis auf sich, die Persönlichkeit von Daniel Johnston zu entschlüsseln. Sein Film „THE DEVIL AND DANIEL JOHNSTON“ brachte uns einen genialen Musiker nahe, der beinahe dem Wahnsinn verfallen war. Brillianz und Wahnsinn gehen Hand in Hand. Miteinander.

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...ein einziger Seufzer

Montag, 27. Oktober null8, 20Uhr20

NIELS FREVERT

Irgendwann haben wir ihn nicht mehr gefragt. „Niels, wie geht’s deinen neuen Liedern? Wie geht’s voran?“ – das haben wir nicht mehr gefragt, obwohl wir’s
dringend wissen wollten. Aber man soll den Künstler nicht bei der Arbeit stören, auch wenn man sich um ihn sorgt. Und so gingen die Monate ins Land, am Ende waren es vier Jahre. Vier Jahre nach dem letzten Niels Frevert Album „Seltsam öffne mich“ ist nun das neue endlich fertig und heisst: „Du kannst mich an der Ecke rauslassen.“ Neun Lieder, über die wir eigentlich gar nichts schreiben wollen, weil die Gefahr besteht, dass das Geschriebene ein einziger Seufzer wird. Aber es hilft ja nichts.

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...country trash

Samstag, 25. Oktober null8, 20Uhr20

DOS HERMANOS

Geteiltes Schlagzeug, Kanaldeckel, Megafon, Harps, "Gitarren, 'n bisserl was vom Schrottplatz, zwei Anzüge". So sieht "Ich packe meinen Koffer" bei Senor G.Rag und José a.k.a. The Black Rider aus, wenn sie sich als Dos Hermanos aufschnecken.

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  Bei solch einer Packliste kann ja nichts anderes herauskommen als rumpelig-groovender Country Trash. Sleazy bis nachlässig wird da auf Altmetall eingeklöppelt, ein paar knirschende Akkorde drübergelegt und auf Deutsch und Englisch über so Cowboythemen wie Kaffeetrinken, Dreckschippen, Hauptstadtphobie und natürlich Mädchen gesungen.
Ein Augenzwinkern für Country-Klischees und natürlich nicht ohne obligatorische Coverversionen oder vielmehr Interpretationen von White Hassle, Leadbelly und "Lady-O-Lady" von Trio, was auch ziemlich gut reinpasst. Denn Dos Hermanos schiessen ihren dilettantischen Dada-Sound locker aus der Hüfte, gut gezielt in Richtung Truckerschmalz und Square-Dance-Piefigkeit.
   
 

...full time hobby

Samstag, 18. Oktober null8, 20Uhr20

MICAH P. HINSON

Wir wissen es nicht, ob das ein Kriterium für gute Songs sein MUSS, daß ein Singer/Songwriter etwas “erlebt” haben sollte, bevor er davon erzählt. Aber eines ist gewiß: schaden tuts nicht. Und eigene Erlebnisse hat schon immer die Kunst der Großen des Genres, von Hank Williams und Woody Guthrie über Johnny Cash und Willie Nelson bis hin zu Townes Van Zandt geprägt.

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  Und nun also Micah P. Hinson, dessen neues Album „And The Red Empire Orchestra“ Schmerzmitteln, im Knast wegen gefälschter Rezepte, mit Anfang 20 bankrotter Ex-Knacki, der sein Auto, seine Wohnung, seinen Besitz verloren hatte. Erst 2004, als sich die Qualität seines Debütalbums „And The Gospel Of Progress“ herumsprach, fing sich der Künstler, und sein neues Album legt beredt Sprache ab, was Hinson erlebt, was ihn geprägt hat.
Sein Showcase bei der SXSW zählte zu den Highlights des Festivals – unglaublich
guter Sänger, tolles Trio, und produziert hat kein Geringerer als John Congleton (The Polyphonic Spree, Black Mountain, Antony and the Johnsons etc.).

Hier geht einer seinen Weg, der erlebt hat, wovon er singt. Wir werden noch viel von Micah P Hinson hören!
   
