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Saturday, 29.05.2010, 21Uhr21
oh what a night...
G. Rag y los
Hermanos Patchekos (DE)
Im zehnten Jahr ihres Bestehens veröffentlichen G. Rag y los Hermanos Patchekos ihr fünftes Album: «Hold Fast».

Und der Titel ist Programm, daran holden sie fest: Denn die Hermanos sind wie eh und je künstlerisch eigenwillig, geschäftlich unabhängig und wirtschaftlich unsinnig. Und seit einem Jahrzehnt rauft sich das Dutzend Individualisten zusammen, um an ihrem Schrottplatz-Pop zu basteln, während Trends und Hypes wie glühende Golfbälle in Lichtgeschwindigkeit an ihnen vorbeischrammen.

Lieber selbst was Neues ausprobieren und anstossen, lautet die Parole: Zum Beispiel mit den Landlergschwistern mal eben bayerische Volksmusik hipsterkompalisieren. Oder mit den Dos Hermanos in der virilen One- & Two-Man-Band-Szene mitmischen. Das bringt viel Spass, neue Freunde und Eindrücke, derer es unzählige zu hören gibt auf «Hold Fast». Ein Album, das – wie das Cover-Schiff der Künstlerin Lilli Flux – tatsächlich auf den Wellen tanzt. Ganz ohne Seekrankgekotze, aber mit korkengleicher Leichtigkeit.

Aber jetzt mal ohne Schmäh und zur Musik: G. Rag y los Hermanos Patchekos greifen auf «Hold Fast» – wahrscheinlich ganz unbewusst – die schönsten Momente ihrer vergangenen Alben auf: Den rauen Charme und die Unbeschwertheit von «Radio Tijuana», die Vielseitigkeit von «O321H», die emotionale Tiefe von «Cadeau Bizarre» und die überschäumende Lebensfreude von «Lucky Goddamn». Ein Best-of-Album mit neuen Stücken.

Und weil das Gros des Albums live im Studio eingespielt wurde, kommen wir beinahe in den Genuss einer Patcheko-Best-of-Live-Show. G. Rag y los Hermanos hauen in die Vollen, beispielsweise mit der obligatorischen Hank-Williams-Coverversion («Cold, Cold Heart») oder der

Besinnung auf die eigenen Wurzeln in der DIY-Hardcore-Szene (wird mit Covers von Black Flag, Big Boys & NoMeansNo gleich dreimal ausgelebt), bringen aber wie gewohnt auch Neues: Eine entfesselte Leidenschaft für Swampmusic («Cajun Maid», «J`ai tardé» und «le massacre du Melodica») und Balkanblasmusik («Swing Vergol»). Und so fliegt der Sau nicht nur das Blech weg, sondern die urige Bayernbande widerbürstet eure wildwuchernden Nasenhärchen ganz patchekisch mit und gegen den Strich. Garantido multiplicado!

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