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Feins Z'Mittag vom 21. August bis & mit 25. August 2017
Am liebsten gelesen, gehört und angeschaut ...
Play it again, Howe.
Samstag, 06.05.2017, 20Uhr20
Lokalbühne
Howe Gelb Piano Trio
Es begann in Amsterdam, endete in New York City & dazwischen war alles Tucson. Und natürlich immer mal wieder Howe Gelb's & unsere Lieblingsinsel.

Und eigentlich ist ja am Ende alles sowieso immer erst der Anfang: Wir hängen in der allerletzten Bar im hinterletzten Krachen rum. Tucson, Zureich. Die Jukebox dudelt einige altbekannte Immergrüns vom ollen Frank. Alles in kunterbuntem Bar-Zwielicht. Schattendunkle Lichtgestalten aller Couleur. Vom Leben gezeichnet ­– oder vom Tod? Selbstvergessen Liebende knutschen feucht, innigst & vor allem ewig lang. Und einige sind da, die sich ums Verrecken nie mehr verlieben wollen. Never say never again, baby. Sitzt da nicht ol'Barfly Bukowsky mit Mickey Rourke am Tresen? Und die daneben, das muss Billie Holiday sein. Last Exit Mississihl. Nach dem verstummen des konservierten Frank lümmelt der Live-Pianist endlich rüber zum abgehalfterten Flügel. Wir kennen ihn, gut sogar: der Typ ist fucking great. Let's go, Howe! Mit «Future Standards» (2016) führt Howe Gelb weiter, was Sinatra, Monk, Cohen, Bacharach, Porter, Carmichael, Holiday & Haggard der Welt geschenkt haben. Ganz in der Tradition des American Songbook beginnt Gelb, wo Chet Baker aufgehört hat. «Julie London had a lot to do with it.» Und nicht zu vergessen: Monk, Thelonious Monk. Neue Tunes entstehen vor euren Ohren, mit kathartischen Einzeilern & unsterblichen Melodien, grossartig dahinfliessen Stolperern. Jeder könnte dieses hypnotisierende Songdutzend amerikanischer Pianoballaden interpretieren. Denkst du. Es klingt nach Early Gospel & Rhythm'n'Blues, wie schon angetönt in Gelb's nullsechser Album «Sno Angel». Jetzt einfach jazziger, die Genregrenzen locker überspielend, back to the roots, mit einem Touch Garage veredelt. Ansonsten brauchen wir über unseren el Lokal-Olymp-Hero Gelb nichts mehr zu sagen. Wer keine Ahnung hat, stöbere im Archiv. Wer Augen hat, der höre, wer Ohren hat, der sehe. Ehrfürchtig. Denn die Wege dieses Herrn sind wahrlich unerhört. «This is my attempt at writing a batch of tunes that could last through the ages with the relative structure of what has become known as standards. The likes of Cole Porter and Hoagy Carmichael done up by Frank Sinatra or Billie Holiday.» Oder eben Howe Gelb. In Ewigkeit. Amen. Play it again, Howe. Same but immer wieder ganz andersch.

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el Lokal