 

...Just The Blues

Freitag, 17. Oktober null8, 20Uhr20

HANS THEESSINK + TERRY EVANS

Zwei Männer, zwei Welten, zwei Stimmen. Und zwei Herzen, die für dieselbe Sache schlagen: den Blues. Doch halt - noch etwas haben diese beiden Herren
gemeinsam. Hans Theessink aus dem holländischen Enschede und Terry Evans aus Vicksburg im Mississippi-Delta sind Tiefländer, die ein tiefes Empfinden für die subtilen Farbfacetten der "blauen" Gemütslage entwickeln können; diese Kennerschaft stellten sie in zahlreichen Sessions unter Beweis.

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  Theessink und Evans nahmen sich im Dezember 07 während einer US-Tournée des Holländers in Evan's Wahlheimat Los Angeles ein paar Tage Zeit für eine bemerkenswerte Session: Ihre starken Stimmen und virtuos gezupften Gitarren genügten den beiden für eine Tour de Force durch Blues-Klassiker. Das Ergebnis ist beeindruckend bis hinreissend. Da haben sich zwei Grossmeister aller Roots Music zusammen- getan, um mit sonorem Bassbariton Evergreens von Delta Blues bis Südstaaten-Soul vorzutragen, aber auch Chicago Blues und kollektive Songs aus eigener Feder funktionieren sie zu Folk Blues um. Sein Licht als Slide-Virtuose stellt Theesink selbstverständlich nicht unter den Scheffel und Ry Cooder weiss schon lang, was er an Terry Evans Stimme hat.
   
 

..."La Vie, La Mort, tout ça..."

Montag, 13. Oktober null8, 20Uhr20
Vorverkauf an unserem Tresen: SFr.35.00

BRATSCH

"Die exzellenten Musiker von Bratsch sind immer auf der Suche nach Neuem und dabei unglaublich virtuos. Jetzt feiern sie den 25. Geburtstag ihrer Grenzen sprengenden Musik" (Le Monde).

Auf ihren wundervollen Konzerten lassen die "großartigen Improvisateure" (FAZ) ihrer Passion für die Musik Zentraleuropas freien Lauf. In unnach-ahmlicher Art reiben sich der Rembetiko am Blues oder rumänische Tänze am Jazz. Osteuropäische Traditionen, wie der Klezmer, werden ebenso zu neuem Leben erweckt wie die Wurzeln des Gypsy Swing. Griechische, armenische oder neapolitanische Lieder werden mit Soul intoniert. "Bratsch sind die wohl beste Band, die je Jazz, Klezmer, südost-europäische und Roma-Musik vermischte." Wieder bei uns, zweites Mal in diesem Jahr. Am liebsten jeden Tag.

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...smooth like velvet

Sonntag, 12. Oktober null8, 20Uhr20

THALIA ZEDEK

Auch wenn dadurch das Klischee der gestrandeten Künstlerin hier untermalt wird: Thalia Zedek hatte es bekanntermassen nicht immer leicht. War sie mit
ihrer Band Live Skull zwischen Achtzigern und Neunzigern für alternativen Rock im Sinne von Sonic Youth oder Dinosaur Jr. immer zu sehr in Blues
getränkt, so schrammten Come (ihr Projekt mit Chris Brokaw) am Codeine-Kult vorbei. Futuristisch war ihre Musik nie, aber irgendwie war Zedek immer der
Zeit weit voraus. Seit einigen Jahren scheint sie angekommen im alternativen Bluesland und das ist allemal gut für einen goldenen Herbst.

