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Berlin balladeer
Sonntag, 31.05.2009
Lokalbühne
Maximilian Hecker
"Leidensgenossen schneiden sich in den Arm, um etwas zu spüren - ich mache Musik." Dieses Zitat von Maximilian Hecker entblösst auf sehr direkte Weise das, worum es in den Songs des deutschen Singer/Songwriters immer schon gegangen ist:
Schmerz, Sehnsucht und das unerschöpfliche Thema der (meist unerfüllten) Liebe. Hat er vor einigen Jahren noch ausschliesslich die dunklen Tiefen der Seele mit langsamen, herzzerreissenden Balladen erforscht, so gibt sich Hecker nun beschwingter, voller Energie und folgt einem positiven, gereiften Grundton. Nach einer langen Reise findet der Lieblingsadoptivsohn unserer Insel wieder nach Hause. Im Gepäck hat er eine neue Platte, sein fünftes Studioalbum namens "One Day". Wo in aller Welt hat Maximilian Hecker sich herumgetrieben? In Asien. Seine ganz persönliche Interpretation von "Big in Japan" wurde "Big in Taiwan, China and Korea". Das mag zunächst seltsam klingen, ergibt allerdings ziemlich viel Sinn. Heckers Pop zeichnet sich durch zwei konstante Komponenten aus: eine musikalisch starke Nähe zu britischer Musik wie Radiohead oder Oasis und eine textliche Nähe zur deutschen Romantischen Moderne. Diese Kombination fiel und fällt im traditionell und kulturell sentimentalen Asien auf ausgesprochen fruchtbaren Boden. Die Lieder, die von der Sehnsucht nach Reinheit und Gutsein zum einen und vom Hang zur Dunkelheit und zum Tod zum anderen handeln, und deren Hooklines sich gleichzeitig tief im Ohr festsetzen, brachten Hecker Plattenverträge und Hysterie in Taiwan, China, Hong Kong und Südkorea ein. Dieser Tage reihen sich die Fans in lange Warteschlangen, um Hecker singen zu hören. Fans malen von Hand Comic-Bücher nur für ihn, und die Modewelt der Asiatischen Metropolen macht ihn zum Model und zur Fashion-Ikone. Lange ist's her, als er sein erstes Konzert am Fluss völlig aufgelöst abgebrochen hatte. Willkommen zuhause.
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