Unsere Elektrobrieftauben fliegen immer wieder ins worldweite Nezz. Unseren Newsletter abladen. Mindestens wöchentlich ...
Feins z'Mittag vom 20. Mai bis und mit 25. Mai 2019.
Am liebsten gelesen, gehört und angeschaut ...
Montag, 21.01.2019, 20Uhr20
Lokalbühne
Micah P. Hinson
Klingt krass nach einem ganz Bösen, der Titel des aktuellen Albums «When I Shoot At You With Arrows, I Will Shoot To Destroy You» von Micah P. Hinson & the Musicians of the Apocalypse. Dabei ist Micah P. Hinson der netteste Mensch der Welt (vor Phil Duke, dem zweitnettesten). Und er macht grandiose Musik.

Hätte Eddie Vedder nicht schon den Soundtrack zu Sean Penns himmeltraurigschönem Aussteiger-Film «Into the Wild» geschrieben, MPH wäre der perfekte Mann für den Job. Seinen grossartigen Solo-Erstling Micah P. Hinson and the Gospel of Progress (2004) nahm der im christlichen Fundi-Haushalt aufgewachsene MPH mit seinem Kammerpop-Kollektiv The Earlies auf. Einige grossartige Alben später brachte der schmächtige Texaner mit dem grossen Herzen & ebensolcher Brille «Micah P. Hinson and the Nothing» mit an die weihwassergurgelnde Mississihl. Das war 2014. Die Songs dazu hatte er noch vor einem schlimmen Autounfall auf seiner Spanientour 2011 geschrieben & getapet. Im Ungewissen, ob seine Arme wieder brauchbar würden, hörte & verschickte er zuhause in Texas die Demos vom Spanientrip, um später mit Hilfe seines belgischen Quartetts The Twilight Sad & seines Nebenprojekts T. Nichols Phelps sowie diversen andern die Scheibe halt ohne seine Arme aufzunehmen: «A grand amount of time and a grand amount of love was put into every song.» Inzwischen ist er Vater eines Sohnes. Und er behandelt die kostbare Flamme des Songwritens weiterhin wie seinen gefundenen Heiligen Gral. Unverwüstlich drängt MPH vorwärts, immer on the run nach neuen Melodien & Songs. Nichts kann ihn stoppen. Die nächste Scheibe gärte & brodelte & ist längst livehaftig werden: «Micah P. Hinson Presents The Holy Strangers» (2017). Es sei eine Modern Folk Opera, sagt der Künstler. MPH erzählt die Geschichte einer Familie in Kriegszeiten, von Geburt & Liebe, Heirat, Kindern, Krieg, Verrat, Mord & Selbstmord. Was das krude Leben halt so alles zu bieten hat. Wir leben mit den Protagonisten & wir sterben mit ihnen. Während zwei Jahren schrieb & recordete Hinson in Denison, Texas. Mit allem Analogen, was aufzutreiben war. Wir freuen uns inslisch auf die musikalischen Kostbarkeiten unseres grossen Freundes Micah P. Hinson. Und es sei noch einmal klar gesagt: Er bringt Hölle & Himmel auf Erden. Er bringt die Apokalypse! Ohne Ende, kann nichts beginnen. Und Micah P. Hinson beginnt einmal mehr mit dem allerschönsten Weltuntergang, den ihr euch vorstellen könnt. Hier, auf unserer allerletzten Hoffnungsinsel an der guten alten Mississihl. Ein bisschen Santiago de Compostela@Zwinglitown.


Anna Coogan
Von einer österreichischen Opernschule auf die Rockclub- & Festivalbühnen der ganzen Rundumwelt: Gefeiert in verschiedenen Medien als must see actlocal legend & glorious hat sich die in Boston geborene, in Ithaca, NY lebende Komponistin Anna Coogan im letzten Jahrzehnt längst als aussergewöhnliche Singer/Songwriterin einen Namen gemacht. 
Alles begann mit ihren legendären Live-Vertonungen von Stummfilmen. Und bezüglich ihrer fulminanten Live-Performances schaffte Coogan es auf folking.com denn auch in die Top five. Ihr Album «The Lonely Cry of Space & Time» – mit Drummer & Moog Basser Willie B (Brian Wilson) – gehörte für No Depressions zu den Topten des Jahres 2017. «The music I’m making with Willie is pretty different that my older work. I felt I had reached an end point in what I’d been doing, at least for now.» Enge Zusammenarbeit mit JD Foster (Marc Ribot, Dwight Yoakam) & unserem el Lokal-Alltime-Helden Johnny Dowd sowie diverse Filmmusik-Projekte (ua. mit TZAR & Willie B) sprechen für Anna Coogans Unschubladisierbarkeit, ihre unbändige Energie & ihr leichtfüssiges Tanzen auf unterschiedlichen Hochzeiten. Und diese überwältigende Stimme über lockerleichte drei Oktaven! Ihr Gitarrensound oszilliert zwischen PJ Harvey, Courtney Barnett & ihren persönlichen Lieblingen Bill Frisell & Marc Ribot. Ebenso lockerleicht fusioniert Anna Coogan Rock, Country, Pop & klassische Oper zu einem gross- & einzigartigen Ganzen. «Oh let the oceans rise / To the shining skies. I will burn for you.» – Das hört der einzige Mainstream unseres Weltkulturinsel-Universums verdammt gerne. 
top...
el Lokal