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...between green and grey

Sonntag, 5. Oktober null8, 20Uhr20

WHITE HINTERLAND

Seit, sagen wir mal: dem Lambchop-Debüt hat uns kein Newcomer-Album derart überzeugt in seiner Qualität wie in seiner Vielseitigkeit, wie “Phylactery Factory” von “White Hinterland”. „Dead Oceans“ hat einen Lauf, so was gibt es, siehe City Slang, siehe Saddle Creek. Aber das Album der erst 22jährigen Casey Dienel ist etwas ganz Besonderes, Ausserordentliches: ihr Songwriting ist fein und tief, ihre Musik ist abwechslungsreich, ihre Arrangements superb. Musik „between freeze and frozen, between green and grey (…) Just as the hinterland becomes white and we feel our first, happy shivers“, schreibt Sean Michaels. Songs über den Krieg, Songs über die Apathie des 21.Jahrhunderts. Songs über den Frieden, Songs, natürlich, über die Liebe. Man könnte jetzt viele Schubladen öffnen, an Joni Mitchell erinnern oder an John Cage, an Alice Coltrane und an M. Ward. Aber wer wollte eine derart eigenständige, reife Songwriter-Stimme mit anderen Künstlern vergleichen? „White Hinterland“ sind die Band der Stunde, die Band des Herbstes.

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  "Gorgeous jazz folk (…) Timeless (…) Dienel has some of Joanna Newsom's imagination and Jolie Holland's flourish (…) This is a sublime recording!" (Uncut, 4 Sterne)

"Dienel's baby blues is nothing less than beautiful." (NME)

"Delicate timbre of a voice that recalls Leslie Feist."
(Q)

"Folksongs, die alle Türen öffnen: White Hinterland heißt die Band von Casey Dienel, einer Dreiund-zwanzigjährigen aus Massachusetts, die man schon mit Joni Mitchell und Björk verglichen hat. Man sollte nicht den Fehler begehen, das Debütalbum von White Hinterland als harmlose Kostbarkeit abzutun. (…) Man glaubt, die Sängerin flüstere einem ganz persönlich streng geheime Informationen zu. Es ist dieser betörende Sopran, der den Ton vorgibt. (…) Ob Wiegenlied oder Serenade, ob Tod, Zerstörung oder hoffnungsfrohe Chancen - ein schwereloses Gefühl der Improvisation zieht durch die Lieder. Jazzanklänge, Swing-Momente und Boogie-Woogie-Ahnungen mischen sich mit Reminiszenzen an Klassik und Folkrock." (Peter Kemper in der "FAZ")
   
 

...hawks and crows

Sonntag, 28. September null8, 20Uhr20

BEN WEAVER

Schon wieder. Am liebsten jeden Tag. Und vielleicht ist er sogar der uneheliche Sohn von Bud Spencer und Tom Waits? Who knows?

"Ich blute sie raus", sagt Ben Weaver über seine Songs. "Ohne sie hat die Welt keinen Sinn." Der, der so spricht, ist 29 Jahre alt und nennt eine ehemalige Sargfabrik in Minneapolis, Minnesota, seinen Lebens- mittelpunkt. "The Ax in the Oak" ist das sechste Album des mit Herzblut arbeitenden Songwriters, und wenn er seine raue Stimme erhebt wie ein Tom Waits ohne Freak-Faktor, dann beben die Fundamente. In seiner gemächlich dahinrollenden Musik manifestiert sich eine kompromisslose Dringlichkeit, die seine Worte direkt in das Zentrum unserer Vorstellung treibt.

 

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The Ax In The Oak - Wieder von Brian Deck produziert. Es ist ein grandioses Album geworden. Intro schreibt: „Solch ein Künstler muss doch einer der wahrhaftigsten seiner Zunft genannt werden, und ihm muss höchste Ehrerbietung zukommen. Die Songs (...) so ausgefallen wie umarmend, so erdig wie experimentell. Er hat sie in Lo-Fi gewandet und ihnen nur ausgesucht reduzierte Mittel und eine impressionistische, aber auch durchdringende und unwiderstehlich charmante Stimmung mitgegeben. (...) „The Ax...“ ist so ein Kleinod von einer Songwriterplatte geworden, die Traditionen hörbar aufsaugt, um sie letztendlich abzustreifen. Sie ist verschroben, intim und wunderschön, sie ist wie der so weise Erzähler Weaver selbst: etwas zum Liebhaben.“ Im wunderschönen, von Ben selbst gestalteten Digipak und beim Recorddealer Deines Herzens (unsere sind RECREC und Jamarico) ab der letzten Augustwoche zu haben.

