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Samstag, 17.11.2018, 20Uhr20
Eintritt: 35.–
Freie Sicht aufs Mittelmeer
«Nieder mit den Alpen, freie Sicht aufs Mittelmeer!» forderten die Bewegten der achtziger Jahre. Schreibt das NZZ Folio in den Neunzigern. Ja, Züri hat gebrannt.

Aber so sehr auch wieder nicht. Eher abgelöscht mündete das Feuer in den himmeltraurigen Zombies der Platzspitzszene im weltweit traurig-berühmten Needle Park. Und dem Aufstieg gewisser Akteur*innen an die Macht. Alles ward gut. Manche machen später aus jedem Jahrzehnt wilde & wahnsinnig wichtige Jahre. Waren sie das wirklich, die 80er: wild, schräg, popig & politisch? Ein Jahrzehnt unmöglicher Mode & Musik? Innovativ & rebellisch? Wenn ja, was hats gebracht aus heutiger Sicht? Haben wir nun freie Sicht aufs Mittelmeer oder einfach nur einen weiteren Tunnel, der uns schnellöder dorthin bringen soll? Und natürlich noch mehr Jets, die uns für a few dollar less fast überall hinbeamen. Was tut die Rote Fabrik heute Rebellisches & frisst das Opernhaus nicht noch immer fast alle Kulturmillionen? Findets selbst raus: Auf unseren Weltbedeutungsplanken wird ein Independent Chor aus frei- & feingeistigen Mittvierzigern – sooo alt! – prägende 80er-Hits unter dem wohlbekannten Eisbrechertitel «Freie Sicht aufs Mittelmeer» zum Besten geben. Bice Curiger hat aus dem 80er-Bewegungs-Züribergruf der Bahnhofstrasse schon eine sehr erfolgreiche Kunsthaus-Ausstellung gemacht & die nun auch nicht mehr sooo junge Schweizer Kunst ins teure & internationale Oberfeld gehievt. Nun nutzt Chorleiterin & Sängerin Anet Zemp das traumhafte Verschwinden der Alpen, um ihrem heissgeliebten Chor samt Gastchor dieses kreuzquer unerhörte Rebellen-Programm «Freie Sicht aufs Mittelmeer» in die Kehlen & Mario Scartons Synthis zu zaubern: Vicious Games & The Race – Yello; Campari Soda – Taxi; Eisbär – Grauzone; Major Tom – Peter Schilling; Das Model – Kraftwerk; Time After Time – Cyndi Lauper; Sometimes It Snows In April – Prince; Big in Japan – Alphaville; Blaue Augen & Monotonie – Ideal; uvm. Schräg. Popig. Politisch. Wild. Der bewegt-bewegende Geist der bekannten Bekannten – wisst ihr noch, wer Urban Gwerder war? R.I.P. – regt sich noch einmal quicklebendig in unseren heiligen Musikhallen: Hier spielt sie, die wildschöne Freiheits-Musik der Achtziger im Jahre Zwotausendnullhundertachtzehn immer noch nach Christi unverhüteter Jungfrauen-Geburt. Ein Traum. In Ewigkeit. Amen.

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