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The Ballad of Fuck-All
Donnerstag, 24.09.2009
Lokalbühne
Malcolm Middleton
Bei seinem Veröffentlichungsrausch der letzten Jahre besteht zumindest die Hoffnung, dass er ebenso wenig ohne seine Musik kann wie wir.
– cs, kulturnews.de

Malcolm Middleton selbst sagt, dass er Pop-Alben für Leute produziert, die Pop eigentlich hassen. Arab Strap ist tot - es lebe Malcolm Middleton!! Seit der Trennung des grandiosen schottischen Duos machen die beiden Songschreiber Malcolm Middleton und Aidan Moffat solo weiter. "Waxing Gibbous" heisst Middletons fünftes Werk, mit dem der Schotte auf Tour ist. Und das ist ein grossartiges Album. Zwischen flottem Indie-Pop, wie dem fantastischen Opener "Red Travellin Socks", Ohrwurm-Pop wie "Shadows", opulentem Glam-Pop ("Box & Knife") oder melancholischeren Songs ("Ballad Of Fuck All") zieht Middleton alle Register, die auch Arab Strap gross gemacht haben. Und alles liebevoll gespickt mit kleinen Electro-Gimmicks. Eigenwilliger, "erhabener Songwriter-Pop", wie das mal der Rolling Stone genannt hat.

Deutlich aufgehellt ist die Musik ohne Aidan Moffat, wobei "Waxing Gibbous" – so nennt man den Mond auf Englisch, kurz vor der Völle – alten Arab Strap-Fans ebenso gefallen sollte wie Middleton-Neulingen. Die Texte handeln vornehmlich von mangelndem Selbstbewusstsein, Tod, Alkohol, Anti-Depressiva, Einsamkeit 8oder Langeweile. Also wem bei diesem berührenden, chor- und streichergewürzten Indie-Pop zwischen Balladen und Gitarren-Rock nicht geholfen ist, dem ist nicht mehr zu helfen. Wir vom einzigen grossblumentopffreien Eiland an der Sihl lassen uns jedenfalls gerne von Mr. Middleton’s traurigschönen Ohrenwürmern betören. Auf dass sie nie verklingen mögen.

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