„Als 2004 ein erstes Ben Weaver-Album in Europa erschien, kam Applaus aus Ecken, aus denen man es nicht erwartet hätte. Die Spex feierte das Album des Mittzwanzigers mit der Altmännerstimme und druckte in der Rezension einen kompletten Liedtext ab. Es waren in der Tat Weavers aus originellen Metaphern gewobene skurrile Geschichten, die sein Roots-Songwriting mit Dreck unter den Nägeln über jedes Authentizitätärä hinaushoben. Es klang, als hätte sich Tom Waits von „Nighthawks At The Diner“ in eine einsame Bar verirrt, in der Bob Dylans „Time Out Of Mind“ läuft. (…) raunzt sich Weaver durch seine amerikanische Halbschattenmärchenwelt (…) Surrealism And The Blues.“
(Rolling Stone, 3 ½ Sterne)

„Americana-Wunderkind.“ (Musikexpress, 4 Sterne)

   
 

...zwischen Tom Waits und Schunkel

Freitag, 26. September null8, 20UHr20

SEIN

Sein spielen die Songs von Musu Meyer. Diese handeln von Trunkenbolden, die sich schon mal raufen, oder von alleingelassenen Mädchen, deren Liebster mit einer anderen rumhurt, und natürlich auch von der Liebe,
die auch in dunkelsten Zeiten Halt gibt (wenigstens so lange noch ein halbleeres Glas in Reichweite steht). Mit einem Instrumentarium, das an Feste auf dem Lande erinnert, wird dem finalen Filmriss nachgestiegen, bis das Schicksal seinen Lauf nimmt.

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...abgrundtief

Montag, 22. September null8, 20UHr20

SEABEAR

Behutsam, ganz behutsam umgarnt einen die Musik von Seabear. Sie schleicht nicht, sie hat nichts zu verstecken, sie springt aber auch nicht ins Gesicht. Sindri Már Sigfússon singt seine Songs leise, er spricht auch leise, und überhaupt ist er keiner der flamboyanten Typen aus dem Rockzirkus, die sich produzieren müssen. Er schreibt Songs darüber, wie schön es wäre, die Historie einer Beziehung einfach löschen und eine Person ganz neu kennenlernen zu können. Und er behält selbst bei den abgründigsten Songs noch seine Heiterkeit; Isländer machen eben alles anders.

Sindri lächelt sich durch die Singer/Songwriter-Tradition, und seine Band kleistert trotz üppiger Instrumentierung die Lieder nicht zu. Kein Wunder, denn sie haben in Sindris Haus rund um ein einziges Mikro gestanden und das Album in bestem Lo-Fi eingespielt. Für das nächste will er sich aber doch von Freunden ein paar zusätzliche Mikros leihen.

Sindri ist grad auf dem Sprung nach Spanien, also schnell noch die liebste Touranekdote abgreifen: "Unser Gitarrist Örn Ingi hat eines Abends stock- besoffen im Club ein Luftgitarrensolo gespielt, und zwar kniend und halbnackt. Dabei ist ihm eine ziemlich große Frau - er schwört noch heute, es war ein Transvestit - auf den Oberkörper getreten. Der Abdruck von den Pumps war noch ewig zu sehen, aber sonst war es nicht schlimm."

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...Je chanterai pour toi 

Montag, 15. September null8, 20Uhr20

BOUBACAR TRAORE

Endlich, endlich wird er wieder für uns singen. Boubacar Traore a.k.a. Kar Kar ist ein harmonischer Widerspruch, ein Musiker, dessen Kunst und Biografie weniger durch Balance, als vielmehr durch Extreme auffallen. In den 60er Jahren ein Idol für die ganze afrikanische Westküste, in den 70ern vergessen, in den 80ern wiederentdeckt und in den 90er Jahren auf ausgedehnten Tourneen durch Europa und Amerika, dies die groben Daten seiner Karriere. Er wurde mit vielen Popgrößen verglichen. Elvis Presley musste als Vergleich ebenso herhalten wie Robert Johnson, Johnny Hallyday oder Chuck Berry. Und man betitelt seine Musik als Blues - alles Vergleiche, die andeuten, dass es beinahe ein Ding der Unmöglichkeit ist, die Lieder von Kar Kar zu definieren. Solche Vergleiche dienen vor allem uns Europäern oder Amerikanern, um einen Künstler begreifbar zu machen, der eine musikalische Welt für sich ist.

