Lunch from October 23th to October 27th 2017.
Our own house publication, providing an interesting look into what's what on our island and beyond...
A special column giving a high-five to worthwhile articles and opinions all through the year...
the kings of mobilehome rock...
Saturday, 11.09.2010, 21Uhr21
oh what a night...
The Saddle Tramps (USA)
Als Botschafter des schlechten Geschmacks reiten sie durch die Niederungen des White Trash: The Saddle Tramps tragen denn auch keine schwanzklaren Velohöschen mit Arschpolstern und Firmenlogo.

Nein, sie geniessen, die hochentzündlichen Allerwertesten-Scheuerungen ihrer sündhaft durstigen Reittherapie von Sparks nach Reno, Nevada. Und von da in die abgründige Welt der möglichst wüstesten Feuchtgebiete, die im hieniederen Jammertal aufzureissen sind: «It's time to rock out with your cock out!», heisst es auf ihrer Live-Scheibe «Nashville Swinger». Naja, die Schweinerock-Latte hängt also stabsprungmässig hoch, aber den Stock könnt ihr ruhig in den abgefuckten Jeans belassen. Genau das tun Scotty Roller (v, g), «Big John» Von Nolde (v, b), Johnny Fingers (g) und Mike Young (d) seit dem Jahr 2000; auch sie haben – wie wir Allerletztinsulaner – also das Zehnjährige abzufeiern.

Gelangweilt vom tristen Vorstadtalltag im öden Sparks tauchte das Quartett damals mit Hektolitern Bier im Proberaum unter und bald darauf mit ihrem ersten Longplayer wieder auf. Das alchemistische Gemisch von Musik & Bier verstoffwechselte sich wundersam & unkeusch in das phallische Gold von «Whiskey Dick». Vielleicht haben sie ja geschummelt und auch Hochprozentigeres als Hopfen und Malz einverleibt. Aber das Eigenblutdoping kam sicher nicht von Doktor Frankenstein Fuentes, sondern von Herz, Hirn & Hoden. Mit unzähligen Gigs in rauchgeschwängerten Spelunken, einem Kick Rockabilly, zwei-drei-vier angesurften Gitarrenchords und tonnenweise Country-Punk rockten sich die Satteltramps jedenfalls rammlig schnell zur heissumworbenen Liveband ohnegleichen. Und nun beweisen euch die Jungs bei uns unüberhörbar, wie eight balls from Silver State abgehen. Hells Bells, aber ohne Netz & Notstromaggregat. Wir liefern das Bier. Und erst noch aus dem Appenzell, wo unzüchtige Nacktwanderer mit schwengelnden Schwänzen trotz Verbot den Alpstein rocken (gibt’s eigentlich auch Nacktwanderinnen?). So sattelt die Gäule, ihr Hengste & Stuten aus Zwinglitown, und galoppiert in die sündigen Niederungen der Säfte tauschenden Geschmacklosigkeiten. Der Arsch wird euch glühen, dass die Muffe raucht & saust. Hier auf unserer allerletzten Insel der verlorenen Unschuld.

top...
el Lokal