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Kar Kar, le blouson noir.
Montag, 02.07.2012, 20Uhr20
Lokalbühne
Boubacar Traoré (ML)
In den 60er- & 70er-Jahren liess Boubacar es twisten & grooven, in den 80ern & 90ern herrschte die totale Melancholie. Jetzt beschwingt er mit Lebensfreude & Altersweisheit.
Es war einmal in den 60ern des letzten Jahrhunderts: In Mali wird der 1942 in Kayes geborene Boubacar «Kar Kar» Traoré – der Elvis Presley oder Chuck Berry Malis – berühmt und zum einflussreichsten Musiker des Landes. Das Radio spielt jeden Morgen seinen «Mali Twist», der die Bevölkerung auffordert, das seit 1960 unabhängige Land mitzugestalten. Kar Kar lernte das Gitarrenspiel in den späten 50er-Jahren von seinem Bruder, der in Kuba Musik studiert hatte. Seine akustische Version des Mali-Blues ist beeinflusst von lokalen Kassonké-Rhythmen, afrokubanischer Musik & amerikanischem Blues. Der Spitzname Kar Kar kommt übrigens aus dem Fussball: karikari sagt man, wenn einer (zuviel) gut dribbelt. Weil er in schwarzer Lederjacke auftrat, nannten sie ihn auch «Kar Kar, le blouson noir». Als 1968 die Regierung Modibo Keïtas gestürzt wird, verschwindet der arm gebliebene Traoré von der öffentlichen Bildfläche und arbeitet unter anderem in der Landwirtschaft, als Ladenbesitzer und als Schneider. Er singt nur noch für Freunde. Wie durch ein Wunder wird der längst Totgeglaubte nach 20 Jahren zufällig von einem TV-Team wiederentdeckt und gilt inzwischen zusammen mit Ali Farka Touré, Lobi Traoré und Diabaté Toumani als berühmtester Musiker Malis. In den 60er- & 70er-Jahren liess Boubacar es twisten & grooven, in den 80ern & 90ern herrschte die totale Melancholie. Jetzt beschwingt er mit Lebensfreude & Altersweisheit. Wer diese zauberhafte Musik noch nie gehört hat, der oder dem fehlt ein Herzstück zum Glück. Endlich wieder einmal hier bei uns auf der allerletzten Weltmusikinsel, der grosse Kar Kar.
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