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  Hören wir in den westlichen Industriestaaten den Begriff „Blues”, hören wir auch gleich hunderte von Beispielen in unserer Erinnerung durcheinandertönen – aber solche Musik macht Kar Kar nicht. Er ist auch nicht funky wie der Godfather of Soul James Brown, mit dem er auch hin und wieder verglichen wird. Dies sind alles nur Statusangaben, welche zeigen, in welchem Maße er zuhause in Mali von Musikerkollegen und Landsleuten verehrt wird. Seine Musik tönt ganz anders. Nimmt man „Blues” nicht als Musikform, sondern als Gefühlsbeschreibung, kommt man der Sache schon einiges näher. Kar Kar macht das, was er schon immer wollte: Musik. Für ihn sind es Melodien, Lieder, zu denen sein Instrument die zweite Stimme singt. „Die Gitarre hat mich magisch angezogen”, versucht er die Beziehung zu seinem Instrument zu beschreiben. Er hört aus der Gitarre nicht die Bluesakkorde seiner musikalischen Geistes- verwandten in den Südstaaten heraus, nein, seine Gitarre perlt wie eine Kora. Zudem hat der Blues aus Mali keine Strukturen, wie wir sie von der amerikanischen Version her kennen. Blues dient als Großbegriff zu unserer Erklärung, weil Kassonke - in dieser Musiktradition ist er aufgewachsen – kaum als verständliche Beschreibung dienen würde. Da hört man seine Herkunft aus dem Westen von Mali: Kayes, Heimat und Sehnsucht gleichermaßen. Die Liebe zu dieser Heimat und seinen Bewohnern ist groß, auch wenn er deren Verwalter oder seine Landsleute ab und zu mit harten Worten kritisiert.

Vierzig harte und entbehrungsreiche Lebensjahre sind in die ruhigen Geschichten seiner Lieder verwoben, doch die Wärme, die Liebe macht den Grundton aus. Kar Kar ist ein Geschichtenerzähler und seine Weigerung, diese Geschichten zu erklären, zu deuten, macht es uns Bilder-Hungrigen nicht einfach, deren Sinn oder Hintergrund zu begreifen. Er erzählt von afrikanischen Traditionen, die den Weissen in ihrer Symbolik und Exotik oft verschlossen bleiben. Er besingt die Liebe mit all ihren menschlichen und tragischen Schattierungen, die Liebe zu seiner verstorbenen ersten Frau, zu seinen Kindern, ohne dass der Schmerz über das tragische Schicksal dieser Liebe seine Songs schwer oder leidend macht. Boubacar Traore ist kein Musiker, dessen Lieder man erklären kann, dessen Bilder und Stimmungen man analysieren muss, man muss sich ihnen aussetzen. Dann erlebt man vielleicht ein Afrika jenseits von Klischees und Vorurteilen.
   
 

...eigenwillig/morbid/hinreissend 

Samstag, 13. September null8, 21Uhr21

DEAD BROTHERS
SWEET STRING ORCHESTRA

Die erfolgreiche und weltbeste Begräbnisband "the Dead Brothers" löste sich 2007 auf. Alain Croubalian, Kopf der Band, gründet nach einjähriger Pause

"the Dead Brothers Sweet String Orchestra".

Dieses aussergewöhnliche Orchester vereint Rock‘n‘Roll mit sizilianischen Mafia-Songs, englischem Gospels, tschechischen Walzern, südamerikanischer Filmmusik, Wiener Schmäh und einer Prise jiddischem Humor. Das ergibt gespenstische Soundkreationen mit Geige, Kontrabass, Banjo und Megaphon. Eigenwillig, morbid und hinreissend. Ein Muss für alle Fans von Nick Cave und Tom Waits! So werden sie andernorts vorgestellt. Wir wissen es schon viel länger...

