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Kein Z'Mittag vom 18. Juli bis & mit 21. August 2022
Am liebsten gelesen, gehört und angeschaut ...
Samstag, 15.10.2022, 20Uhr20
Eintritt: 32.–
M. Ward
Er habe weder eine «bestrickende» Stimme noch spiele er «überragend» Gitarre, nörgelte ein Musikgottstellvertreter auf Erden im auf Nanogrösse eines Coronavirus geschrumpften Kulturteilchen eines Globalschweizer Züri-Nochpapierzahlblatts mit einverleibtem Gratisnümmerchen, um schlussendlich die von der sonstigen Fachwelt rundum himmelhoch gelobte Billie-Holiday-Hommage «Think of Spring» (2020) des amerikanischen Singer/Songwriters M. Ward (*1973 in Ventura County, CA) doch noch etwas hölzern & gestelzt zu loben:

«Und siehe da: Die Ehrfurcht vor den Originalen im Verbund mit einer fast schüchternen Fragilität im Vortrag führen zu einem ganz und gar betörenden Ergebnis.» Dass Ward sich als Gitarristen sieht, der auch mal Bachs Wohltemperiertes Klavier angeht & nur als Begleitung zur Gitarre auch singt, sei nur nebenbei erwähnt. Er hat eine ganze Reihe echter musikalischer Perlen geschaffen. Nebst seinen eigenen Alben beispielsweise auch das mit der gestandenen Blues- & Soulsängerin Mavis Staples (*1939 in Chicago, Illinois) produzierte Album «Livin’ on a High Note» (2016), auf dem er auch mitspielt. «He was great», sagt Staples über Ward. «I didn’t know him, and I was asking around – Kelly Hogan and Neko – and they said, 'Oh, Mavis, you’ll love M. Ward. He’s shy, he’s bashful, so don’t be offended if he don’t talk to you a whole lot.’ I said, ‘No way he’s not gonna talk to me. I make people talk.’ He talked enough to let me know what was going on with the song.» M. Wards mit Akustikgitarre eingespielte Neuinterpretation des 1958 erschienen – es war ihr letztes zu Lebzeiten veröffentlichtes – Albums «Lady In Satin» der legendären Billie Holiday ist einfach Balsam auf unsere pandemieversehrten Musikseelen. Und ein vom Rolling Stone als «Indie-Rock-Veteran» Bezeichneter darf das nicht nur, er kann es auch. Und wie. Er habe schon Jahre daran gearbeitet, aber die Pandemie verschaffte ihm die Zeit, das Werk in seiner langjährigen Heimat Portland & seiner Teilzeitheimat Los Angeles zu vollenden. Über die grosse Billie Holiday sagt der grosse M. Ward dem Rolling Stone: «Was sie als Frau, noch dazu als Afroamerikanerin, erreicht hat, ist unendlich inspirierend für jede Generation, der man angehört. … Ihre Musik ging mir schon unter die Haut, als ich mit ungefähr 15 (!) anfing, Gitarre zu spielen. Fünf, sechs Jahre später hörte ich 'Lady in Satin' in einem Einkaufszentrum. Ich hatte keine Ahnung, was das war. Ihre Stimme klang wie eine verzerrte E-Gitarre, gepaart mit diesen wirklich schönen Streicherarrangements. Das war etwas, was ich noch nie gehört hatte. Das ganze Erlebnis war wie ein Traum. Aber das machte mich wirklich süchtig nach ihr.» Das Gebrochene in Billie Holidays einmaliger Stimme, in den Songs, der Produktion faszinieren bis heute. Die Art, wie sie mit Rhythmus & Tonarten spielte, sei noch niemandem vor ihr gelungen. «Es ist sehr schwer, Noten zu verbiegen und es gleichzeitig glaubhaft und emotional klingen zu lassen. Ich weiss, dass sie sich sehr von Louis Armstrongs Trompetenspiel inspirieren liess. Er ist auch eines meiner Idole.» – Wir freuen uns, diesen grossartigen Singer/Songwriter mit seinen tief im Herzinneren rührenden Billie Holiday-Songs live auf unseren ellokalen Weltbedeutungsbrettern präsentieren zu dürfen. Einen, der sich auf Experimente einlässt, die wahre Kritiker*innen ehrfürchtig zu honorieren wissen & echte Musikafiçionados ebenso faszinieren wie inspirieren. We get along with you very well.

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