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Die Weltmusik
Samstag, 23.02.2013, 20Uhr20
Lokalbühne
Bratsch (FR)
Wir waren baff: Nun kennen wir Bratsch – die älteste Boygroup der Welt – schon wirklich viele Jahre. Und sie sind immer fantastisch. Aber bei ihrem letztjährigen Konzert hauten sie uns alle aus den diversen Schuhmodellen. So vital, vielseitig, virtuos, vollkommen fantastisch fuhren sie uns schon lange nicht mehr in die Knochen & Hüften & um & in die Ohren.
Trotz Bestgüte werden sie immer besser. Haben wir fast nicht mehr für möglich gehalten. Wenn Weltmusik etwas heisst, dann Bratsch. Riesig. Und sie haben sich natürlich inzwischen so richtig tief hineingespielt ins Loderfeuer von «Urban Bratsch», bringen neue Gerüche, Erfahrungen, Geschichten, Melodien mit auf unsere Limmatstadtsihlinsel.

Der Dichter Wiglaf Droste hat unnachahmlich über diese wunderbare Gruppe geschrieben: «Bratsch hält die Tradition der wandernden Musiker am Leben; man trägt seine Musik in fremde Länder und Städte und bringt von dort neue Stile und Inspirationen mit. Bratsch fährt dem Publikum in die Tanzbeine oder nimmt es auf Traumausflüge mit, und was die Band auch spielt, immer überzeugt sie durch musikalische Könnerschaft. Die Jungs haben es einfach drauf. Und sie haben etwas geschafft, das nicht vielen gelingt: Wenn ausgerechnet eine Band, die nach dem Musikerlieblingsspottinstrument Bratsche benannt ist, andere Musiker vor Begeisterung neidisch werden lässt, dann hat das Leben über Einfalt und Dünkel gesiegt».

Bratsch spielt jedes neue Programm ein Jahr live, bevor daraus eine CD entsteht. Das antizyklische Verhalten hat sich in der 37-jährigen Bandgeschichte mehr als bewährt. Kaum eine andere aktuelle Band versteht es derart meisterhaft, ihre Songs mit einer Art zurückhaltenden Virtuosität darzubieten, Stimmungen zu erzeugen und euch träumen zu lassen, aber auch inspirierende Anregungen für eine bessere Zukunft in einer besseren Welt zu geben. Ihre Freude zu improvisieren, zu variieren und ständig Neues in die Musik einfliessen zu lassen, gepaart mit grossem Spielwitz verwandelt jeden Ort in den angenehmsten Höllenkessel der Erdkartoffel. Nach dem Erfolgsalbum «Plein du Monde», auf dem Künstlerfreunde wie Khaled, Lhasa, Olivia Ruiz und Charles Aznavour zusammen mit der französischen Supergroup ihre eigene Versionen von Bratsch-Songs einspielten, kehren die Balkan Blues Brothers mit «Urban Bratsch» zurück in die Intimität ihrer imaginären Folklore aus Balkan, Gipsy, jiddischer Musik, Klezmer, Musette, Rembetiko, französischen Chansons, gemixt mit Jazz & Improvisationen. Besetzung: Dan Gharibian (Gitarre); Bruno Girard (Violine, Bratsche); Theo Girard (Kontrabass); Nuno Peylet (Klarinette); François Castiello (Akkordeon).

Der Städtereisende, der Besucher auf Zeit, verbindet die spezifischen Traditionen der jeweiligen City mit seinen persönlichen Sinneseindrücken, den Gerüchen, Klängen, Bildern und der eigenen Kultur. Bratsch über «Urban Bratsch»: «Städte haben Gesichter, haben Namen – ‚die schwarze Stadt’, ‚die Stadt mit den sieben Hügeln’, ‚die Stadt der tausend Glocken’ … Städte haben auch ihre eigene Musik, ihre Sprachen, ihre ‚Codes’: Rembetiko, Fado, Tango, Musette, Blues … Da sind die Städte, die uns träumen lassen - Odessa etwa, Thessaloniki, Paris, Budapest, Berlin, Lissabon, Barcelona, und viele andere … Wir fahren durch diese Städte, atmen, fühlen uns frei, wir kommen nach Hause zurück mit neuen Melodien, Liedern in allen Sprachen, wir schreiben unsere eigene Musik über die Vorstädte, denn dort ist das eigentliche Leben aller Städte – besonders in den ‚Vorstädten unserer Vorstellung’, den ‚imaginary suburbs’ dieser Städte – und diesen Vorstädten, die das eigentliche Herz aller Städte ausmachen, widmen wir unser neues Programm – den Hafenvierteln, den Flüssen, die unerfüllte Träume wegtragen, den kleinen Strassen, auf denen vielleicht der ‚Django von morgen’ Gitarre spielt

Und die grenzüberschreitende (Zeit-)Reise geht weiter auf eurer traditionsreichen Weltkulturinsel downtown Zwinglitown. Und von da ab ins überraschend Ungewisse des Bratsch'schen Globalurbantrips. Wer also jetzt schon weiss, dass er statt der immateriellen Souvenirs dieses betörenden Weltenbummels lieber die Errungenschaften der Altersheim-Werbetouren im absturzsicheren Bus seiner guten Stube bestaunt, der darf bis dahin ruhig vor seiner überdimensionierten Flachbildwüste verblöden. Wir allerletzten Insulaner glauben nämlich unbeirrbar daran, dass eine bessere Welt möglich ist. Unsere Weltbedeutungsplanken und Bratsch sind Teil davon. Und weil er grad so schön passt, zitieren wir hier & jetzt Gustav Mahlers Satz: «Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche. Das Feuer brennt. Und wie


«Bratsch sind die wohl beste Band, die je Jazz, Klezmer, südosteuropäische und Romamusik vermischte.» – Concerto

«Melancholische Balladen, herzzerreissende Liebeslieder und dann wieder ein abrupter Ausbruch der Heiterkeit.» – SZ
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