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...beautiful new beginning 

Samstag, 6. September null8, 21Uhr21

NEVA DINOVA

Noch sind die wunderbaren Neva Dinova das, was man ein gut gehütetes Geheimnis nennt. Zwar ist der Name ihres neuen Albums 'You May Already Be Dreaming' nachlässig gewählt, könnte jedoch bald der Inbegriff mitreißender Tonkunst werden.

Viel brach über diese Band in den letzten Jahren herein: Zuerst wurde ihr Equipment Opfer einer Überschwemmung, kurz darauf verlor Sänger Jack Bellows bei einer Kneipenrauferei fast sein linkes Trommelfell - und zu guter Letzt gefielen ihnen die eigenen Songs nicht mehr. "Das war alles harter Tobak", resümiert ihr Frontmann und stellt fest, "es hatte jedoch etwas Gutes: Wir haben erkannt, worauf wir Bock haben und worauf nicht!" Kurzerhand schrieb Jake neue Songs und plötzlich stand die Band vor einem Neubeginn.

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...promise for the future 

Freitag, 25. Juli null8, 21Uhr21

WOVEN HAND

David Eugene Edwards hat mit seinem Soloprojekt Woven Hand längst die Lücke geschlossen, die die Auflösung von 16 Horsepower in der Welt des Alternative Country gerissen hat. Seine Musik ist eine unterschwellig drohende musikalische Apokalypse, angetrieben von Edwards’ einzigartiger, fiebriger
Stimme. Es geht um Verderbtheit, Vergebung und die Versuchungen des Bösen, es wird gepredigt und gedrängt, gerungen und gepriesen. Im weltlichen Idiom des Rock ’n’ Roll beschwört uns Edwards, ihm zuzuhören bei seinem spirituellen Kampf. Das Gros der Songs ist opulent instrumentiert, neben Gitarren, Bässen, Schlagwerk und Gesang kommt auch das stets Unheil verkündende Banjo zum Einsatz sowie Chöre, Klavier, Orgel, Streicher usw.
Die Songs muten in all ihrer fast schon mittelalterlichen Verspieltheit dennoch archaisch an. Hier ist der liebe Gott kein guter Mann, sondern ein zürnender Richter. Und David Eugene Edwards auf dem sicheren Weg vom Mensch zum Mythos.

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...desert rock 

Sonntag, 20. Juli null8, 20Uhr20

FRIENDS OF DEAN MARTINEZ

"Writing about Friends of Dean Martinez without mentioning the desert is like writing a book without
the letter "e"-- it can be done, but it's difficult and time-consuming."
-Joe Tangari

Endlich wieder einmal auf Inselbesuch. Morricone und Meskalin, die Fiebrigkeit und Virtuosität des Jazz sowie die Erdigkeit des Blues - Friends Of Dean Martinez haben es alles aufgesogen. Die Musikalität und
Stilsicherheit des Trios aus Austin, Texas, stehen schon längst außer Frage. Das siebte Album der Band um den Pedal-Steel-Virtuosen Bill Elm aus dem
Giant Sand/Calexico-Umfeld ist ein Lehrstück geworden. Neun großartige Stücke, die das ganze Können der Friends Of Dean Martinez ausstellen,
wundervoll stimmig angeordnet. Staubige Lounge-Musik und vibrierender Wüsten-Rock, hypnotische Orgeln und herrlich simple, sich wiederholende
Melodiefiguren, stoische Rhythmen und pulsierende Musikschwaden lassen auf "The Lost Horizon" die Sonne aufgehen. Die Songs sind, obgleich alle
instrumental, von unglaublicher narrativer Kraft und lassen die Bilder im Hörer selbst entstehen. Ein "popmusikalische Genres überwindender Klangkörper", staunte Stereoplay und Westzeit schwärmte: "Friends Of Dean Martinez haben eigentlich nichts mehr mit Musik zu tun; das hier ist schiere Magie!"

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