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Montag, 26.09.2011, 20Uhr20
Lokalbühne
Tom Huber
+ Macuso Vikovsky
«Irgendwo zwischen Beck, Fantomas und Mr. Bungle, aber nicht so hektisch.»
Mal scheint es der perfekte Soundtrack zu einem Surffilm zu sein, dann vielleicht zu einem existenzialistisch aufgeladenen Roadmovie und dann klopft Huber seine staubigen Stiefel vor irgendeiner Saloon-Tür ab.

Tom Huber, music & images. Textsamplingcollage mit & ohne Teilquellenangaben: Tom Huber als kreatives Universalgenie zu bezeichnen, mag zwar etwas zu hoch gegriffen sein. Der knapp 30-Jährige Zürcher Illustrator, Fotograf und Musiker ist jedenfalls ungemein kreativ. Unser aller Albert Kuhn schrieb: Tom Huber, ein begnadeter Spinner und Solobastler, wie’s die sonst nur in den verlorensten Ecken der USA gibt. Und mit denen ist er auf Augenhöhe! Die psychotisch langsamen, elektrofizierten Songs von «Playing With The Goats» haben fast alle einen sentimentalgenialen Rock’n’Roll- oder Country-Touch. Und jedem Text seine Pointe: «I’m happy to stay – not one more day.»

Und Rolf Zellweger ergänzt: Trends und Klischees sind ihm ein Graus. Hubers Klangwelten sind geprägt von Gegensätzen und vermeintlichen Widersprüchen. Sein Album lässt sich kaum einordnen. Stile wie Country, Metal, Folk, Industrial und Psychodelic finden hier ungezwungen zusammen und werden zu herrlich geheimnisvoll dahindriftenden Songs verbunden. Irgendwo zwischen Beck, Fantomas und Mr. Bungle, aber nicht so hektisch. Mal scheint es der perfekte Soundtrack zu einem Surffilm zu sein, dann vielleicht zu einem existenzialistisch aufgeladenen Roadmovie und dann klopft Huber seine staubigen Stiefel vor irgendeiner Saloon-Tür ab. Dabei beweist er ein feines Gespür für Melodien und Stimmungen. «Playing For The Goats» steht extrem quer in der Landschaft und ist bestimmt nichts zum Schnellverzehr nebenbei. Für die Aufnahmen verwandelte er quasi sein Schlafzimmer in ein Studio und nahm alle Instrumente selber auf. Während zweier Jahre entstanden vielschichtige, detailreiche Songs mit verspieltem Charme. Das kunstvolle Booklet des Albums hat Huber ebenfalls selbst gestaltet.

Tom Huber, music & images: «Meine Fotos sind sozusagen Wunschbilder, welche mir während Spaziergängen in den Sinn kommen oder begegnen. Ich versuche diese Phantasien und realen Gegebenheiten miteinander zu kombinieren. So sollen die konstruierten Bilder glaubhafter wirken und das Reale ein zusätzliches Gesicht kriegen. Mein Ziel ist, eine groteske Wirklichkeit zu schaffen, welche eine undurchschaubare Geschichte erzählt und den Betrachter vor den Kopf stösst. Im Allgemeinen darf für mich die Welt absurd bleiben und ich will sie mit einem ironischen Auge verklären. Daher ist mir Humor fast immer unerlässlich.»

Sein zweites Album «Walk through elko» entstand aus hunderten von Skizzen: 11 Songs, jeder mit seinem ihm eigenen Sound. Ausgeklügeltere Arrangements, reduzierter, präziser. Näher an den grossen Melodien, die Huber zu seinem Lieblingsplatz bringen: Das Nirgendwo irgendwo in der Mitte seines Kopfs. Kein Sonnenplätzchen, ein ewiger Loop von Herbst und Winter. Er fühlt sich wohl in dunklen, verstörenden Atmosphären und eleganter Schönheit im Abgründigen. All dies transformiert er geschickt in den Soundtrack eines Films über einen melancholischen Gauloise Man im ausgelatschten Trainer Schafe aus Steilhängen und nebligen Ebenen von Downtown Notopia rettend. Hört, ihr Schäfchen, ihr habt nichts zu befürchten, Tom Huber ist mit euch. Unter euch. Bei euch. Unsere Insel ein Lampedusa für inländische Ausländer und ausländische Inländer, aber auch inländische Inländer und ausländische Ausländer. Von den inmeerischen Ausmeerern fangen wir gar nicht mehr an, gell Tom!
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