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Ein eigenes Genre
Samstag, 19.11.2016, 20Uhr20
Lokalbühne
Nadja Zela
Sie ist still alive & das neue Album «Immaterial World» klingt nach Black Folk, Sad Soul & Space-Rock.

Zela zählt zu den herausragenden Songwritern des Landes & liefert Hits für Hörer mit Hirn. Nach drei Jahren & zig Nebenprojekten ist sie mit einer rockigeren Band wieder da & sagt: «Meine Mission ist es, Wärme da hineinzubringen, wo die Kälte herrscht.» Zela überlebte sämtliche Hypes der letzten 25 Jahre schadlos, auch die Retro-Folk-Welle, in welcher ihre letzte Platte «Wrong Side Of Town» (2012) als eigenwillig lyrischer Delta-Blues hervorstach. Zu «Ciao Amore» (2009) schrieb der Tagi: Es ist ein Blues, bei dem man nicht an Schnäuze und Bierwampen denkt. Sondern Bessie Smith. Ja, so direkt, so mitleidlos und gelegentlich auch belustigt wie die Blueskönigin der 20er-Jahre sticht auch Nadja Zela in Herzen und Rücken. Zela wühlt nicht in der Mottenkiste eines Genres – sie wird je länger je mehr zum eigenen Genre. Die Aufnahmen zu «Immaterial World» wurden in einem abgelegenen Hof in Frankreich gemacht & von Robin Girod (Mama Rosin) produziert. Zela vertieft damit ihre Liebe zur Black Music & glänzt einmal mehr mit mitreissendem Songwriting, das ihre neue Band warm & fett rüberbringt. Es wimmelt von Wurlitzer-Sounds & Blues-Gitarren, vereinzelten Oboen-Töne, melodiösen Basslinien, Beatles-esken Solis & Männerchören. Zela schafft den Soundtrack zum Weg aus dem totalen Konsumismus unserer materialistischen Gesellschaft. Wohin die Reise geht, weiss nur frau, deren Wege ergründlich sind. Es grüssen Patti Smith & PJ Harvey. Und wenn Sophie Hunger 100'000 Stutz bekommt, dann finden wir das trotz manchmal unergründlichen Auswahlverfahren gut so. Auch Nadja darf von uns aus mindestens soviel bekommen. Und der gute Th. Hoffmann, den die Stadt seit Jahren hartnäckigst ignorieren tut. Und und und. Hier ein Auszug aus Nadja Zelas Facebook-Replik zum Hunger-Shitstorm einiger älterer Stänkersäcke: Und im Falle jener, die eine Ahnung von dieser Arbeit haben, wie zB. Polo Hofer, Chris von Rohr und Mark Fox, welche sich in niederträchtiger Manier über eine erst 33-jährige Berufskollegin auslassen, ist es einfach nur beschämend und ich verurteile die alten Herren für ihren achtlos dahingeworfenen Frust, und den «Blick» gleich mit, der diesen biedermeierischen Prostatarockern eine Plattform für ihr gehässiges Geschwätz bietet. ...  Die Kritik an einem Kultur-Preis, ausgerechnet aus Kulturkreisen, und dann das noch genau zu dem Zeitpunkt, wenn er erstmals einer SchweizerIN verliehen wird, erstaunt unsereins Musikerinnen schon sehr. Das deutet doch wieder mal klar darauf hin, dass Frau sich sowas doppelt verdienen muss. Oder hat mir in den letzten 20 Jahren mal jemand vorgerechnet, was Pedro Lenz an Fördergeldern kassiert hat? Oder Martin Suter? Oder Jürg Halter oder Anaconda? Preisgelder, ja? Verdient oder nicht? Anybody? Nein, sowas rechnet niemand auf. Warum wohl? Das dürfen sie sich gerne selber beantworten. ... Werte Hunger-Privathasser, Kulturförderungskritiker, Frauenfeinde, Frustrocker: Reden wir doch lieber darüber, wo das Geld im Land wirklich verschwindet für nix und wieder nix. Wer zahlt wieviel Steuern und wer hinterzieht nochmal am meisten? Und warum genau zahle ich für die Armee etwa zehntausend mal mehr Steuern mit meinem Musiker-Hungerlohn als für Kultur und werde gezwungen korrupte Grossbanken zu retten, wenn diese das Land in eine immense Krise reinreiten? 

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