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Feins Z'Mittag vom 11. Dezember bis und mit 15. Dezember 2017
Am liebsten gelesen, gehört und angeschaut ...
Einer, der Whiskey predigt & sicher nicht Wasser meint.
Montag, 11.12.2017, 20Uhr20
Eintritt: 22.–
Geoff Berner
+ Briga
Racheengel des Klezmer nannte ihn Canada’s Globe and Mail. Seit 15 Jahren umkreist Geoff Berner mit seinem Akkordeon unseren Planeten.

Der grosse Whiskey Rabbi, Polit-Aktivist, Schriftsteller, Singer/Songwriter, Akkordeonist, Erneuerer der Klezmer-Musik & Vollzeit-Spinner (all-around weirdo) aus Kanada sitzt eher auf Kreativnadeln, denn auf Lorbeeren: Er veröffentliche soeben seinen zweiten Roman «The Fiddler Is A Good Woman». Schriftsteller Sean Michaels sagt dazu, es sei eine «herzliche, frei erfundene Oral History über die Schönheit & Kraft von Musik & Kunst. Vollgepackt mit messerscharfem Witz & quicklebendig, voller Staunen, Lärm & Fun. Einziger Kritikpunkt: er liess mich mit dem unerfüllten Wunsch allein, mehr davon zu lesen». Berner bringt dazu sein brandneues, insgesamt sechstes Album «Canadiana Grotesquica» mit zu uns auf die allerletzte Schiffersklavier-Insel (wer das Buch kauft, bekommt den Gratis-Download). Das von Paul Rigby (Neko Case) produzierte Album sei eine Art Abschied & mehr ein «country-getränktes Singer/Songwriter-Ding» wie sein Erstling «We Shall Not Flag Or Fail, We Shall Go On To The End». Darauf ist auch die gute Fiddlerin Diona Davies (Po Girl) zu hören & Paul Rigby an Gitarre & Pedal Steel. Berners Songs bringen dich mit Tiefgang & subversiven Texten zum Weinen, Lachen, Tanzen, Zähneknirschen, Denken, Schreien, Fenster einschlagen, in den Tisch beissen, meist alles miteinander. Wer zuhört, hat definitiv mehr davon, wenn Berner mit mal zorniger, mal sanft gebrochener Stimme seine kompromisslosen Songs vom Bühnenbretterstapel lässt, unterlegt mit merkwürdigen und berührenden Klängen seines Quetschbalkens. «Ich will originelle Klezmermusik machen – betrunken, dreckig, politisch und leidenschaftlich. Als Jude osteuropäischer Abstammung sehe ich es als meine Pflicht, diese Musik lebendig zu machen und sie nicht hinter Glas aufzubewahren wie in einem Museum.» Berner gilt als Songwriter's Songwriter & viele Künstler wie zet Be Corb Lund, the Be Good Tanyas, Billy Bragg, RotFront & Rae Spoon verehren ihn. Sein Klezmer-Punk aus traditionellem Folk osteuropäischer Juden & der aggressiven Energie des Punks sowie dessen Verachtung für glitschige Hochglanz-Perfektion. Berner ist ein rotzender Fassadenkratzer, der die Oberflächen durchleuchtet & dann alles, was drunter zum Vorschein kommt, unverblümt poetisch ausposaunt; ohne Blatt vor Mund oder Geschlechtsteilen. Ein Paradiesvertriebener, dems draussen in der Hölle so richtig warm wird ums gute Herz. Einer, der Whiskey predigt & sicher nicht Wasser meint. Grosse Melodien, beseelte Momente an einem kleinen Fluss, der – wär er denn aus goldenem Whisky, äh, Whiskey, nur ausgesoffen an Geoff Berner vorbeikäme. Also nix für Schwätzbäsis & Trockenguezlis!

«Cherish him, cherish him, for there really is no one like him. Fantastic.»

— Billy Bragg

nur noch Abendkasse
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